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: Fast allen Kandidaten fehlt die Euro-Reife

  • Aktualisiert am

Slowenien hat die besten Aussichten, planmäßig zum Jahresbeginn 2007 Mitglied der Europäischen Währungsunion zu werden. Dank einer besonnenen Geld- und Fiskalpolitik ist sein Wechselkurs während der vergangenen 18 Monate weder von Spekulanten attackiert worden, noch hat es besorgniserregende Abweichungen vom Mittelkurs gegeben. Nach dem EU-Beitritt Sloweniens am 1. Mai 2004 hat das Land einen überraschenden Wachstumsschub erlebt. 2005 und 2006 dürfte die Jahreswachstumsrate jeweils rund 4 Prozent betragen. Der finanzpolitische Teil der Konvergenzkriterien - Staatsdefizit und Schuldenstand - bereitet weiterhin keine Schwierigkeiten. Die langfristigen Zinsen entsprechen den Vorgaben aus Brüssel. Nur auf der Inflationsseite drückt noch der Schuh; allerdings hat sich der Verbraucherpreisindex mit einer Jahresrate von 2,1 Prozent im November wieder deutlich verlangsamt, nachdem die Vormonate aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise Anlaß zur Sorge gaben. Die Notenbank ist besonders erfreut über den Rückgang der Produzentenpreise. Die Risiken, daß steigende Produzentenpreise auf die Verbraucherpreise überschwappen und zu einem generellen Anstieg des Preisniveaus führen, sei geringer geworden, schreibt die Notenbank in ihren jüngsten Verlautbarungen. Auch die mit einer Jahresrate von einem Prozent relativ niedrige Kernrate der Inflation deute darauf hin, daß die makroökonomischen Risiken für die Preisentwicklung verhältnismäßig gering seien. Lediglich die Energiepreise können nach Ansicht der slowenischen Notenbank die Einführung des Euro am 1. Januar 2007 noch gefährden. (C.K.)

Estland

Estland, das dem Wechselkursmechanismus II als Vorstufe zum Euro zusammen mit Slowenien und Litauen 2004 beigetreten ist, sieht sich als wirtschaftliches Musterland unter den zehn Beitrittsstaaten. Daher schmerzt es die Esten, daß der angestrebte Beitritt zur Währungsunion zum 1. Januar 2007 wegen der hohen Inflation stark gefährdet ist. Vor zwei Jahren hatte Estland nach Meinung der EU-Kommission besser als jedes andere Beitrittsland die wirtschaftliche Annäherung an die EU geschafft. Damals aber lag die Inflationsrate bei 1,4 Prozent. Im November 2005 hingegen betrug sie 4 Prozent. Das ist nach Lettland die höchste Rate unter den Beitrittsstaaten. Bei anderen Kriterien dagegen glänzt Tallinn, etwa mit einem Haushaltsüberschuß von 1,7 Prozent und einer Staatsverschuldung von 5,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2004, der weitaus niedrigsten innerhalb der Union. Neben der Inflation kann auch die Rechtslage noch eine Hürde darstellen. Estland hofft, daß die Änderung der Finanzgesetze den Anforderungen aus Brüssel an die Befugnisse der Notenbank genügt. Schwerer wird es, rechtzeitig die Inflation einzudämmen, wiewohl sie seit dem Höchststand im September schon sinkt. Zu diesem Zweck soll ein inflationsförderndes Steuergesetz verschoben werden. Mit einem Wirtschaftswachstum von nahezu elf Prozent im dritten Quartal 2005 wird Estland nur noch von Lettland übertroffen. Der Ministerpräsident wie auch der Notenbankpräsident in Tallinn streben weiterhin einen Beitritt in einem Jahr an, wissen aber, daß das nicht selbstverständlich ist. (vL.)

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