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F.A.Z.-Kongress : „Seine Talente möglichst teuer verkaufen“

Volker Looman und F.A.Z.-Redakteurin Inken Schönauer im Gespräch auf dem F.A.Z.-Kongress Bild: Frank Röth

Aktien, Indexfonds oder Immobilien: Möglichkeiten zum Vermögensaufbau gibt es viele, erklärt Finanzanalytiker Volker Looman. Doch machten Zins und Zinseszins allein nicht reich.

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          „Viele Menschen wissen gar nicht, wie reich sie sind“, sagte Volker Looman, Finanzanalytiker und Autor der Geldkolumne „Frag den Looman“, am Freitag auf dem F.A.Z.-Kongress „Zwischen den Zeilen“ in Frankfurt. Der erste Schritt, um sich darüber bewusst zu werden, sei immer ein Kassensturz. Je nach Lebensphase ergeben sich dabei unterschiedliche Ergebnisse. Während junge Menschen häufig Schulden und noch keine Rücklagen haben, seien bei Vierzigjährigen Schulden aus Eigenheimkäufen ein großes Thema. Bei der älteren Generation müsse der Finanzberater häufig erklären, dass sich die Summe ihre Rentenansprüche - abdiskontiert - auf ein Vermögen in siebenstelliger Höhe belaufe.

          Madeleine Brühl
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der größte Fehler junger Menschen bei der Vermögensbildung sei Looman zufolge die Illusion, man könne mit Zins und Zinseszins reich werden. „Ich habe das Gefühl, dass sie Träume haben, sie könnten durch Geldanlage reich werden“, sagte der Finanzanalytiker im Gespräch mit F.A.Z.-Redakteurin Inken Schönauer. „Wichtig ist eine gute Ausbildung und die Fähigkeit, seine Talente möglichst teuer auf dem Markt zu verkaufen.“ Wer gleichzeitig seinen Konsum in Grenzen hält, baut Vermögen auf.

          Notwendigkeit des Sparens erkennen

          Selbst in der aktuellen Niedrigzinsphase rät er Berufseinsteigern, mit ein bis zwei Jahresgehältern eine finanzielle Reserve aufzubauen. „Viel wichtiger als Zinsen ist, dass die Menschen die Notwendigkeit des Sparens erkennen“, betont der Finanzberater. Generell sei es gut, so viel wie möglich beiseitezulegen. Die Frage, ob in ETF, Staatsanleihen oder Aktien investiert wird, muss aber jeder individuell entscheiden.

          Die Investition in Gold hält er generell für keine schlechte Idee, allerdings sollte sich jeder Anleger zunächst die Frage stellen, welches Motiv hinter der Entscheidung für Gold stehe. Bei Enteignungsängsten kann Gold durchaus helfen, ihm seien bei einer Rendite von drei bis 3,5 Prozent über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren Aktien allerdings lieber. Außerdem sollte sich der Anleger vor dem Kauf damit auseinandersetzen, wie das Gold gelagert werden soll und wie er damit umgehen will, wenn er Liquidität braucht. „Immer wenn es konkret wird, hält sich die Begeisterung für Gold dann doch in Grenzen“, fasst Looman zusammen.

          Auch Immobilien seien keine schlechte Investition zum Vermögensaufbau. „Wenn Preis-Leistungsverhältnis und Ertrag stimmen, sind Immobilien phantastische Geschäfte“, sagt Looman, auch wenn es von manchen Lesern in seinen Kolumnen anders aufgefasst werde. Schwierig sieht er die meist mit dem „Beton-Gold“ verbundenen Emotionen. Auch sollten sich Immobilienbesitzer darüber im Klaren sein, dass längst nicht in allen Gebieten Deutschlands die Immobilienpreise steigen werden.

          Das Allerwichtigste?

          Die zahlreichen Fragen der Zuschauer drehten sich neben Bitcoin, Corona-Abgabe und ESG-Kriterien auch um die „holsteinische Gefährtin“ - Loomans Frau. Das Allerwichtigste ist für den Finanzberater aber nicht das Geld, „das sind Gesundheit, ein verlässlicher Partner, Kinder, Freunde, Leidenschaften und Hobbys.“

          Beim digitalen Kongress der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zum Thema „Zukunft? Gestalten!“ sprechen Herausgeber und Redakteure mit prominenten Referenten darüber, wie sich unsere Welt ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie entwickelt hat und wie wir gemeinsam die Zukunft gestalten können. Alle Beiträge des F.A.Z.-Kongresses sind bei FAZ.NET abrufbar: faz.net/faz-kongress

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