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F.A.Z.-Sprinter : Was wird aus Rackete – und was passiert auf der „Alan Kurdi“?

Unser Autor: Sebastian Eder Bild: Robert Wenkemann

Die EU hat sich immer noch nicht auf einen neuen Kommissionspräsidenten einigen können, in Italien beginnt die Vernehmung der Kapitänin der „Sea-Watch 3“ und Trump verhandelt wieder mit Kim. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          2 Min.

          Es war Sonntagnachmittag, als das Gerücht konkrete Formen annahm: Nicht der Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, sondern der niederländische Sozialdemokrat Frans Timmermans, Vertreter der zweitstärksten politischen Kraft im Europäischen Parlament, könnte nächster EU-Kommissionspräsident werden. Am Abend sollten auf dem Sondergipfel zur Besetzung der EU-Spitzenposten in Brüssel dann Fakten geschaffen werden. Doch die Verhandlungen ziehen sich weiter in die Länge.

          Sebastian Eder
          Redakteur im Ressort „Gesellschaft & Stil“.

          Dass die europäischen Spitzenpolitiker keine ruhigen Jahre vor sich haben, zeigt der Konflikt um Carola Rackete. Am Sonntag schaltete sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit deutlichen Worten ein: Italien sei EU-Gründungsstaat, „und deshalb dürfen wir von einem Land wie Italien erwarten, dass man mit einem solchen Fall anders umgeht“. Rackete, der deutschen Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“, droht in Italien eine Haftstrafe, nachdem sie ohne Erlaubnis auf Lampedusa angelegt hat. Am Montag wird ihre Vernehmung und eine mögliche Bestätigung des Haftbefehls erwartet. F.A.Z.-Innenpolitik-Chef Jasper von Altenbockum schreibt in seinem Leitartikel, dass die Sea-Watch-Aktivisten die Moral auf ihrer Seite haben: Ihr Anliegen, die Verteidigung der Menschenrechte, lasse sich „nicht dadurch beiseite wischen, dass die Bekämpfung von Schleppern oder die Abschottung Italiens höher zu bewerten wäre“.

          In dieser Woche könnte es auch auf einem anderen Rettungsschiff ernst werden, das (anders als die „Sea Watch 3“) unter deutscher Flagge durchs Mittelmeer fährt: Die „Alan Kurdi“ steuert auf die Such- und Rettungszone vor Libyen zu. Mit an Bord ist meine Kollegin Julia Anton, die auf FAZ.NET über die Mission der deutschen Nichtregierungsorganisation Sea-Eye berichtet. In ihrem jüngsten Text hat sie beschrieben, was die Crewmitglieder schon alles erlebt haben. In dieser Woche könnten Flüchtlinge an Bord der „Alan Kurdi“ aufgenommen werden – wie es dann weitergeht? Julia Anton wird berichten.

          Die F.A.Z.-Korrespondenten Friederike Böge und Patrick Welter beschreiben in der Montagsausgabe der Zeitung das historische Treffen von Trump und Kim: Als erster amtierender Präsident Amerikas hat Trump am Sonntag nordkoreanischen Boden betreten – und mit Kim die Wiederaufnahme der Atomverhandlungen vereinbart. „Schön Sie zu sehen“, sagte ein strahlender Kim zur Begrüßung. „Ich hätte nie gedacht, dass ich Sie an diesem Ort treffen würde.“ F.A.Z.-Redakteur Peter Sturm schreibt in seinem Kommentar: „Donald Trump ist zwar bis mindestens Ende 2020 im Hauptberuf Wahlkämpfer. Aber selbst er kann sich auf Dauer nicht nur mit schönen Bildern zufriedengeben.“

          Und sonst? Reist die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer nach Israel. Gibt die Bundesagentur für Arbeit die deutschen Arbeitsmarktdaten für den Juni bekannt. Besuchen Bundesinnenminister Horst Seehofer und Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die Stadt Görlitz. Startet die Berliner Modewoche. Finden beim Tennisturnier in Wimbledon Erstrunden-Spiele statt. Und erklärt Till Reiners in unserem Podcast „Am Tresen“, warum Laberpodcasts so erfolgreich sind.

          Die Nacht in Kürze

          Nachdem die TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf einen Spendenaufruf gestartet hatten, sind bisher mehr als eine Million Euro zusammengekommen. Gespendet wurde auch in Italien, wo die Kapitänin des Seenotrettungschiffs „Sea-Watch 3“ am Wochenende festgenommen wurde.

          In Bremen haben sich die SPD, Linke und die Grünen auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Damit bilden sie die erste rot-grün-rote Regierung in einem westdeutschen Bundesland.

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