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F.A.Z.-Newsletter : Mit der Kalaschnikow gegen das Volk

Unser Autor: Oliver Georgi Bild: Robert Wenkemann

In Belarus wächst der Druck der Proteste auf Lukaschenka immer weiter. In Deutschland warten die Behörden derweil auf die zweite Welle des Coronavirus. Was sonst noch wichtig wird, steht im im F.A.Z.-Newsletter.

          3 Min.

          Wann begreifen Despoten, dass die Geschichte gerade über sie hinweg rollt? Seit Wochen gehen in Minsk Tausende auf die Straße, um gegen das Regime des belarussischen Despoten Aleksandr Lukaschenka zu protestieren, am gestrigen Sonntag waren es sogar mehr als Hunderttausend Menschen. Sie gehen auf die Straße, weil sie genug haben von Gewalt, Unfreiheit und staatlicher Repression; weil sie das Ende des Regimes wollen und die historische Chance erkannt haben, die sich ihnen gerade bietet. Die Botschaft, die sie anfangs noch zaghaft, mittlerweile aber immer lauter wie ein Mantra vor sich hertragen, sie lautet: Wir haben keine Angst mehr! Ob Lukaschenka sich dem wachsenden Druck wirklich beugen und man später von einer friedlichen Revolution in Belarus sprechen wird, ist ungewiss. Das Wochenende hatte der Präsident noch als Bedenkzeit ausgegeben, danach gelte „Macht muss Macht sein“, drohte er unverhohlen. Und zeigte am Sonntag, was er unter Macht versteht, als er sich mit einer Kalaschnikow vor dem Minsker Präsidentenpalast fotografieren ließ. Das Regime, so die unmissverständliche Botschaft, ist offenkundig bereit, die Revolution mit Gewalt zu ersticken. 

          Oliver Georgi
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Was wird die neue Woche für Belarus bringen? Unser Korrespondent Friedrich Schmidt beschreibt heute in seinem Stück die Proteste in Minsk und wird Sie auch in den kommenden Tagen über die Geschehnisse auf dem Laufenden halten.

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          In Deutschland wird in dieser Woche noch eine weitere Debatte an Fahrt aufnehmen: Wie reagieren wir auf die stark steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus? Reichen die bislang getroffenen Maßnahmen aus oder müssen die Zügel wieder angezogen werden – etwa durch eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz, wie sie die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer am Wochenende ins Gespräch brachte? Doch selbst, wenn eine solche Maskenpflicht eingeführt würde: Das Problem, dass leider viel zu viele Deutsche glauben, a) das Virus existiere doch gar nicht, b) Die Pandemie und die Maßnahmen gegen sie seien wahlweise eine Erfindung von Angela Merkel, Bill Gates oder von beiden zusammen, c) Der einzige Zweck des künstlich geschaffenen Virus sei die Zwangsimpfung aller Deutschen, damit Bill Gates seine Nano-Computer, mit denen er selbstredend ein horrendes Geld verdient, möglichst flächendeckend in den Blutkreisläufen der Deutschen unterbringt, auf dass die ihm und seinem Komplott aus freimaurerischen Weltlenkern fortan bis zum Ende aller Zeiten hörig sind – dieses Problem wird leider auch eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz nicht lösen.

          An dieser Stelle möchten wir den Blick noch einmal auf die aktuellen Infektionszahlen lenken – gerade in Hessen ist Bill Gates derzeit offenbar sehr aktiv. In einem sehr lesenswerten Stück haben meine Kollegen Christian Geinitz, Mona Jaeger, Timo Steppat und Matthias Wyssuwa heute übrigens aufgeschrieben, wie sich die deutschen Behörden während des Abflachens der Infektionskurve über den Sommer auf eine mögliche zweite Welle jener gefährlichen Krankheit vorbereitet haben, die viele leider immer noch für (zu) harmlos halten. 

          Und sonst: Wird der amerikanische Post-Chef DeJoy im Repräsentantenhaus angehört. Läuft in Genf die dritte Runde der Gespräche über eine neue Verfassung für Syrien. Reist Außenminister Heiko Maas (SPD) in die Ukraine. Urteilt ein Gericht in Hamburg voraussichtlich über eine Unterlassungsklage der Gießener Ärztin Kristina Hänel gegen die Betreiber der Webseite „Babykaust“, die nach Angaben von Hänel auf der Seite Abtreibungen mit dem Holocaust gleichsetzen. Besucht NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der mal als aussichtsreichster Kandidat für den CDU-Vorsitz galt, Schleswig-Holstein. Spricht sein Kontrahent Friedrich Merz in Düsseldorf beim Ständehaus-Treff der „Rheinischen Post“. Hält die SPD in Rheinland-Pfalz wegen der Corona-Pandemie ihren ersten „digitalen Parteitag“ ab.

          Die Nacht in Kürze:

          Donald Trump verliert eine seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen. Kellyanne Conway will sich aus familiären Gründen aus der Politik zurückziehen und Ende des Monats das Weiße Haus verlassen.

          In Paris haben Randalierer nach der Niederlage im Champions-League-Finale Fahrzeuge in Brand gesetzt und Schaufenster zertrümmert. Die Polizei setzte Tränengas ein.

          Amerikas Präsident Trump meldet einen „historischen Durchbruch“ bei der Behandlung von Covid-19-Erkrankungen. Einen überzeugenden Nachweis zur Wirksamkeit der Therapie gibt es aber nicht.

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