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F.A.Z.-Newsletter : Lagardes Corona-Prüfung

  • Aktualisiert am

Unsere Autorin: Heike Göbel Bild: Robert Wenkemann

Corona stellt EZB-Chefin Lagarde vor ihre erste große Herausforderung, auch die deutsche Wirtschaft leidet unter dem Virus. Nur die Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes gilt nicht Covid-19. Was sonst wichtig wird, steht im Newsletter für Deutschland.

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          Da hatte wohl auch mancher Börsenhändler gehofft, die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde werde, wie ihr Vorgänger in der Euro-Krise, einen Zauber finden gegen die grassierende Unsicherheit an den Märkten. Zu viel verlangt, die Umstände der Coronavirus-Krise sind eben andere als die Lage in der Euro-Währungsunion vor acht Jahren, als Mario Draghi mit seinem „Whatever it takes“ die Börsen bändigte. Das maßvolle Hilfspaket, mit dem die Europäische Zentralbank Kreditinstitute und Wirtschaft unterstützt, hat die Finanzmärkte am Donnerstag nicht überzeugt, obwohl es von Ökonomen und Verbänden durchaus gelobt wurde. Selbst Bundesbankpräsident Jens Weidmann, oft über Kreuz mit der EZB, springt Lagarde im Interview mit der F.A.Z. bei. An den Börsen aber ging es dramatisch abwärts, der Dax gab mehr als zwölf Prozent nach – weil niemand die ökonomischen Folgen einer Pandemie einschätzen kann, gegen die bisher kein medizinisches Kraut gewachsen ist. Für F.A.Z.-Wirtschaftsherausgeber Gerald Braunberger „müssen die Börsen lernen, dass Geldpolitik nicht gegen Verluste versichert.“ Die EZB könne den aus dem Virus entstehenden wirtschaftlichen Schaden einzugrenzen versuchen, sei aber alleine nicht in der Lage, den Sturz der Wirtschaft in eine Rezession zu verhindern.

          Während man sich am Ursprung des Virus, in China, schon Hoffnung auf Rückkehr zur Normalität macht, steigen in Asien, Europa und den Vereinigten Staaten die Fallzahlen der Infizierten rasant, weshalb Regierungen aus gutem Grund immer drastischere Abschottungsmaßnahmen verordnen. Geschlossene Schulen, Geschäfte und Grenzen sowie Versammlungsverbote sind weiteres Gift für die Wirtschaft, inzwischen leiden mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen darunter. Angesichts ihrer dahinschmelzenden Reserven wüssten sie gerne, wie die von der Bundesregierung am Montag in Aussicht gestellten Finanzhilfen tatsächlich aussehen. Für diesen Freitag haben Bundesfinanz- und Bundeswirtschaftsminister endlich Aufklärung versprochen. Am Abend trifft sich die Bundeskanzlerin mit den Verbandsspitzen.

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          Zumindest die Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes gilt nicht dem Coronavirus. Er hat den von Björn Höcke geführten „Flügel“ der AfD jetzt als rechtsextremistisch eingestuft und damit als „Beobachtungsfall“, die Partei selbst aber gilt weiterhin bloß als „Prüffall“. Das ist juristisch fein ziseliert, unser Innenpolitikchef Jasper von Altenbockum bewertet diese Trennung in seinem Leitartikel aber als politisch inkonsequent. Mit der Frage, was daraus nun folgt, beschäftigt sich auch der F.A.Z.-Podcast, unter anderem im Gespräch mit Bayerns Innenminister Herrmann.     

          Und sonst? Das wichtigste Thema bleibt der Kampf gegen das Virus (die neuesten Entwicklungen verfolgen Sie in unserem Liveblog). Ein banger Blick wird auch heute den Börsen gelten. Dann will der Bundestag der Ausweitung des Kurzarbeitergeldes zustimmen. Zudem schließen die deutschen Kultusminister flächendeckende „Coronaferien“ für rund 11 Millionen Schüler nicht mehr aus, Abitur soll trotzdem stattfinden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dürfte  sich heute auch dazu äußern.

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          Nach dem ersten Coronavirus-Fall in der Formel 1 werden Konsequenzen gezogen. Der Motorsport sagt den Auftakt in Australien ab. Zuvor hatte sich McLaren in Melbourne abgemeldet. Wie die Saison verlaufen soll, ist ungewiss.

          Kanadas Regierungschef Justin Trudeau hat sich in Corona-Quarantäne begeben. Zuvor war seine Frau Sophie im Anschluss an eine Reise nach Großbritannien positiv auf das Virus getestet worden.

          Bei einem Raketenangriff im Irak sind amerikanische und britische Soldaten getötet worden. Die Vereinigten Staaten machen eine pro-iranische Miliz verantwortlich – und haben nun zurückgeschlagen.

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          Der erste Streich: Gnabry nimmt Maß und trifft.

          8:0 gegen Schalke : Die Acht-Tore-Ansage

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          Der Abteilungsleiter für Wirtschaftsfragen im amerikanischen Außenministerium, Keith Krach, traf am 18. September in Taiwan mit Ministerpräsident Su Tseng-chang zusammen.

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          Amerikas Beziehungen mit Taiwan werden immer enger. Nun plant Washington neue Waffenverkäufe an Taipeh – und verärgert damit China. Peking verschärft seine Drohgebärden in Richtung der Insel.

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