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F.A.Z.-Sprinter : Zu viel Nitrat im Würstchenwasser

Unser Autor: Felix Hooß Bild: Robert Wenkemann

Während Italiens führende Köpfe noch das Machtverhältnis innerhalb ihrer Zweckehe ausloten, hat die deutsche Delegation ganz andere Sorgen. Was heute sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

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          Das sind doch wunderbare Voraussetzungen für harmonische Gespräche: Die einen bezeichneten die anderen schon mal als „Würstchen“ und „kriechende Aasgeier“, die anderen warnten vor den einen als „notorische Lügner“, die die Milliarden der Italiener verbrennen. Die aufkeimende Liaison zwischen Partito Democratico („Würstchen“) und Fünf-Sterne-Bewegung („Lügner“) wird ganz sicher keine Liebesheirat werden, zu groß ist die gegenseitige Verachtung. Die potentiellen Partner haben vom italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella noch bis heute Abend Zeit bekommen, um eine Koalition zu schmieden, wetten sollte man auf deren Zustandekommen nicht. Für die „Cinque Stelle“ um ihren Gründer, den Komiker Beppe Grillo, gehört die Abgrenzung von den Sozialdemokraten quasi zum Gründungsmythos, wie unser Italien-Korrespondent Matthias Rüb beschreibt. Falls es mit der Alternativregierung nicht klappt, läuft alles auf Neuwahlen heraus, die sich Innenminister Matteo Salvini so sehr wünscht. Vorsorglich warnte er seine Landsleute, ein linkes Bündnis werde „Italien sogleich an Angela Merkel verkaufen“. Aiuto!

          Felix Hooß
          Koordinator für Premium-Inhalte bei FAZ.NET.

          Definitiv gewählt wird am Sonntag in Sachsen und Brandenburg. In Potsdam könnte die AfD ihr Ergebnis von vor fünf Jahren verdoppeln, vielleicht stärkste Kraft werden. Das wäre wohl der endgültige Durchbruch eines Mannes, den Gegner, aber auch Kritiker innerhalb der AfD als klug und gefährlich beschreiben: Andreas Kalbitz ist Landesvorsitzender und Fraktionschef im Potsdamer Landtag, darüber hinaus einflussreichster Mann des „Flügels“, der rechtsnationalistischen Strömung in der AfD, neben Björn Höcke. Kalbitz hatte zuletzt Greta Thunberg vor Schülern medienwirksam als „zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen“ bezeichnet. Wie er ansonsten eher im Stillen die Fäden in seiner Partei zieht, warum er als möglicher Nachfolger Alexander Gaulands gehandelt wird und welche Rolle fragwürdige Kontakte seiner Vergangenheit dabei spielen, beleuchtet der Text meines Kollegen Markus Wehner.

          Eine Dienstreise der unangenehmen Art müssen Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) und Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) heute antreten. Sie fahren nach Brüssel, um dort ein Verfahren gegen Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zu verhindern. Der Nitratwert im Grundwasser ist zu hoch, die EU-Kommission hatte Deutschland deswegen bereits verklagt. Klöckner und Schulze wollen Landwirte dazu bringen, weniger Gülle auf den Feldern aufzubringen, und haben dafür schon neue Vorschläge gemacht. Ob das ausreicht oder es der Kommission mit Deutschland endgültig stinkt, erweist sich beim Treffen mit EU-Umweltkommissar Karmenu Vella.

          Und sonst? Beginnen heute die Internationalen Filmfestspiele in Venedig mit dem französisch-japanischen Eröffnungsfilm „La vérité (The Truth)“. Veröffentlicht die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg ihren aktuellen Konsumklima-Index. Wird das ifo-Bildungsbarometer 2019 vorgestellt, das sich der Frage widmet, wie die Deutschen über Bildungsungleichheit zwischen Kindern aus reicheren und ärmeren Familien denken.

          Die Nacht in Kürze:

          -Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner droht Brasilien. Das Land müsse endlich etwas gegen die Amazonas-Waldbrände unternehmen.

          -Alexander Zverev gewinnt einen Tag nach dem Erstrunden-Aus von Angelique Kerber sein Match bei den US Open.

          -Der Pharmakonzern Purdue ist in der Opioid-Krise in den Vereinigten Staaten offenbar zu einer Zahlung in Milliardenhöhe bereit.

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