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F.A.Z.-Newsletter : Wilder Westen und frohe Ostern

Unser Autor: Martin Benninghoff Bild: Robert Wenkemann

In Berlin werden zwei Millionen Atemschutzmasken aus China verteilt, in Österreich diskutieren Regierung und Opposition über eine Tracking-App und einige Bundesligavereine nehmen ihr Training wieder auf. Der Newsletter für Deutschland.

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          Sie kennen vielleicht noch Lucky Luke, den „lonesome“ Cowboy aus belgischer Comicproduktion, der nicht nur allerlei Wildwest-Methoden beherrschte, sondern angeblich sogar schneller als sein eigener Schatten schoss. Genau das könnte auch, im übertragenen Sinne, Berlins Innensenator Andreas Geisel am Freitagabend passiert sein, nachdem in Bangkok wohl 200.000 für die deutsche Hauptstadt bestimmte Atemschutzmasken in die Vereinigten Staaten umgeleitet worden waren. Auf Drängen der Regierung in Washington? Der Schuldige war schnell ausgemacht: „Ein Akt moderner Piraterie“, wie Geisel sagte, das seien „Wildwest-Methoden“. Ob die amerikanische Regierung aber wirklich interveniert hat, ist nach diesem Wochenende völlig unklar, und so könnte das Bild des skrupellosen Cowboys eine voreilige Schuldzuweisung sein. Das Ganze zeigt zum jetzigen Zeitpunkt nur, wie sehr der Markt für Atemschutzmasken in der Corona-Pandemie umkämpft ist, und wie harsch der Ton zwischen den Regierungen geworden ist.

          Denn während Washington nicht nur von Berlin vorgeworfen wird, rücksichtslos medizinisches Material zusammenzukaufen, erreichte am Samstag eine große Ladung von zwei Millionen Atemschutzmasken und 300.000 Schutzkitteln aus China den Flughafen von Leipzig. Die Bundeswehr half beim Transport vom Rollfeld nach Berlin, wo die Materialien heute am Montag an Krankenhäuser, Pflegeheime und Polizeidienststellen ausgeliefert werden. Sie funktioniert also wieder, die „Luftbrücke“ nach Berlin. Die Rhetorik bedient sich mittlerweile immer häufiger historischer Vorlagen: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner schlägt eine „nationale Luftbrücke“ vor, um künftig leichter Material aus China nach Deutschland zu bekommen, während EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen „Marshall-Plan für Europa“ fordert. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder traut eher den eigenen Kräften, wenn er von einer „nationalen Notfallproduktion“ spricht, um künftig nicht mehr von Luftbrücken aus Amerika oder China abhängig zu sein. Und die Queen erinnerte gestern Abend an ihre schwierigen Teenager-Jahre im Zweiten Weltkrieg.

          In Österreich dreht sich die Debatte zum Wochenbeginn weiter: Hier plant Bundeskanzler Sebastian Kurz, die Bürger über eine App registrieren und tracken zu lassen. Für diejenigen, die kein vernünftiges Handy haben, soll es mobile Kleingeräte geben, die einem Schlüsselanhänger ähneln. Allerdings regt sich Widerspruch in der Opposition, denn das Ganze könnte obligatorisch werden, also Pflicht. Wer hätte das noch vor einem Jahr zu Ostern gedacht, dass solche Methoden, die man eher aus autoritär regierten Ländern kennt, in einem demokratischen Staat wie Österreich nicht nur diskutiert, sondern auch zügig angewendet werden könnten, und das bei vergleichsweise recht zahmem Widerspruch? Kurz wird sich dazu heute in einer Pressekonferenz äußern. Was es bedeutet, schonend mit den Grundlagen der freien Gesellschaft und liberalen Demokratie umzugehen, führt hier der frühere Verfassungsrichter Udo Di Fabio lesenswert aus.

          Aber wer hätte an Ostern vor einem Jahr auch daran gedacht, dass man zuhause bleiben sollte und selbst die Familie nicht besuchen darf? In dieser Woche beginnen in einigen Bundesländern die Osterferien, für Christen stehen der Karfreitag und Ostern vor der Tür, für die Juden beginnt am Mittwoch das Pessach Fest, die Muslime warten auf den anstehenden Ramadan. Alles Feste von großer religiöser Bedeutung, aber auch sozialer und gemeinschaftlicher: Familien treffen sich, essen gemeinsam, fahren in Urlaub. Was Sie trotz der Kontaktsperre noch tun dürfen, aber lieber lassen sollten, haben wir für Sie hier zusammengestellt: Was Ostern noch erlaubt ist. Sportmachen ist eine Option, und wie das richtig geht, erfahren Sie hier in unserem Gesundheitspodcast.

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          Und sonst? Beraten sich die EU-Justiz- und Verteidigungsminister zu Corona, wie es sich in diesen Tagen gehört: per Video. Nehmen weitere Bundesliga-Vereine nach der Corona-Zwangspause das Training in Kleingruppen wieder auf.

          Die Nacht in Kürze:

          Der britische Premierminister Boris Johnson wurde wegen seiner Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert. Seit zehn Tagen leidet er an hohem Fieber.

          Irlands Regierungschef Leo Varadkar ist ausgebildeter Mediziner. Nun hat er angekündigt, einen Tag pro Woche als Freiwilliger beim Kampf gegen das Virus zu helfen.

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