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F.A.Z.-Newsletter : Lockdown statt Karneval

Unser Autor: Bastian Benrath Bild: Robert Wenkemann

Unser Autor würde diese Woche lieber traditionell mit Karnevalsfeiern verbringen. Stattdessen informiert er aus dem Lockdown heraus über den Wintereinbruch am Wochenende, die italienische Regierungsbildung und alles, was heute wichtig wird.

          3 Min.

          Es ist eine Ironie des Schicksals, dass es an diesem Montag als gebürtigem Rheinländer mir zufällt, unseren Newsletter zu verfassen. Denn würde zur Zeit nicht das Coronavirus unser Leben bestimmen, wäre ich von Donnerstag an wahrscheinlich in Köln, um Karneval zu feiern. Doch das Leben meint es anders mit mir und uns – ich darf Ihnen stattdessen präsentieren, was zum Auftakt einer weiteren Lockdown-Woche auf uns zukommt.

          Bastian Benrath
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zunächst dürfte die Debatte um baldige Lockerungen an Schärfe zunehmen. Denn während Österreich heute den Lockdown lockert, Geschäfte, Schulen und Friseure (!) wieder öffnen, sagt Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher im F.A.Z.-Gespräch, hierzulande sei es für Öffnungen noch zu früh. Das kann überraschen, lag doch die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland am Sonntag bei 76 neuen Fällen pro 100.000 Einwohner, während sie in Österreich zuletzt bei 107 lag. Zwanzig bekannte Unternehmen von Deichmann über S. Oliver bis Thalia fordern deshalb, bald auch hier ihre Geschäfte wieder öffnen zu dürfen. „Was wir üblicherweise in einem Jahr an Gewinn erwirtschaften, haben wir in den ersten beiden Monaten dieses Jahres schon verloren“, sagt S.-Oliver-Chef Claus-Dietrich Lahrs meinen Kollegen Stefanie Diemand und Jonas Jansen.

          Es dürfte also einiges an Gegenwind geben, wenn Tschentscher mit den anderen 15 Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel diese Woche eine weitere Verlängerung des Lockdowns beschließt. Die Politiker kommen am Mittwoch zusammen. Würden sie beschließen, dass die Einschränkungen tatsächlich wie geplant am 14. Februar auslaufen, wäre das ein bisschen so, wie wenn Karnevalssonntag und Valentinstag auf einen Tag fallen.

          Viel Schnee, aber keine Katastrophe

          Genauso eingefroren wie das öffentliche Leben zur Zeit ist seit gestern Norddeutschland, und zwar ganz wörtlich. Eine seltene Grenzwetterlage (die ein Meteorologe hier erklärt) hat dazu geführt, dass gerade in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen flächendeckend bis zu 30 Zentimeter Schnee gefallen sind. In Hannover sah man Ski-Langläufer auf den Hauptstraßen, in Wuppertal mussten sechs Fahrgäste von der Feuerwehr mit Drehleitern aus der Schwebebahn gerettet werden. Trotzdem blieb die befürchtete Katastrophe, vor der Fachleute wegen der Ähnlichkeit zum Winter 1978/79 gewarnt hatten, weitgehend aus.

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          Auch heute wird der Bahnverkehr im Norden weiterhin stark eingeschränkt sein, wie es von der Bahn heißt. Autofahrer sollten zu Hause bleiben, es gibt also einen doppelten Grund fürs Homeoffice. In den kommenden Tagen sollen sich die kalten Temperaturen dann auf ganz Deutschland ausbreiten, wenngleich die Gefahr von Schneeverwehungen abnimmt. Mangels anderer Alternativen in der Pandemie dürften die kommenden Tage gute Gelegenheiten für schöne Winterspaziergänge bieten.

          Italien vor neuer Regierung

          Schließlich beginnt an diesem Montag noch die Zielgerade für die Suche nach einer neuen Regierung in Italien. Seit dem Zweiten Weltkrieg hat das Land nicht weniger als 29 Ministerpräsidenten erlebt. Der dreißigste könnte, so sieht es aus, Mario Draghi werden, der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank. Der Ökonom beginnt heute eine zweite Runde politischer Konsultationen, nachdem er „erstaunlich geräuscharm“ den Chef der linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung Beppe Grillo auf seine Seite ziehen konnte, wie mein Kollege Matthias Rüb aus Rom berichtet.

          Beobachter in Italien gehen davon aus, dass Draghi dem Staatspräsidenten noch in dieser Woche Bescheid geben könnte, eine Regierung zusammenzuhaben. Bisher sammelte er viele positive Signale aus den verschiedenen Parteien ein. Mit einem offiziellen Okay der Staatsspitze könnte er sich dann in Senat und Abgeordnetenhaus zur Wahl stellen.

          Und sonst? Muss Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu vor Gericht erscheinen – er ist wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit angeklagt. Ebnet der Wirtschaftsausschuss des Bundestages der Post wohl den Weg dazu, abermals das Briefporto erhöhen zu dürfen. Haben die Tampa Bay Buccaneers mit Quarterback Tom Brady die Krone des American Football, den Super Bowl, gewonnen.

          Die Nacht in Kürze:

          Angelique Kerber scheitert bei Australien Open in erster Runde: Ihr Auftaktspiel verlor die frühere Melbourne-Siegerin sang- und klanglos.

          Amerikas früherer Außenminister George Shultz stirbt mit 100: Unter Ronald Reagan hatte er mit daran gewirkt, den Kalten Krieg mit Abrüstungsverträgen zu entspannen.

          Die aktuellen RKI-Zahlen: Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 4535 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, nach 5608 Neuinfektionen am Montag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt weiter bei 76.

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