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F.A.Z.-Newsletter : Britische Vorbilder, andere Reihenfolgen

Unser Autor: Sebastian Reuter Bild: Robert Wenkemann

Die Debatte um die Änderung der Impfreihenfolge läuft, die Suche nach weiteren Öffnungsperspektiven auch. Und ein Traditionsverein zerstört sich selbst. Was sonst wichtig wird, steht im Newsletter für Deutschland.

          3 Min.

          Zu Beginn der neuen Woche beschäftigen wir uns mit der Debatte um eine Änderung der Impfreihenfolge, einer möglichen Öffnungsstrategie nach britischem Vorbild und dem dramatischen Absturz eines Bundesligaklubs.

          Die Reihenfolge der Impflinge

          Am Mittwoch treffen sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder ein weiteres Mal, um über das künftige Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Kurz vorher haben sich nun die Ministerpräsidenten Kretschmann und Söder dafür ausgesprochen, die Impfreihenfolge für den Impfstoff von Astra-Zeneca zu lockern. Angesichts der Tatsache, dass weiterhin große Mengen des Wirkstoffs nicht verimpft würden, weil Teile der Berechtigten ihn ablehnen, müsse das „strenge Regiment“ gelockert werden. Auch Hessens Regierungschef Bouffier sagte der F.A.Z., er „habe viel Sympathie für diese Ideen. Aber man muss konkret klären, wie das gehen soll.“ Einen Vorschlag liefert SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach: Der Astra-Zeneca-Impfstoff solle für alle unter 65 Jahren in den ersten drei Prioritätengruppen sofort zur Verfügung gestellt und der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung so weit wie möglich gestreckt werden. Ob das eine Lösung sein könnte, muss auf jeden Fall schnell geklärt werden, denn: In der nun eintretenden Phase der Pandemie ist jeder Geimpfte besser als keiner.

          Das britische Vorbild?

          An diesem Montag dürfen in ganz Deutschland die Friseure wieder öffnen. Volle Terminkalender sollten ihnen in den ersten Tagen auf jeden Fall garantiert sein. Doch während in einigen Bundesländern auch Gartencenter oder Kosmetikstudios wieder Kunden empfangen dürfen, müssen in Hamburg künftig die Jogger auf einigen Strecken einen Mund-Nasen-Schutz tragen und gibt es in der Düsseldorfer Innenstadt „Verweilverbotszonen“. Was vorgesehene Lockerungen und verschärfte Restriktionen angeht, ist Deutschland zu einem unüberschaubaren Flickenteppich geworden. Der stellvertretende FDP-Parteivorsitzende Wolfgang Kubicki hält die Rückkehr zur Normalität jedenfalls für zwingend – nicht nur für geimpfte Personen, sondern auch für Menschen mit einem negativen Testergebnis: „Wer Solidarität einfordert, sollte die von den Nichtgeimpften einfordern“, sagt er im F.A.Z.-Interview.

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          Lohnen könnte sich in diesem Fall ein Blick nach Großbritannien. Dort hat nicht nur jeder dritte Erwachsene bereits seine erste Schutzimpfung erhalten. Premierminister Boris Johnson hat sogar schon einen detaillierten Öffnungsplan bis zum Sommer vorgelegt – und seinen Landsleuten nach einem verheerenden Corona-Winter eine Perspektive gegeben, auf die die Deutschen weiter sehnlichst warten. Damit hat er für einen absurden Anstieg der Urlaubsbuchungen gesorgt. Ob der britische Plan ein Vorbild für die Bundesrepublik sein kann? Im „Podcast für Deutschland“ hat Virologe Christian Drosten erläutert, welche Möglichkeiten der Lockerungen er trotz des drohenden Beginns der dritten Welle unter bestimmten Umständen für realistisch und vertretbar hält.

          Der Absturz des FC Schalke 04

          Abseits der Pandemie sorgt unter Fußball-Anhängern derzeit vor allem der Bundesliga-Traditionsklub Schalke 04 für kollektives Kopfschütteln. Nach nur einem Sieg aus den vergangenen 38 Ligaspielen liegt der so gut wie zahlungsunfähige Verein aus Gelsenkirchen nicht nur mit gerade einmal neun Punkten abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Mehrfach hat der Klub in dieser Saison bereits seinen Trainer gewechselt, Spieler suspendiert und alternde Stars als vermeintliche Retter verpflichtet. Nach der sechzehnten Pleite im 23. Saisonspiel – einem 1:5 beim VfB Stuttgart – wurden beim abgeschlagenen Tabellenletzten am Sonntag nun mit dem Sportvorstand, Trainer, zwei Assistenten und dem Teambetreuer gleich fünf Verantwortliche auf einen Schlag „freigestellt“. Doch diese Rauswurforgie ist nur die jüngste Wendung einer sagenhaften Geschichte der Selbstzerstörung „auf“ Schalke, die schon vor langer Zeit unter der Herrschaft des Fleischfabrikanten Clemens Tönnies begonnen hat und mit dem kaum noch zu vermeidenden Abstieg ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht.

          Und sonst? Können Sie hier nachlesen, wer in diesem Jahr bei der Verleihung der Golden Globes die meisten Auszeichnungen erhalten hat. Startet an diesem Montag das Filmfestival „Berlinale“ als sogenanntes „industry event“ für Branchenvertreter – das Publikum muss sich noch bis Juni gedulden. Und treffen am Abend im Topspiel der zweiten Fußball-Bundesliga der FC St. Pauli und der Hamburger SV aufeinander.

          Die Nacht in Kürze:

          Zum ersten Mal seit seinem Ausscheiden aus dem Amt spricht der ehemalige amerikanische Präsident Trump wieder öffentlich. Die Wahl seines Nachfolgers Joe Biden will er immer noch nicht anerkennen – und er macht Andeutungen zu einer möglichen Kandidatur bei der Wahl 2024.

          Die Biden-Regierung hat die „verabscheuungswürdige Gewalt“ gegen Demonstranten in Myanmar verurteilt und hat Sanktionen gegen die Verantwortlichen angekündigt.

          Washington wäre bereit, zum Atomabkommen mit Iran zurückzukehren. Doch nun lehnt Iran den EU-Vorschlag für ein informelles Treffen ab.

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