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F.A.Z.-Newsletter : Auch eine Wirtschaftskrise kann töten

Unsere Autorin: Jessica von Blazekovic Bild: Robert Wenkemann

Ökonomen warnen vor den Folgen einer globalen Rezession, Julia Klöckner muss den Bauern Antworten liefern, und die EU-Regierungschefs tagen im Videogipfel. Alles Wichtige im F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

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          Nachdem die anfängliche Aufregung über den Shutdown des öffentlichen Lebens in Deutschland etwas abgeflaut ist, wagen erste Stimmen die Frage auszusprechen, die auch dem ein oder anderen unter Ihnen vielleicht auf der Zunge liegt: Wie lange noch? Wie lange hält die Wirtschaft, wie lange hält die Gesellschaft den Stillstand aus, bevor es heißt: Operation gelungen – Patient tot? Nicht nur der amerikanische Präsident Donald Trump will die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lieber heute als morgen beendet sehen. Auch einige Ökonomen warnen vor den Folgen einer globalen Rezession. Denn auch eine Wirtschaftskrise fordert Menschenleben, wie ein Blick in die Vergangenheit und in diese aktuelle Studie der University of Bristol zeigt. Meine Kollegin Julia Löhr geht in unserem heutigen Wirtschaftsaufmacher der Frage nach Maß und Mitte in der Corona-Krise nach. Sie beobachtet, dass die Bundesregierung derzeit vor allem dem Rat der Virologen folgt, doch: „Was den Medizinern hilft, schadet der Wirtschaft und bedroht den Wohlstand, den sich Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut hat“. Die Frankfurter Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln und der Ökonom Georg Weizsäcker von der Humboldt-Universität Berlin fordern in einem Gastbeitrag in der heutigen F.A.Z. deshalb eine „Exit-Strategie“, damit Unternehmen und Haushalte ihre Erwartungen managen können. Die kaum überschaubare Flut gesetzgeberischer Maßnahmen in der Corona-Krise beschäftigt uns auch juristisch: Im aktuellen F.A.Z. Einspruch Podcast diskutieren wir die Frage, ob Freiheitseinschränkungen beliebiger Tiefe und Dauer im Interesse des Lebensschutzes hingenommen werden müssen.

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          Jessica von Blazekovic

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Dass sich auf heikles Terrain begibt, wer eine öffentliche Abwägung der aktuellen Maßnahmen wagt, liegt auch an Meldungen wie diesen: In einem am Mittwoch von sieben medizinischen Fachgesellschaften verabschiedeten Papier heißt es, es sei „wahrscheinlich, dass auch in Deutschland in kurzer Zeit und trotz bereits erfolgter Kapazitätserhöhungen nicht mehr ausreichend intensivmedizinische Ressourcen für alle Patienten zur Verfügung stehen, die ihrer bedürfen“. Bedeutet im Klartext: Im schlimmsten Szenario müssen Ärzte über Leben und Tod entscheiden. Nach welchen Kriterien sie dabei vorgehen sollen, steht ebenfalls in dem Dokument, über das mein Kollege Christian Geinitz berichtet. Was passiert, wenn der Ansturm auf die Krankenhäuser zu groß werden sollte, ist auch Thema im F.A.Z. Podcast für Deutschland. Und auch diese Nachricht aus der schwer von dem Coronavirus getroffenen italienischen Provinz Bergamo stimmt nachdenklich: Dort sollen viele der an der von dem Virus ausgelösten Lungenentzündung erkrankten Patienten unter vierzig Jahren alt sein. Die von manch einem hervorgebrachte Forderung und von Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden zunächst verfolgte Strategie, gezielt nur ältere Menschen und solche mit Vorerkrankungen zu isolieren, dürfte angesichts solcher Erkenntnisse an Schlagkraft verlieren.

          In dieser höchst diffizilen Gemengelage muss die Politik nun den Durchblick behalten. An diesem Donnerstag stehen daher gleich mehrere Termine an: In Berlin werden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), seine Parteikollegin und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer auf der Bundespressekonferenz erwartet. Klöckner wird unter anderem erklären müssen, wie die deutschen Landwirte in diesem Jahr Spargel und Erdbeeren von den Feldern holen sollennachdem den dringend benötigten Saisonarbeitern nun die Einreise verboten wurde. Geplant ist auch eine Pressekonferenz im Bundesforschungsministerium mit dem inzwischen bundesweit bekannten Virologen Christian Drosten. In Brüssel kommt es derweil zu einer Premiere: Erstmals werden die Abgeordneten auch aus der Ferne an den Abstimmungen im Europaparlament teilnehmen können. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem eine Investitionsinitiative, um die Folgen der Krise zu bekämpfen. Bei einem Videogipfel wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen EU-Staats- und Regierungschefs außerdem ihre Maßnahmen gegen die Corona-Krise abstimmen.

          Und sonst? Kommen die Staats- und Regierungschefs der führenden Wirtschaftsmächte zu einem Video-Sondergipfel zur Corona-Krise zusammen. Veröffentlicht das amerikanische Arbeitsministerium die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Analysten erwarten deutlich mehr als eine Million Anträge. Nimmt nach der Verlegung der Olympischen Spiele auf das Jahr 2021 in Tokio die eingesetzte Task Force ihre Arbeit auf. Legt die Deutsche Bahn die Geschäftszahlen für das Jahr 2019 vor.

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          Die Senatoren in Washington machen den Weg frei für das größte Konjunkturprogramm in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Jeder Amerikaner soll bald einen Scheck erhalten.

          Nach nur sechs Wochen im Amt ist das neue Regierungsbündnis im Kosovo zerbrochen. Auslöser war ein Konflikt über den Umgang mit der Virusepidemie.

          Vor einem Jahr kam es zu einem Blutbad in Moscheen in Neuseeland. Nun hat der mutmaßliche Täter seine Schuld zugegeben.

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