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F.A.Z.-Newsletter : Das andere gefährliche Virus

Unsere Autorin: Julia Anton Bild: Robert Wenkemann

Das Coronavirus droht, andere Bedrohungen in den Hintergrund zu drängen – wie etwa großflächige Waldbrände, HIV-Erkrankungen oder medizinische Versorgungsengpässe. Was sonst wichtig wird, steht im Newsletter für Deutschland.

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          Vor der Corona-Krise ist der Kampf gegen ein anderes Virus in den Hintergrund gerückt: das Humane Immundefizienz-Virus, besser bekannt unter seiner Abkürzung HIV. 1,7 Millionen Menschen haben sich nach Angaben der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr mit HIV angesteckt, weltweit gibt es mehr als 38 Millionen Fälle. Zwar lässt es sich dank einer Therapie mit dem Virus leben, ein Heilmittel oder gar einen Impfstoff gibt es aber noch nicht. An diesem Freitag endet die Welt-Aids-Konferenz, bei der die Vorstellung des sogenannten São-Paolo-Patienten für Hoffnung sorgte: Der Mann hatte einem Forscher-Team zufolge eine Mischung hochdosierter antiretroviraler Mittel bekommen. Seit der Absetzung der Medikamente vor mehreren Monaten sei das Virus nicht mehr im Blut nachgewiesen worden. Die Behandlungsmethode brauche allerdings noch weitere Forschung, erklärten die Wissenschaftler.

          Julia Anton
          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Sorge bereiten den Fachleuten hingegen Engpässe bei Medikamenten, die durch die Corona-Krise entstanden sind: Laut der Weltgesundheitsorganisation droht mehr als einem Drittel aller Länder weltweit die Arzneien auszugehen. Auch Ausgangssperren und andere Corona-Maßnahmen führen teilweise zu Versorgungslücken. Wenn wegen der Pandemie Programme zur Behandlung von Aids über längere Zeit unterbrochen werden, könnte dies zu 500.000 zusätzlichen Toten führen, fürchten die Vereinten Nationen. Sie gehen davon aus, ihr Ziel, die Zahl der Toten und HIV-Neuinfektionen bis Ende des Jahres auf jeweils unter eine halbe Millionen zu bringen, nicht mehr erreichen zu können.  

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          In Deutschland wollen und müssen sich derweil die Feuerwehren für die zunehmende Waldbrandgefahr wappnen. Denn der Klimawandel sorgt für neue Risikogebiete, wie mein Kollege Reinhard Bingener berichtet. Da wäre zum Beispiel der Harz, dessen Fichten unter der neuen Trockenheit leiden. Erst Ende Mai hat ein Feuer gezeigt, dass die zuständigen Behörden noch nicht ausreichend für die neuen Gefahren vorbereitet sind. Um die Risiken zu senken, muss nicht nur der Wald langfristig umgebaut werden, die Feuerwehr braucht auch eine bessere Ausstattung. Doch die ist auch eine Frage des Geldes – und die Haushalte der Länder sind gegenwärtig mit einem Konjunktureinbruch durch die Corona-Krise konfrontiert.

          Und sonst: Stellt das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung seinen Jahresbericht zum Ausmaß der Wilderei und des illegalen Handels mit Wildtieren vor. Ist in Venedig ein größerer Test der Flutschutzanlage Mose geplant. Fällt möglicherweise das Urteil in dem Mordprozess Rot am See. Werden die Konstellationen für das Viertelfinale der Champions League ausgelost.

          Die Nacht in Kürze:

          Joe Bidens Version von „America First“: Mit 700 Milliarden Dollar Investitionen und einer Verdoppelung des Mindestlohns will Trumps Herausforderer Wähler zurückgewinnen.

          Kaum jemand will noch Priester werden: Nicht mal mehr 60 Männer empfangen dieses Jahr in Deutschland die Priesterweihe – viel zu wenig, um die Lücken zu schließen.

          Entscheidung zu Steuer auf Renten noch dieses Jahr: Schon bald entscheidet der Bundesfinanzhof, was zulässig ist.

          Integrationsbeauftragte besteht auf Studie zu Rassismus:
          Für eine sachliche Diskussion sei die von Innenminister Seehofer abgesagte Polizei-Studie nötig, sagt Annette Widmann-Mauz.

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