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F.A.Z.-Sprinter : Kein Brexit im Oktober

  • Aktualisiert am

Unser Sprinter-Autor: Cai Tore Philippsen Bild: Robert Wenkemann

Der Brexit muss warten – denn die britischen Abgeordneten wollen mehr Zeit. Währenddessen geht AKK ein riskantes Manöver ein und ein NPD-Ortsvorsteher muss seinen Platz räumen. Was sonst wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

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          Wie viel Zeit brauchen Sie, um mit Ihrem Mann (oder der Gattin) ein neues Sofa auszusuchen? Auch darum ging es am Dienstagabend im britischen Unterhaus. Er könne nicht nach nur drei Tagen Debatte über das Brexit-Abkommen abstimmen, sagte der Labour-Abgeordnete Karl Turner, diese Zeit würde nicht einmal ausreichen, um mit seiner Frau ein Sofa auszusuchen. Das sah die Mehrheit der Abgeordneten im Unterhaus ebenso und fügte Premier Boris Johnson beim Votum über dessen ehrgeizigen Zeitplan eine deftige Niederlage zu. Zuvor hatte Johnsons Abkommen mit der EU eine erste Hürde genommen, das Parlament stimmte im Grundsatz zu – erstmals. Sieg und Niederlage im Minutenabstand. Was bedeutet das für den Brexit? Zum 31. Oktober scheint er nahezu ausgeschlossen, es wird eine weitere Verlängerung geben. Ansonsten hilft unser London-Korrespondent Jochen Buchsteiner unermüdlich, den Überblick für Sie zu behalten. Den hat selbst der Brexit-Minister verloren, schreibt er in seiner Analyse.

          Keinen Überblick mehr hatte am Dienstag auch die SPD, als Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU überraschend eine Schutzzone in Nordsyrien verschlug. Außenminister Heiko Maas und Vizekanzler Olaf Scholz eilten kurzfristig zu einem Treffen mit Kramp-Karrenbauer und Kanzlerin Angela Merkel – nach einer halben Stunde gingen die vier auseinander und wortlos an den wartenden Journalisten vorbei. AKK hat den Koalitionspartner schwer düpiert. Und sie ist ein hohes Risiko eingegangen. Scheitert ihre Initiative krachend oder geht sie sang- und klanglos unter, könnte das ein weiterer Sargnagel für ihre Kanzlerkandidatur sein, kommentiert Politik-Herausgeber Berthold Kohler. Die Präsidenten von Russland und der Türkei, Putin und Erdogan, verhandelten unterdessen eine Verlängerung der Waffenruhe in Nordsyrien und vereinbarten gemeinsame Patrouillen.

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          Den Überblick wiedergewonnen hat dagegen der Ortsbeirat des Stadtteils Waldsiedlung im hessischen Altenstadt. Anfang September hatte dieser Ortsbeirat den stellvertretenden Vorsitzenden und Landesschatzmeister der rechtsextremen NPD, Stefan Jagsch, einstimmig zu ihrem Vorsitzenden gewählt und so die kleine Gemeinde weit über die Grenzen Hessens bekannt gemacht. Dieser „Blackout der Demokratie“ ist nun mit der Abwahl von Jagsch beendet worden. Der sprach von „Hysterie und Hetzjagd“ und inszenierte sich noch einmal als Musterdemokrat, hat mein Kollege Julian Staib beobachtet.

          Und sonst? Steht Bayer Leverkusen nach der dritten Niederlage (0:1 bei Atletico Madrid) im dritten Vorrundenspiel vor einem frühen Aus in der Champions League. Hatte auch Bayern München bei Olympiakos Piräus mehr Mühe als erwartet. Versucht AfD-Mitbegründer Bernd Lucke noch einmal in Hamburger Universität eine Vorlesung zu halten, in der vergangenen Woche hatten Störer das verhindert.

          Die Nacht in Kürze

          -In Chile hat Präsident Sebastián Piñera sich in einer Fernsehansprache bei seinem Volk entschuldigt und Reformen versprochen. Seit Tagen halten Proteste nicht nur in der Hauptstadt das Land in Atem.

          -In den Vereinigten Staaten wird es für Donald Trump in der Ukraine-Affäre immer enger. Ein Top-Diplomat hat in einer Anhörung vor dem Kongress Vorwürfe gestützt, denen zufolge der Präsident seine parteipolitischen Interessen über die seines Landes gestellt haben soll.

          -In Russland hat ein Krisengespräch zwischen Putin und Erdogan Ergebnisse hervorgebracht: Neben einer verlängerten Feuerpause einigten beide sich auf gemeinsame Patrouillen in Nordsyrien.

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