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F.A.Z.-Sprinter : Die Zeit läuft ab

Unser Sprinter-Autor: Oliver Georgi Bild: Robert Wenkemann

So kann, so darf es nicht mehr weitergehen. Das gilt nicht nur für den Raubbau an der Umwelt – sondern offenbar auch für Italiens Regierung. Was heute sonst wichtig wird, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          Profis hin oder her: Wenn heute in Bonn wieder die „Fridays for Future“-Demonstranten auf die Straße gehen, dann haben sie wieder alle Argumente auf ihrer Seite. Denn gestern hat der Weltklimarat IPCC der Vereinten Nationen noch einmal in größtmöglicher Deutlichkeit verkündet, was bis auf Donald Trump längst alle wissen: So kann, so darf es nicht mehr weitergehen mit dem Raubbau an der Umwelt. Der Sonderbericht liest sich dramatisch: Der weltweite Temperaturanstieg über den Landmassen hat bereits 1,53 Grad erreicht; in Folge des Klimawandels ist die Zahl der Dürren und Hitzewellen global deutlich gestiegen. Die Experten fordern deshalb einen besseren Schutz der Wälder, vor allem aber eine grundlegende und schnelle Kehrtwende bei der Landnutzung. Es bleibt zu hoffen, dass diejenigen, die den Demonstranten noch immer mit Geringschätzung begegnen, endlich aufwachen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. In seinem lesenswerten Text analysiert mein Kollege Joachim Müller-Jung, wieso die Sache aus Sicht der Wissenschaft völlig klar ist: Die Rettung der Erde, wie wir sie kennen, ist ein Wettlauf gegen die Zeit, der ohne eine Zeitenwende nicht zu gewinnen ist. Und in seinem Leitartikel schreibt er, warum der IPCC-Bericht den Forst- und Landwirten jede Illusion nimmt: „Nichts wird so bleiben.“

          Oliver Georgi

          Redakteur in der Politik.

          In Italien stehen die Zeichen derweil wieder auf Krise, seit die Regierungskoalition von Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini sich kurz vor dem Bruch befindet. Salvini dringt auf Neuwahlen, weil er mit der Fünf-Sterne-Bewegung nicht mehr weitermachen will. Die hatte am Mittwoch im Senat gegen ein umstrittenes Bahnprojekt gestimmt, das Salvinis Lega befürwortet – und so wartet Italien wieder einmal darauf, ob eine Regierung in Rom eine Halbwertszeit erreichen kann, die die eines Schneemanns im apulischen Sommer übertrifft. 

          Für die Menschen im Neuwieder Becken bei Koblenz läuft an diesem Freitag unterdessen eine Halbwertszeit ganz anderer Art ab: Mehr als 33 Jahre, nachdem das AKW Mülheim-Kärlich dort am 1. März 1986 in Betrieb genommen wurde, sollen dort heute die Reste des Kühlturms in einer großen Staubwolke in sich zusammenfallen. Das Kernkraftwerk erlangte traurige Berühmtheit, weil es nach kaum zwei Jahren Betrieb im September 1988 wieder vom Netz genommen wurde. Grund: Das Baugenehmigungsverfahren war fehlerhaft und die Erdbebengefährdung in dem seismisch aktiven Gebiet nicht ausreichend berücksichtigt. Mehr als 30 Jahre lang war der „Meiler“, wie man in Koblenz sagt, seither ein weithin sichtbares Fanal einer Atompolitik, die viele Risiken zu unterschätzen bereit war. Mit dem Kühlturm fällt heute auch der Glaube an eine Energiegewinnung, der nach Fukushima nicht nur die Kanzlerin, sondern auch viele Menschen am Mittelrhein keine Tränen mehr nachweinen dürften. 

          Und sonst: Gedenkt Japan der Opfer des Atombombenabwurfs auf Nagasaki vor 74 Jahren. Findet auf Mallorca zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder ein Stierkampf statt. Wird in Berlin der Untersuchungsausschuss zum Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz fortgesetzt. Wird in Los Angeles am 50. Jahrestag des Mordes an der Schauspielerin Sharon Tate durch Mitglieder der Manson-Familie gedacht. Unsere Mitarbeiterin Christiane Heil beschreibt in ihrem Text, wie die Tate-LaBianca-Morde vor 50 Jahren Amerika erschütterten.

          Die Nacht in Kürze

          Die Vereinigten Staaten drohen Deutschland mit Truppenabzug: Donald Trump erwägt offenbar eine Truppenverschiebung in ein Land, das seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber der Nato nachkommt.

          Seinem französischen Amtskollegen Macron  wirft Trump vor, sich in die amerikanische Iran-Politik einzumischen: „Niemand spricht für die Vereinigten Staaten.“

          Derweil hat der amerikanische Präsident einen vorläufigen Geheimdienstdirektor ernannt: den bisherigen Leiter des nationalen Terrorabwehrzentrums Joseph Maguire.

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