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F.A.Z.-Newsletter : Im Hamsterrad der zweiten Welle

  • Aktualisiert am

Unser Autor: Patrick Schlereth Bild: Robert Wenkemann

Aus Angst vor dem nächsten Lockdown wird wieder Klopapier gehortet, die Corona-App hat zwei neue Funktionen und Frankreich kämpft mit islamistischen Parallelgesellschaften. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter.

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          Deutschland hamstert wieder. Unter dem Hashtag #klopapier machen auf Twitter Fotos von leeren Regalen die Runde. Besonders beliebt: Toilettenpapier, Nudeln und Konserven. Die Warnungen aus der Politik zeigen Wirkung, aber teilweise anders als von der Politik gewünscht. Dabei will niemand einen zweiten Lockdown, er wird nur angesichts steigender Infektionszahlen mehr und mehr zu einem drohenden Szenario für die kalte Jahreszeit. Heute meldet das RKI mit 4325 Neuinfektionen schon wieder einen sehr hohen Wert. Die zweite Corona-Welle schlägt gleichzeitig mit der jahreszeitüblichen Erkältungswelle zu. Damit niemand in überfüllten Arztpraxen ausharren muss, ist von heute an wieder die telefonische Krankschreibung möglich.

          Sinnvolle Corona-Maßnahmen hängen von effizienter Rückverfolgung ab

          Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagt im Interview, die Maßnahmen müssten „gut begründet und für die Bürger nachvollziehbar“ sein. Um zu entscheiden, welche Einschränkungen in welchem Bereich des öffentlichen Lebens sinnvoll sind, müssen die politischen Verantwortlichen zunächst einmal wissen, wo sich die Menschen anstecken. Doch den Gesundheitsämtern gelingt es immer seltener, den Ursprung einer Infektion auszumachen. Welche gefährlichen Folgen das haben kann, hat mein Kollege Timo Steppat für Sie aufgeschrieben. Hilfreich bei der Rückverfolgung könnten zwei neue Funktionen der Corona-Warn-App sein, die von heute an verfügbar sind. Zum einen können positiv getestete Nutzer künftig freiwillig Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakten zu verbessern. Außerdem soll die App fortan auch über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren – diese Funktion hätte man sich in der Urlaubszeit gewünscht.

          Wie Islamisten Frankreichs Schulen unterwandern

          Haben die französischen Behörden genug getan, um ihre Lehren aus dem Terroranschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ Anfang 2015 zu ziehen? Die Enthauptung des Geschichtslehrers Samuel Paty auf offener Straße lässt Zweifel daran aufkommen. Der Pädagoge musste sterben, nur weil er seinen Schülern im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Die Staatsanwaltschaft enthüllte am Wochenende weitere verstörende Details. Ein Schülerinnenvater machte Stimmung gegen den Lehrer in den sozialen Netzwerken, erstattete Anzeige wegen des vorgeblichen Zeigens von Pornographie vor Minderjährigen und wendete sich an einen polizeibekannten islamistischen Gefährder. Insgesamt sind inzwischen elf Verdächtige aus dem Umkreis des Täters und an der Hetzkampagne gegen den Lehrer beteiligte Eltern festgenommen worden. Unsere Korrespondentin Michaela Wiegel beschreibt beispielhaft, wie radikale Islamisten die Schulen des Landes seit Jahren unterwandern. Präsident Emmanuel Macron hat für Mittwoch einen nationalen Trauerakt angekündigt. Schon am Sonntag versammelten sich Zehntausende in Paris und anderen Städten, gedachten des Ermordeten und demonstrierten für die Meinungsfreiheit. In seiner Leitglosse sieht Reinhard Müller „unsere Art zu leben auf dem Spiel. Dieser Konflikt ist keineswegs auf Frankreich beschränkt.“

          Und sonst? Lädt Kanzlerin Merkel zum zwölften Integrationsgipfel, diesmal als Videokonferenz. Sind in mehreren Bundesländern Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt. Beraten die Landwirtschaftsminister der EU in Luxemburg über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik. Gibt Chinas Statistikamt das Wirtschaftswachstum für September und das dritte Quartal bekannt. Beginnt in Trier der Prozess um ein illegales Rechenzentrum in einem früheren Bunker.

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          Die Nacht in Kürze:

          Parlamentarier mehrerer Fraktionen fordern mehr Mitsprache bei Corona-Maßnahmen. Es drohe eine dauerhafte Kompetenzverschiebung weg vom Bundestag und hin zur Regierung.

          In Amerika haben fast 30 Millionen Menschen bereits ihre Stimme für die Präsidentschaftswahl abgegeben. Für Herausforderer Joe Biden gilt eine hohe Wahlbeteiligung als positiv. Donald Trump greift ihn weiter mit Unwahrheiten an, auch über seine Steuerpläne.

          Israel und Bahrein nehmen diplomatische Beziehungen auf. Die Unterzeichnung besiegelt einen Prozess, der unter amerikanischer Anleitung zustande kam.

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