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F.A.Z. Sprinter : Looking for Freedom

Unser Sprinter-Autor: Martin Benninghoff Bild: Robert Wenkemann

Nur ein historisches Ereignis oder Fingerzeig für die konfliktbeladene Gegenwart? Diese Woche wird des Mauerfalls gedacht. Was sonst wichtig ist, bringt der F.A.Z.-Sprinter.

          2 Min.

          Mit Ausnahme der Tatsache, dass David Hasselhoff nun regelmäßig in Berlin singt, ist dem Mauerfall nichts vorzuwerfen. Im Ernst: Die friedliche Revolution vom 9. November 1989 ist ein Datum, auf das die gesamte Bevölkerung in Ost und West stolz sein darf (Lesetipp: Impressionen aus den letzten düsteren Monaten der DDR, hier Podcast-Tipp). Die Feierlichkeiten in Berlin und anderswo, die heute starten und die ganze Woche bis zum Stichtag am Samstag andauern, sind ein willkommener Anlass zum Innehalten und zur Freude, gemäkelt wird dann gleich wieder im zweiten Absatz. Gerade weil die Erinnerung an diesen Tag noch in vielen Köpfen frisch ist und die ökonomische sowie mentale Einheit 30 Jahre nach dem Mauerfall und 29 Jahre nach der Wiedervereinigung noch nicht vollendet sind, erstarren die Feierrituale eben nicht nur in staatstragender Historisierung. Das ist eine Chance, ein bisschen von diesem freudigen Pathos für die Problemfelder der aktuellen Welt- und Innenpolitik abzuzweigen.

          Zum Beispiel: Amerikas Außenminister Mike Pompeo reist diese Woche nach Berlin und durch die Republik, um amerikanische Truppen und die Bundesregierung zu besuchen. Es ist auch ein persönlicher Trip für den Chefdiplomaten Donald Trumps: In den achtziger Jahren war er als Soldat an der deutsch-deutschen Grenze stationiert. Nach seinem Amtsantritt hatte er sich allerdings lange Zeit gelassen, um Deutschland zu besuchen. Das deutsch-amerikanische Verhältnis ist seit Trumps Amtsantritt gestört, wobei wir dann wieder beim Mäkeln sind: Die schönen Feiertagsreden können nur mühsam über den Zustand der aktuellen Politik hinwegtrösten, etwa auch wenn Außenminister Heiko Maas heute nach Ungarn fährt, um dort seinen ungarischen Kollegen Peter Szijjarto aus dem Kabinett Viktor Orbáns sowie Zeitzeugen der Vorgänge um den Mauerfall vor 30 Jahren zu treffen. Der Zustand der ungarischen Demokratie wird nicht nur in Berlin mit Sorge betrachtet: Bleibt die Frage, was von der Freiheit '89 ausgerechnet in diesem Land, wo der „Eiserne Vorhang“ nach Österreich fiel, noch bleibt.

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          Ein anderes Land, das sich Jahrzehnte verschlossen hat, öffnet sich ebenfalls, aus anderen Beweggründen, allerdings auch nur bedingt freiwillig: Saudi-Arabien vergibt seit einiger Zeit Touristenvisa und plant für die Zeit nach dem Öl. Die saudische Wirtschaft soll umgebaut werden, weg von dem einzigen Devisenbringer, und dabei steht vor allem der staatliche Ölförderer Aramco, eine Art Staat im Staate, im Mittelpunkt. Gestern gab Riad den Startschuss für den Börsengang. Anfang Dezember könnte die Aktie erstmals gehandelt werden. Aramco könnte dann das teuerste börsennotierte Unternehmen der Welt werden. Allerdings sind ein paar Risiken zu bedenken: der Krieg im Jemen, der Konflikt mit Iran, und die komplette Intransparenz des Unternehmens sowie (partiell) der Ölvorräte unterm Wüstensand.

          Und sonst: Geht die Suche nach einem Nachfolger für den entlassenen Bayern-Trainer Niko Kovac los. Wird ein Nachfolger für den britischen Parlamentspräsidenten John Bercow gewählt. Gibt es doch noch keine Ergebnisse in Sachen Grundrente: Eine Einigung soll nun am 10. November verkündet werden. Trifft sich die Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel mit den Spitzen der Autoindustrie, Thema: Elektromobilität. Startet VW in Zwickau die Produktion des E-Autos ID.3. Reist der spanische König Felipe nach Barcelona: Da er sich zuletzt mehrmals negativ über die katalanischen Separatisten geäußert hat, wird mit Protesten gerechnet (am nächsten Sonntag sind abermals Parlamentswahlen in Spanien.)

          Die Nacht in Kürze

          -Donald Trump mischt sich in die britische Wahlkampf-Politik ein: Er könne sich nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU ein Bündnis mit Premierminister Boris Johnson für bessere Handelsbeziehungen sehr gut vorstellen, sagte er im Weißen Haus.

          -Nach den Morddrohungen gegen die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Claudia Roth herrscht in Deutschland über die Parteigrenzen hinweg Bestürzung. Politiker-Kollegen fordern einen konsequenten Kampf gegen den Rechtsextremismus.

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