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F.A.Z.-Newsletter : Ferien ohne Freude

Unsere Autorin: Jessica von Blazekovic Bild: Robert Wenkemann

Im ersten Bundesland Deutschlands beginnen heute die Sommerferien, doch der Reisebranche ist nicht zum Feiern zu Mute. Die EU-Staaten beraten indes über ein Corona-Wiederaufbaupaket. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter.

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          Erinnern Sie sich noch an das Gefühl am letzten Tag vor den Sommerferien? An die Vorfreude auf sechs Wochen Hausaufgabenfrei und all die Eissorten, die man probieren würde. An die Hummeln unterm Hintern, bis der Gong am Ende der letzten Schulstunde einen endlich in die Freiheit schickte. An den tränenreichen Abschied von den Freunden, die man ach so lange nicht sehen würde. Nun ja – den Schulkindern von 2020 bleibt all das verwehrt. Als erstes der 16 deutschen Bundesländer starten heute in Mecklenburg-Vorpommern die großen Ferien. Für die meisten Kinder fällt der Abschied von den Freunden jedoch aus, sie haben sie in vielen Fällen schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Wer freut sich schon darüber, dass er keine Hausaufgaben mehr machen muss, wenn Schule in letzter Zeit sowieso nicht so richtig Schule war. Und mit Maske und Abstand an der Eisschlange stehen macht doch nur halb so viel Spaß. Dabei waren es gerade die Kinder, die in den vergangenen Wochen so tapfer durchgehalten und mitgemacht haben – ihnen wären schöne Ferien deshalb besonders zu wünschen, trotz Corona. Nicht zu empfehlen ist jedoch eine Reise nach Brasilien, wo sich die Lage zuspitzt, wie Sie in unserem F.A.Z.-Podcast für Deutschland nachhören können.

          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Schöne Ferien könnte auch die deutsche Reisebranche gut gebrauchen. Sie erlebte in den ersten drei Monaten des Jahres aufgrund der Corona-Pandemie den stärksten Umsatzeinbruch seit der Finanzkrise von 2008 und 2009: Um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen die Erlöse dem Statistischen Bundesamt zufolge zurück, davon betroffen 13.000 Unternehmen. Auch die Flugbranche ist hart getroffen, tausende Beschäftigte bangen um ihren Arbeitsplatz. Für den heutigen Freitag hat die Gewerkschaft Verdi deshalb bundesweit zu Protestveranstaltungen aufgerufen. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt werden mehrere Hundert Teilnehmer erwartet, weitere Aktionen sind demnach in München, Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Stuttgart, Berlin und Köln geplant. Besonders brisant ist die Lage bei der Lufthansa. Glaubt man dem Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr, verliert der Konzern stündlich eine Million Euro. Entsprechend groß ist die Nervosität vor der Hauptversammlung am 25. Juni: Dann stimmen die Lufthansa-Eigner über das staatliche Rettungspakt ab. Dabei zählt jede Stimme, berichtet unsere Finanzressort-Leiterin Inken Schönauer, „denn sicher ist noch gar nichts“.  Großaktionär Heinz Hermann Thiele hat überraschend ein Aktienpaket an Knorr Bremse versilbert, um mit frischem Geld mit der Regierung über Alternativen zum staatlichen Rettungspaket zu verhandeln.

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          Ebenfalls um eine schnelle Einigung geht es beim heutigen Videogipfel der EU-Staats- und Regierungschefs. Sie müssen sich eigentlich so schnell wie möglich auf ein Corona-Wiederaufbaupaket einigen. Doch die Summe, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorschwebt – 750 Milliarden Euro – treibt den Entscheidern vieler Mitgliedsstaaten den Schweiß auf die Stirn. Wie unser Korrespondent in Brüssel Hendrik Kafsack berichtet, ist beinahe alles umstritten: die Höhe, die Dauer, die Verteilung, die Frage der Konditionen und deren Kontrolle und dann wäre da ja noch der ungeklärte EU-Haushalt für 2021 bis 2027, auf dem das Wiederaufbaupaket aufsetzt. Die zentrale Frage aber stelle kaum jemand: „Was hat das Wiederaufbaupaket eigentlich mit der Corona-Krise zu tun?“ Spoiler: Nur sehr wenig. Wir dürfen also gespannt sein, was Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrem Statement im Anschluss der Konferenz zu verkünden hat.

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          Steht der Fleischverarbeiter Tönnies nach einem Corona-Massenausbruch in einem seiner Schlachtbetriebe immer heftiger in der Kritik: Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) kündigte in der F.A.Z. eine Hotspot-Studie anund es zeichnet sich ein schmutziger Familienstreit ab. Richten sich nach dem Bilanz-Debakel am Donnerstag alle Blicke auf Wirecard-Chef Markus Braun: Ist er noch zu halten? Endet die Innenministerkonferenz. Verhandelt das Landgericht in Berlin über einen Eilantrag des bisherigen Brandenburger AfD-Chefs Andreas Kalbitz, der im Mai 2020 aus der Partei geworfen worden war. Finden Hauptversammlungen der Deutschen Telekom und von Renault statt.

          Die Nacht in Kürze:

          Fast 20 Prozent weniger im Mai als im Vorjahr: Die deutschen Steuereinnahmen brechen durch die Corona-Krise heftig ein.

          Toter bei Feuer in Asylunterkunft in Niedersachsen: Vor drei Tagen hatte bereits eine Unterkunft im Nachbardorf gebrannt.

          NRW gegen Billigpreise für Fleisch: Über den Bundesrat sollen Sonderaktionen verboten werden.

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