https://www.faz.net/-gpc-9opi0

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

F.A.Z.-Sprinter : Der amerikanische Napoleon

Unser Sprinter-Autor: Jasper von Altenbockum Bild: Robert Wenkemann

Donald Trump feiert seine Unabhängigkeit, und Volker Bouffier haut auf den Tisch. Was sonst noch wichtig ist, steht im F.A.Z.-Sprinter.

          In Washington hat in der Nacht eine Parade stattgefunden, die eigentlich die Gründung der Vereinigten Staaten im Jahr 1776 feiern soll. Dreizehn britische Kolonien erklärten damals am 4. Juli ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Washington, die Stadt, gab es damals noch gar nicht. Auch einen Präsidenten nicht. Das ist einer der Gründe, warum die Feiern am 4. Juli im ganzen Land und auch in Washington bislang ganz ohne den Präsidenten auskamen.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Aber in diesem Jahr kannte der 4. Juli nur eine Botschaft: Trump! Als wolle er auf der Treppe des Lincoln Memorials seine ganz persönliche Unabhängigkeit feiern. Die Militärparade, die zum ersten Mal stattfand und mit der sich der Präsident zum Ärger seiner politischen Widersacher in den Vordergrund spielte, hatte er angeblich dem Nationalfeiertag der Franzosen abgeschaut. Es dürfte deshalb schwerfallen, seine Prunksucht in die Nähe der üblichen Verdächtigen zu rücken, wenn es um Militärparaden geht. Aber hat er nicht doch etwas von einem amerikanischen Napoleon, von einem selbsterklärten Vollender der amerikanischen Revolution? Das trifft es schon eher – auch wenn dazu der Isolationismus nicht passt, der Trump von militärischen Abenteuern (noch) abhält.

          Sprinter – der politische Newsletter der F.A.Z.
          Sprinter – der Newsletter der F.A.Z. am Morgen

          Starten Sie den Tag mit diesem Überblick über die wichtigsten Themen. Eingeordnet und kommentiert von unseren Autoren.

          Mehr erfahren

          Was ist eine solche Machtdemonstration gegen die Botschaft, die 28 irgendwie vereinigte und doch nicht vereinigte Staaten von Europa derzeit abgeben? Das Nachbeben der Nominierung Ursula von der Leyens als Präsidentin der EU-Kommission erschüttert die große Koalition in Berlin, ohne aber ihr vorzeitiges Ende sehr viel wahrscheinlicher zu machen. Volker Bouffier, der Ministerpräsident, taxierte ihr Überleben im Interview mit Eckart Lohse jetzt auf 50:50. Das ist, gemessen an der Zeit unmittelbar nach der Europawahl, sogar ganz gut. Nur der Schlag, mit dem Bouffier auf den Tisch haut, fällt dieses Mal etwas kräftiger aus: „Wenn jetzt einige in der SPD, wie der frühere Vorsitzende Sigmar Gabriel, sagen, die Nominierung von der Leyens sollte man zum Ausstieg aus der Koalition nutzen, kann ich darauf nur antworten: Dann geht!“

          Und sonst? Legt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) gleich drei Gutachten über eine CO2-Bepreisung vor; nimmt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Westbalkan-Gipfel in Posen teil; gibt es voraussichtlich ein Urteil im Prozess gegen den selbsternannten „König von Deutschland“ aus der Reichsbürgerszene.

          Die Nacht in Kürze

          Der Aufsichtsrat von Osram stimt der Übernahme durch die amerikanischen Finanzinvestoren Carlyle und Bain Capital zu, die das Münchner Traditionsunternehmen mit seinen weltweit 26.000 Mitarbeitern komplett übernehmen wollen.

          Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat den Süden Kaliforniens aufgerüttelt. Trotz hunderter Kilometer Entfernung war es noch in Los Angeles zu spüren.

          Forscher haben im Atlantik den weltgrößten Algenteppich gemessen. Er zieht sich von Westafrika bis nach Mexiko und bedroht viele Wasserpflanzen.

          Abonnieren Sie hier den kostenfreien politischen und wirtschaftlichen Newsletter F.A.Z. Sprinter. Der kompakte Überblick über alles, was am Tag wichtig wird. Immer werktags um 6.30 Uhr.

          Weitere Themen

          Trumps Buhmann

          FAZ Plus Artikel: Fed-Präsident Jerome Powell : Trumps Buhmann

          Jerome Powell lenkt die mächtigste Zentralbank der Welt. Der Fed-Chef schlägt eine fast aussichtslose Schlacht – auch gegen seinen eigenen Präsidenten. Nun warten Anleger und Politiker in der ganzen Welt auf eine Rede von ihm.

          Topmeldungen

          Die Pläne der Senderführung beim HR sind ein Misstrauensvotum gegen die eigenen Mitarbeiter.

          Kurs des Hessischen Rundfunks : Weniger Kultur wagen?

          Beim Hessischen Rundfunk soll das Radio-Kulturprogramm hr2 nach dem Willen der Senderführung verschwinden. Die Argumentation für diesen Schritt ist typisch. Sie zeugt von Verachtung – für die Kultur, die Mitarbeiter und die Beitragszahler.

          Muttermilch-Spenden : Ein Milliliter Lebenskraft

          Fridolin und Jonathan sind viel zu früh geboren. Auf der Intensivstation kämpfen sich die Frühchen in diese Welt – auch dank gespendeter Muttermilch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.