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F.A.Z.-Sprinter : Katermorgen nach dem Überraschungsabend

Unser Sprinter-Autor: Bastian Benrath Bild: Robert Wenkemann

Kommt nach dem Geschacher der Kater? Es scheint, als haben sie in Brüssel nicht verstanden, was Demokratisierung bedeutet. Was sonst heute noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Nach dem überraschenden Vorschlag der Staats- und Regierungschefs für Ursula von der Leyen als künftige Kommissionspräsidentin der EU dürfte heute in Brüssel die große Diskussion einsetzen, denn das Europäische Parlament muss den Kandidaten der Staats- und Regierungschefs noch wählen. Dass die Volksvertreter diesem Wunsch die Zustimmung versagt hätten, ist bisher noch nicht vorgekommen – eine institutionelle Krise wäre die Folge. Die EU kann sich (nicht nur) wegen des Brexits eine Selbstblockade nicht leisten, wie F.A.Z.-Herausgeber Berthold Kohler kommentiert.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Doch erst einmal wählt das Parlament heute seine neue Präsidentin oder seinen neuen Präsidenten. Den Ergebnissen des Gipfels von gestern Abend zufolge, soll für eine Hälfte der Legislaturperiode ein Sozialdemokrat das Amt übernehmen und für die andere Hälfte Donald Tusk für die Fraktion der Konservativen. Ob sich die Parlamentarier heute an diese Vorgabe halten, dürfte einen Vorgeschmack darauf liefern, ob von der Leyen tatsächlich das höchste Brüsseler Amt bekommt.

          Dennoch: So viele Menschen wie zuletzt vor 20 Jahren haben an der jüngsten Europawahl teilgenommen. Damit haben sie demonstriert, dass sie als Bürger die europäische Politik mitbestimmen wollen. Und nun wird im vielbeschworenen Brüsseler Hinterzimmer eben doch eine Kandidatin ausgekungelt, die auf keinem Wahlzettel stand und auf die man – Hand aufs Herz – in ihrem Heimatland verzichten kann. „Vor der Wahl wird pikiert die Nase gerümpft, wenn ‚Die Partei‘ mit dem karikierenden Slogan ‚Für Europa reicht’s‘ antritt. Nun könnte genau dieser Slogan zum Leitsatz für die wichtigste Personalentscheidung werden.“ Braucht es erst Kevin Kühnert, um auf den Punkt zu bringen, wie die Entscheidung der Staats- und Regierungschefs wirkt?

          Apropos Schwächen der EU: Nach dem Dürresommer 2018 stellt der deutsche Bauernverband heute seine Ernteprognose für dieses Jahr vor. Wollen wir wetten, dass Bauernpräsident Joachim Rukwied dabei in seiner Rede auf kreative Weise die Wörter „EU“, „Subventionen“ und „Notwendigkeit“ miteinander verbindet? Obwohl eine Kürzung angekündigt ist, machen Agrarsubventionen und Strukturförderung bislang fast drei Viertel aller EU-Ausgaben aus.

          Ein ernstes Thema beschäftigt indes heute den Bundesgerichtshof. Die obersten deutschen Strafrichter verhandeln in Leipzig darüber, ob es für Ärzte rechtens ist, Sterbende beim Suizid zu begleiten. Zwei Mediziner in Berlin und Hamburg hatten mehrere alte Frauen auf deren ausdrücklichen Wunsch hin nicht wiederbelebt, nachdem sie ein tödliches Medikament eingenommen hatten. Wer ein Gefühl dafür bekommen will, wie sich Menschen fühlen, die andere beim Sterben begleiten, dem sei diese einfühlsame Reportage ans Herz gelegt, die wir vor gut einem Jahr veröffentlicht haben.

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          Und sonst? Fällt das Urteil über den ehemaligen Regensburger Bürgermeister Joachim Wolbergs, der für Parteispenden einem Bauunternehmer ein lukratives Grundstück zugeschanzt haben soll. Tritt zum ersten Mal die neue Bremische Bürgerschaft zusammen, nun mit der CDU als größter Fraktion. Und eröffnet im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund eine Ausstellung über Sepp Herbergers Briefe an die Weltmeister-Nationalmannschaft von 1954. Das Band durchschneiden soll der letzte noch lebende der Mannschaft des Wunders von Bern, Horst Eckel.

          Die Nacht in Kürze

          -Carola Rackete, Kapitänin des Seenotrettungsschiffs „Sea Watch 3“ wurde freigelassen. Italiens Innenminister Salvini ist erzürnt über die Richter-Entscheidung. Hilfsorganisationen zeigten sich erleichtert.

          -Bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager im libyschen Tripolis sind mehrere Dutzend Menschen getötet worden. Die Spannungen in dem Krisenstaat hatten sich zuvor verschärft. 

          -Bei der Copa America hat Brasilien seinen Erzrivalen Argentinien aus dem Turnier geworfen.

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