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F.A.Z.-Newsletter : Tribünenkuscheln in München, „Rosenkrieg“ in Hamburg

Unser Autor: Patrick Schlereth Bild: Robert Wenkemann

Die CSU ärgert sich über ihren Vorzeigeverein, Trump bekommt wieder Oberwasser und für den Komiker Otto Waalkes wird es ernst. Was sonst noch wichtig wird, steht im F.A.Z.-Newsletter.

          3 Min.

          Abstandhalten, das können die Bayern doch eigentlich. Zumindest sportlich gesehen. Der 8:0-Auftaktsieg gegen Schalke in der Bundesliga machte jedenfalls wenig Hoffnung darauf, dass in dieser Saison etwas zu holen ist für die Konkurrenz. Der Aufreger dieses Wochenendes war dann weniger die Leistung auf dem Platz als das Verhalten der Bayern-Führung auf der Tribüne. Die saß nämlich – genau wie die Schalke-Führung – unmaskiert so eng beieinander, als sei sonst kein Platz im menschenleeren Stadion. Fans sollten eigentlich auch kommen, waren aber wegen der Infektionszahlen im deutschen Corona-Hotspot München wieder ausgesperrt worden. Die CSU ist gar nicht erfreut über ihren Vorzeigeklub: Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die Vereinsführung schon öffentlich gerügt, heute könnte Ministerpräsident Markus Söder bei der CSU-Vorstandssitzung nachziehen. Zu seinen bundespolitischen Ambitionen und seiner Macher-Attitüde in der Corona-Krise passt das Betragen der Bayern-Chefetage jedenfalls nicht. In seinem Kommentar wirft mein Kollege Peter Penders die Frage auf, ob es sich um eine „gezielte Provokation“ der Bayern-Führung handelt, die das Hygienekonzept der DFL eigentlich kennen sollte. „Und so gedankenlos können die Vereinsgranden, die den Klub so professionell führen, bei allem selbstverliebten ‚Mia-san-Mia-Gefühl‘ eigentlich nicht sein.“

          Patrick Schlereth

          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Wenn sich einer mit gezielten Provokationen auskennt, dann ist es Donald Trump. Die Pietät währte nicht lange nach dem Tod der langjährigen Verfassungsrichterin und linksliberalen Justizikone Ruth Bader Ginsburg: Nach der Würdigung („an amazing woman who led an amazing life“) kündigte der amerikanische Präsident eine zügige Neubesetzung am Supreme Court an. Noch in dieser Woche will er einen Vorschlag unterbreiten, eine Frau soll es sein. Trumps Eile kommt nicht von ungefähr: Er könnte die konservative Mehrheit im Obersten Gericht der Vereinigten Staaten auf Jahrzehnte zementieren und sich wieder Oberwasser im Wahlkampf verschaffen, nachdem er als Krisenmanager in Corona-Zeiten alles andere als eine gute Figur macht. Unser Korrespondent Majid Sattar hat aufgeschrieben, wie die Vakanz im Supreme Court den Wahlkampf beeinflusst und ob Trump seine Richterkandidatin im Wahljahr wirklich durchpauken kann. Patrick Bahners erklärt im Feuilleton, wie Ginsburg im Kampf für Geschlechtergerechtigkeit die Rolle ihres Lebens fand.

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          Otto Waalkes‘ Rolle ist die des ostfriesischen Komikers, eines seiner liebsten Stilmittel das des banalen Wortspiels, so wie etwa in seinem Sketch „Gerichtsverhandlung“: „Hohes Gewicht, liebe Geschwollenen, Angenagter – Ihnen wird zur Last gelegt, Sie hätten an dem Mast gesägt.“ Nun wird es ernst für den Erfinder des Ostfriesen-Witzes und Ottifanten-Maler, an diesem Montag steht Waalkes nach Informationen der F.A.Z. vor dem Landgericht Hamburg. Sein ehemaliger Manager und Freund Hans Otto Mertens beansprucht die Zahlung offener Forderungen in sechsstelliger Höhe. Es ist das Ende einer Freundschaft, die schon in den Siebzigern begann, als Waalkes und Mertens mit Udo Lindenberg, Marius Müller-Westernhagen, Gottfried Böttger und anderen in einer Wohngemeinschaft in Hamburg lebten, der sogenannten „Villa Kunterbunt“. Die Auseinandersetzung der beiden ehemaligen Freunde erscheint stellenweise fast wie ein „Rosenkrieg“, schreibt mein Kollege Jan Hauser. „Der Prozess gibt Einblick in das meist verborgene Verhältnis zwischen dem Künstler auf der Bühne und dem Manager im Hintergrund.“

          Und sonst? Sprechen die EU-Außenminister in Brüssel über die Entwicklung in Belarus, die Vergiftung des Kreml-Kritikers Nawalnyj und den Streit zwischen Griechenland und der Türkei. Kommen die EU-Handelsminister zu einem informellen Treffen in Berlin zusammen. Beraten Kanzlerin Merkel und die Kultusminister der Länder im Kanzleramt über die Lage der Schulen. Informiert das Statistische Bundesamt zu Eheschließungen in Deutschland im ersten Halbjahr 2020.

          Die Nacht in Kürze:

          Wenn es nach Präsident Trump geht, soll schnell eine neue Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten installiert werden. Sein demokratischer Rivale Biden fordert Trumps Parteifreunde zum Widerstand auf.

          In einem griechischen Flüchtlingszentrum ist abermals ein Feuer ausgebrochen. Mehrere Container brannten nieder. Dutzende Minderjährige wurden aus dem Lager gebracht.

          Von den 1950er bis 1980er Jahren gab es „Trans-Europ-Express“-Züge (TEE). Geht es nach dem Verkehrsminister, sollten die legendären Bahn-Verbindungen zwischen Europas Metropolen neu aufgelegt werden.

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