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Opfer des Anschlags in London : „Sagt ihnen, Chrissy hat euch geschickt“

  • Aktualisiert am

Polizisten legen am Montag Blumen in London nieder. Bild: AFP

London ist eine internationale Stadt, Menschen aus der ganzen Welt saßen in den Kneipen, als die Terroristen zuschlugen. Die Eltern einer getöteten Kanadierin geben eine bewegende Erklärung ab.

          Zu den Unsitten nach Terroranschlägen gehört es, dass Boulevardmedien Details über Opfer veröffentlichen, ohne dass die Angehörigen dem zugestimmt haben. Manchmal gehen Familien aber selbst an die Öffentlichkeit, um ihre Trauer über einen geliebten Menschen mit anderen zu teilen – oder die Aufmerksamkeit nicht komplett den Tätern zu überlassen.

          So hat es die Familie von Christine Archibald gemacht. Die 32 Jahre alte Kanadierin wurde laut einer Mitteilung ihrer Angehörigen am Samstagabend in London von den Terroristen getötet. Der britische „Guardian“ zitierte aus dem Schreiben der trauernden Familie. Bevor ihre Tochter und Schwester in die Niederlande zu ihrem Verlobten gezogen sei, habe sie in einer Obdachlosenunterkunft gearbeitet, schrieb die Familie.

          Dieses Foto von Christine Archibald hat ihre Familie zur Veröffentlichung freigegeben. Sie starb bei dem Terroranschlag in London am Samstag.

          „Sie hatte für jeden Menschen einen Platz in ihrem Herzen.“ Die Familie rief dazu auf, dem Vorbild von Christine Archibald zu folgen: „Bitte ehrt sie, in dem ihr eure Gemeinde zu einem besseren Ort macht. Engagiert Euch für Obdachlose und sagt ihnen, Chrissy hat euch geschickt.“

          Wie viele andere Betroffene waren Christine Archibald und ihr Verlobter in London nur zu Besuch. Der Mann hatte Medienberichten zufolge dienstlich in der Stadt zu tun, das Paar soll über die London Bridge spaziert sein, als die Terroristen plötzlich mit einem Bus in eine Menschenmenge rasten. Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, sprach allen betroffenen Familien sein Beileid aus und ergänzte in einer Mitteilung am Sonntag, er sei untröstlich, dass auch eine Kanadierin unter den Toten sei.

          Ein Franzose wurde getötet

          Gerade in dem Kneipenviertel in der Nähe der London Bridge sind immer viele Touristen unterwegs, Menschen aus aller Welt arbeiten in den Bars. Französische Medien berichteten, dass ein junger Franzose von den Terroristen erstochen worden sei, der während des Angriffs in einer der Kneipen gearbeitet habe. Das Außenministerium in Paris bestätigte, dass ein Franzose getötet wurde, ohne Angaben zu dessen Identität zu machen. Es werde aber noch ein weiterer Franzose vermisst, mehrere lägen im Krankenhaus. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian will am Montag nach London reisen, um dort Angehörige der französischen Opfer des Anschlags zu treffen, wie aus seinem Umfeld verlautete.

          Auch der Premierminister von Australien, Malcolm Turnbull, bestätigte, dass vier seiner Landsleute von dem Anschlag direkt betroffen seien. Über den Zustand von zwei Australiern sei man „ernsthaft besorgt“. Er sagte laut dem britischen „Telegraph“: „Insgesamt leben 130.000 Australier in Groß-Britannien. Und viele australische Besucher waren bei der Attacke in der Nähe.“ Eine Australierin wurde Medienberichten zufolge mit einem Messer attackiert, als sie gerade ihre Schicht in einem Restaurant an der London Bridge beendet hatte und in einer Bar daneben ein Feierabendbier trank.

          Das Auswärtige Amt hatte am Sonntag in Berlin mitgeteilt, dass unter den Verletzten auch zwei Deutsche seien. BBC berichtete am Sonntag, dass ein schwerverletzter Neuseeländer stundenlang operiert worden war. Von den etwa 50 Menschen, die beim Terroranschlag von London verletzt wurden, befanden sich am Montag 18 noch in kritischem Zustand. Mindestens sieben Menschen waren getötet worden. Die drei Terroristen wurden von der Polizei erschossen.

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