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F.A.Z.-Newsletter : Trumps Einreise-Bann

Unser Autor: Martin Benninghoff Bild: Robert Wenkemann

Der amerikanische Präsident greift zu drastischen Maßnahmen. Die deutsche Politik, Behörden und Wirtschaft bemühen sich, in Krisenzeiten bedacht zu handeln. Auch die Eintracht hat eingelenkt. Die AfD hingegen hetzt weiter. Alles Wichtige im Newsletter für Deutschland.

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          Die Vereinigten Staaten greifen zu einer drastischen Maßnahme, um die Ausbreitung des Coronavirus in den Griff zu bekommen: Reisende aus Europa dürfen für die nächsten 30 Tagen nicht mehr ins Land einreisen. Aber Donald Trump wäre nicht Trump, würde er nicht gleich noch einen Vorwurf über den Atlantik schicken: Die EU habe nicht dieselben Schutzmaßnahmen wie Amerika ergriffen – und sei deshalb verantwortlich für diesen Schritt.

          In diesen Tagen der Coronavirus-Krise ist es aus der Mode gekommen, sich die Hand zu reichen oder nahe beieinander zu stehen. Im übertragenen Sinne allerdings scheint eher das Gegenteil der Fall zu sein: Die meisten halten zusammen! Man hat den Eindruck, dass Politik, Behörden und Wirtschaft, bei aller zwischenzeitlichen Inkonsistenz, etwa bei der Frage, ob ein Fußballspiel vor Zuschauern oder in Geisteratmosphäre stattfinden soll, ernsthaft bemüht sind, die Krise pragmatisch und unaufgeregt zu meistern. Die Menschen auf der Straße sind auch alles andere als hysterisch, die meisten verhalten sich besonnen. Dass jemand wie der AfD-Sprecher Jörg Meuthen allerdings die von Unsicherheit und auch Sorge vor einem Verlauf wie in Italien geprägte Grundstimmung in der Bevölkerung für sein billiges Ressentiment gegen die Kanzlerin ausnutzt (“Es wird ein Desaster. Jetzt kommt Merkels große Wirtschaftskrise“), zeigt nur eines, wie Wirtschafts-Herausgeber Gerald Braunberger treffend schreibt: „Ein Konservativer oder ein Liberaler würde ein Verhalten, wie es Meuthen jetzt wieder an den Tag legt, sofort als das erkennen, was es ist: als Ausdruck des Fehlens von Anstand.“

          Aber natürlich offenbart auch diese Krise, dass nicht alles rund läuft. Bundeskanzlerin Merkel hat mit ihrem gestrigen Auftritt vor der Bundespressekonferenz klargemacht, dass der Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus Chefsache sein muss. Allerdings steht der in unserem Land stets hochgehaltene Föderalismus in der Kritik: Reicht die Zuständigkeit örtlicher Gesundheitsbehörden beim Infektionsschutz, oder mangelt es an Koordinierung bei einer, wie wir seit gestern wissen, weltweiten Pandemie, die vor Ländergrenzen selbstredend nicht Stopp macht? Die Kehrtwende im Falle Eintracht Frankfurts hat das Vertrauen in die Konsistenz der Krisenpolitik nicht gerade gestärkt: Noch am Mittwochmorgen hieß es, dass Eintracht Frankfurt in der Europa League gegen den FC Basel vor Publikum spielen dürfe, am Abend dann alles zurück auf Los: Die Zuschauer müssen zuhause bleiben. Was sich an der Bewertung der „infektiologischen Lage“ nun innerhalb weniger Stunden geändert haben soll, wissen die Verantwortlichen hoffentlich besser. Fakt ist: Schon zuvor war für die meisten anderen Spiele entschieden worden, dass sie in den nächsten Tagen ohne Publikum über die Bühne gehen müssen.

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          Die Podcast-Kollegen haben sich dieses Themas in der aktuellen Ausgabe des F.A.Z. Podcasts für Deutschland angenommen und ein interessantes Interview mit dem FDP-Politiker Andrew Ullmann geführt, der, ganz nebenbei, noch Universitätsprofessor für Infektiologie und Facharzt ist. „Die Länder sollten die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts umsetzen“, sagt er, und es könne nicht sein, dass „Bayern etwas anderes macht als Hessen...“ Die Ministerpräsidenten der Bundesländer können ja mal reinhören, wenn sie heute nach Berlin fahren, um sich untereinander und mit Merkel zu beraten. Welche Rechte die Verbraucher etwa bei Stornierungen von Flugreisen haben, erfahren Sie in unserem Einspruch-Podcast, den Sie hier hören können.

          Ansonsten berät auch die Europäische Zentralbank über Krisenmaßnahmen, am Nachmittag wird eine Zinsentscheidung erwartet. Und der Preis der Leipziger Buchmesse, die ja bekanntlich wegen der Pandemie ausfällt, wird am Morgen via Deutschlandfunk Kultur verliehen.

          Und sonst? Sehen Sie mir nach, dass der Newsletter heute etwas Corona-lastig ist, immerhin passiert aber auch dieses am Donnerstag: Das rumänische Parlament stimmt über die neue Regierung ab. Spielen in der Europa League Wolfsburg gegen Donezk und die Glasgow Rangers gegen Bayer Leverkusen.

          Die Nacht in Kürze:

          In den Vereinigten Staaten hat Präsident Donald Trump einen Einreisestopp für Reisende aus Europa verhängt. Die Regelung soll zunächst für 30 Tage gelten.

          Italien schließt wegen des Coronavirus fast alle Geschäfte. Nur Apotheken und Lebensmittelgeschäfte dürfen weiter öffnen.

          Sänger Xavier Naidoo hat einmal mehr mit einer umstrittenen, vermeintlich fremdenfeindlichen Aussage von sich reden gemacht. Die Rechten feiern ihn, in den sozialen Netzwerken wird er wegen Rassismus kritisiert. Der Sender RTL hat Konsequenzen gezogen.

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