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F.A.Z.-Newsletter : Ein verkorkstes Jahr geht vorbei – lasst die Korken knallen!

Unser Autor: Patrick Schlereth Bild: Robert Wenkemann

Silvester wird in diesem Jahr deutlich ruhiger als gewohnt, Jens Spahn bringt sich für höhere Ämter in Stellung und Italien führt eine Debatte, die Regierungschef Conte tunlichst vermeiden wollte. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter.

          3 Min.

          Das ist der letzte Newsletter vor Silvester, womit mir die Ehre gebührt, stellvertretend für Sie einen Haken an dieses verdammt verkorkste Jahr zu machen. Wobei ja nicht alles schlecht war: Trump ist abgewählt, das zähe Ringen um den Brexit neigt sich dem Ende zu, und der Impfstart pünktlich zum Jahresende lässt die Hoffnung aufkommen, dass wir irgendwann auch auf Corona zurückschauen können. Werfen Sie noch einen Blick in unser Jahresrückblick-Spezial und dann schauen Sie nach vorne – auf ein Silvester, das deutlich ruhiger wird als gewohnt, und ein neues Jahr, das sich nicht sonderlich anstrengen muss, um besser zu werden als das vorangegangene.

          Stille Nacht, Silvesternacht

          Patrick Schlereth
          Redakteur vom Dienst bei FAZ.NET.

          Wer das barbarische Gebaren zu Silvester schon immer ein bisschen doof fand, der kann Corona zumindest in dieser Hinsicht etwas Gutes abgewinnen. Denn in diesem Jahr wird so ziemlich alles verboten sein, was das Feiern zum Jahreswechsel eigentlich ausmacht, inklusive des Trinkens von Alkohol in der Öffentlichkeit und des Verkaufs von Pyrotechnik in den einschlägigen Geschäften. Das Abbrennen und Anzünden von vorher erworbenen Böllern gehört allerdings nicht dazu. Die Kommunen entscheiden selbst, wo das Zündeln erlaubt ist, und wo es verboten bleibt. Also rufen Sie nicht gleich die Polizei, wenn es in Ihrer Gegend ein bisschen lauter wird, die Beamten haben sicher genug zu tun. Mein Kollege Markus Wehner hat die Faktenlage rund um die Silvesternacht für Sie zusammengetragen. Zuhause können Sie die Sektkorken natürlich knallen lassen, wie es ihnen beliebt. Im Feuilleton schreibt mein Kollege Niklas Maak über den Reiz des Verbotenen und den Sinn und Unsinn des Trinkens in herausfordernden Zeiten – und darüber, wie schon die Prohibition vor hundert Jahren gezeigt hat, dass man mit Fruchtpunsch nicht weit kommt.

          Kann Spahn Kanzler?

          Krisenzeiten sind Regierungszeiten. Wenn einer in der Corona-Pandemie an Format gewonnen hat, dann ist es Jens Spahn (CDU). Der Gesundheitsminister ist zu einem der beliebtesten Politiker des Landes aufgestiegen und trat bei der letzten Bundespressekonferenz im ausklingenden Jahr mit großem Selbstbewusstsein auf. Mein Kollege Peter Carstens prognostiziert in seinem Porträt: „Ob Spahn doch noch ein Kandidat für 2021 wird, hängt nun davon ab, ob Laschet es bleibt.“ Als wolle Laschet es Spahn einfacher machen, stolperte er jüngst über eine umstrittene Bestellung von Schutzausrüstung bei der Modefirma van Laack, die sein Sohn eingefädelt hatte. Sieht ganz gut aus für Spahn.

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          Begehrter Impfstoff, gefürchtete Debatte

          Zu Spahns selbstsicherem Auftritt bei der Bundespressekonferenz passte die Einschätzung, die Impfkampagne in Deutschland zum Jahresende sei äußerst erfolgreich angelaufen. Nach Daten des Robert-Koch-Instituts sind in Deutschland bislang 78.000 Menschen geimpft worden (mehr Zahlen, Daten und Fakten finden Sie hier). Weniger zufrieden als Spahn zeigen sich mehrere Bundesländer, die über ausbleibende Impfstoff-Lieferungen in der ersten Januarwoche klagen. Der Bund reagiert auf die Kritik und kündigt eine vorgezogene Lieferung am 8. Januar an. Man kann nur hoffen, dass aus dem Gezerre um den Impfstoff im nächsten Jahr nicht irgendwann Überkapazitäten werden, weil weniger Menschen sich impfen lassen wollen als gedacht. Das Wort „Impfpflicht“ mag nicht nur hierzulande niemand in den Mund nehmen, auch im pandemiegeplagten Italien wollte Ministerpräsident Giuseppe Conte die Debatte tunlichst vermeiden. Warum jetzt trotzdem über Vorschriften für bestimmte Berufsgruppen diskutiert wird, hat mein Kollege Thomas Jansen aufgeschrieben.

          Und sonst? Endet die deutsche EU-Ratspräsidentschaft zum Jahreswechsel, am 1. Januar übernimmt Portugal. Endet auch die Brexit-Übergangsphase, in der weitgehend die gleichen Regeln galten wie vor dem EU-Austritt Großbritanniens. Hält nicht nur Kanzlerin Angela Merkel, sondern auch Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron nach seiner überstandenen Corona-Erkrankung eine Silvesteransprache.

          Die Nacht in Kürze:

          Das RKI hat 32.552 neue Fälle von Covid-19 gemeldet, 964 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben. Die Zahlen könnten in Wirklichkeit noch höher liegen, da an den Feiertagen die Meldeketten nur beschränkt funktionieren.

          Der Weg für den Brexit-Handelspakt zwischen Großbritannien und der Europäischen Union ist frei: Königin Elizabeth II. als britisches Staatsoberhaupt hat das Ratifizierungsgesetz in Kraft gesetzt.

          Kanzlerin Merkel hat in ihrer Neujahrsansprache an alle Bürger appelliert, in der andauernden Pandemie solidarisch zu bleiben – und warnt klar vor Corona-Leugnern.

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