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F.A.Z.-Newsletter : Zähe Kämpfe

Unser Autor: Bastian Benrath Bild: Robert Wenkemann

Es ist der Tag der Entscheidungen: über den deutschen Kohleausstieg, die Zulassung von Remdesivir, im Prozess gegen elf Menschenrechtler in der Türkei. Alles Wichtige im Newsletter für Deutschland.

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          Erst ging nichts hin und nichts zurück, dann kam auch noch Platzregen dazu: So ähnlich wie das erste Bundesliga-Relegationsspiel zwischen Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim gestern Abend fühlte sich auch der politische Weg hin zum deutschen Kohleausstieg an. Die eigens dafür eingesetzte Kohlekommission empfahl vor eineinhalb Jahren dafür das Jahr 2038. Doch das war noch lange nicht das Ende der Geschichte: Die jetzigen Betreiber von Kohlekraftwerken fanden die ihnen zugedachten Entschädigungen unzumutbar, Klimaschützer wiederum pochten auf einen früheren Kohleausstieg. Nach einem veritablen Koalitionskrach einigte sich die schwarz-rote Regierung schließlich auf einen neuerlichen Kompromiss – der heute schlussendlich von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden soll. Das Ausstiegsjahr 2038 – in 18 Jahren – ist dabei geblieben, für Kraftwerksbetreiber gab es aber mehr Geld. Gewissermaßen ein Unentschieden also – genauso wie das 0:0 zwischen Bremen und Heidenheim gestern (den Spielbericht gibt es hier zum Nachlesen).

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Einen ebenso zähen, aber noch deutlich ernsteren Kampf führt die Welt weiterhin gegen das Coronavirus. Heute will die deutsche Autoindustrie eine Bilanz des durch die Viruskrise geprägten ersten Halbjahres ziehen. Schon vorab ist klar: Von Januar bis Mai sind in den deutschen Werken so wenige Autos vom Band gelaufen wie seit 45 Jahren nicht. VW als größter Autokonzern der Welt hat im ersten Vierteljahr 2,5 Milliarden Euro weniger Gewinn als im Vorjahresquartal erzielt. Wie stark das Virus speziell die deutsche Wirtschaft trifft, haben wir Anfang der Woche in unserer Daten-Serie „Schneller Schlau“ gezeigt, die künftig wöchentlich auf FAZ.NET und im Wirtschaftsteil der F.A.Z. erscheint.

          Amerika hat indes einen traurigen neuen Rekord von 54.000 neuen Corona-Fällen an einem Tag aufgestellt. Inzwischen trägt sogar der stets die Pandemie kleinredende Präsident Donald Trump eine Schutzmaske – und Facebook und Instagram haben auf eigene Initiative eine Aufforderung zum Maskentragen auf ihre Startseiten gestellt. Grund dafür ist, dass Fachleute eine dramatische Ausbreitung des Virus auf Feiern zum amerikanischen Nationalfeiertag befürchten, der am Samstag ist. Einen kleinen Lichtblick gibt es aber: Zwar gibt es weiterhin keinen Impfstoff gegen Corona, doch das Medikament Remdesivir hat sich als wirksam gegen schwere Verläufe der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit erwiesen. Deshalb wird es heute voraussichtlich von der EU-Kommission zur Behandlung von Sars-Cov-2 zugelassen.

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          Der eingangs erwähnte Regen wird zumindest Norddeutschland heute übrigens voraussichtlich nicht loslassen. Sollten Sie also entscheiden, lieber keinen Schritt vor die Tür zu machen – Homeoffice sei dank –, kann ich Ihnen die umfassend recherchierte Geschichte des jüngsten Finanzskandals der Bundesrepublik ans Herz legen: Meine Wirtschafts-Kollegen Henning Peitsmeier, Michaela Seiser und Franz Nestler haben den Krimi um Wirecard und seinen Vorstandschef Markus Braun detailliert aufgearbeitet und mit dessen Vertrauten gesprochen. Hier online zu lesen und heute auch in der gedruckten F.A.Z.

          Und sonst? Wird in Istanbul voraussichtlich das Urteil über elf Menschenrechtler gesprochen, die vor drei Jahren dort festgenommen wurden, unter ihnen der Deutsche Peter Steudtner. Beginnt ebendort ein anderer Prozess, der die Aufarbeitung des Mordes am regierungskritischen saudischen Journalisten Jamal Khashoggi zum Ziel hat. Kehrt die Formel 1 nach siebenmonatiger Pause auf die Piste zurück: Die ersten Trainingsrunden bilden den Auftakt zum großen Preis von Österreich am Wochenende.

          Die Nacht in Kürze:

          Nach Verhaftung der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell tritt auch Prinz Andrew wieder ins mediale Interesse. Dass die amerikanische Justiz den Herzog von York befragen möchte, löste bei ihm „Verblüffung“ aus.

          Das laufende Jahr ist für den Automarkt das schlimmste seit 30 Jahren. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller spricht von einem 40-prozentigen Einbruch bei Pkw-Zulassungen im Juni.

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