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F.A.Z.-Newsletter : Ärzte im Wartestand, Fukushima und die Folgen

Unser Autor: Sebastian Reuter Bild: Robert Wenkemann

Die Hausärzte impfen wohl erst später mit als geplant. Ein Berliner Eigenlob könnte zum Eigentor werden. Und Joachim Löw erklärt sich. Alles Wichtige im Newsletter für Deutschland.

          3 Min.

          Nach Ostern sollen auch in Deutschland täglich Hunderttausende Menschen gegen das Coronavirus geimpft werden. Bis zum Ende des Sommers soll jeder, der will, auch die für sie und ihn vorgesehene Dosis gespritzt bekommen haben. Und die Bundeskanzlerin sagt, dass „jetzt noch drei, vier schwere Monate“ vor uns liegen würden, bis es „deutlich besser“ werde mit dem Leben in der Pandemie. Soweit die vollmundigen Ansagen. Am Mittwoch berieten nun die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über eine Ausweitung der Impfstrategie auf niedergelassene Ärzte – und konnten sich am Ende nur zu der Empfehlung durchringen, dass die Arztpraxen erst ab dem 19. April in die Impfungen einbezogen werden. Die endgültige Entscheidung sollen nun Angela Merkel und die Ministerpräsidenten möglichst „zeitnah“ treffen. Klar: Solange der Übergang vom Mangel zum Überfluss noch andauert, dürfe man die Praxen nicht zu Schicksalsorten machen, kommentiert Kim Björn Becker. Doch die bislang ungelöste Frage der künftigen Aufteilung des Impfstoffs zwischen Impfzentren und Hausarztpraxen hätte schon beantwortet werden können.

          Sebastian Reuter
          Redakteur vom Dienst.

          Aller Voraussicht nach wird zumindest die europäische Arzneimittelagentur EMA an diesem Donnerstag die Zulassung des Impfstoffs des amerikanischen Herstellers Johnson & Johnson empfehlen, von dem sich Deutschland vorab bereits 37 Millionen Dosen gesichert hat. Und die Europäische Kommission hat sich bei den Herstellern Biontech und Pfizer kurzfristig abermals zusätzliche vier Millionen Impfstoffdosen gesichert, die in Corona-Hotspots eingesetzt werden sollen.

          Fukushima und die Folgen

          An diesem Donnerstag jährt sich zum zehnten Mal die Fukushima-Katastrophe, bei der ein verheerender Tsunami die japanische Ostküste überrollte, dabei Zehntausende Menschen tötete, Hunderttausende obdachlos machte und eine Kernschmelze im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi auslöste. Eine Dekade später sind nun viele Wunden verheilt, die meisten Umgesiedelten von damals wieder in ihre Städte zurückgekehrt und hat das Land seine nuklearen Sicherheitsstandards verschärft – doch an der Atomenergie hält Japan weiterhin fest. Anders als Deutschland. Nur vier Tage brauchte Angela Merkel damals, um unter dem Eindruck der Katastrophe den endgültigen Ausstieg aus der Kernkraft einzuleiten (Lesen Sie hier eine genaue Rekonstruktion der Ereignisse).

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          Seitdem versucht die Branche, sich zurückzubauen – und es wird immer deutlicher, was für Folgen der damals hastig beschlossene Ausstieg bis Ende 2022 noch haben wird. Denn: „Das Eigenlob der Berliner Koalition, man steige als einziges Industrieland zugleich aus der Kernkraft und der Kohleverstromung aus, könnte zu einem Eigentor werden“, kommentiert Christian Geinitz. Selbst den zuversichtlichsten Energiewendern sei klar, dass das deutsche Wetter und die Flächen für Wind- und Photovoltaikanlagen nicht ausreichen, um den Energiebedarf von Wirtschaft und Verkehr sowie Wärme- und Kälteerzeugung zu decken und zugleich „grünen“ Wasserstoff zu erzeugen. Doch während auf der ganzen Welt auch im Sinne des Klimaschutzes neue und moderne Atomkraftwerke gebaut werden, schaut Deutschland zu – und verliert den Anschluss.

          Ansage von Apple

          Kann Deutschland etwa doch Zukunft? Angefangen bei der Posse um den Bau des neuen Berliner Flughafens bis zum Ärger über die Impf-Organisation hat die Bundesrepublik ihr Image an einigen Stellen zuletzt gehörig ramponiert. Doch in der Welt der Techgiganten spielt das offensichtlich keine Rolle. Tesla baut in Brandenburg eine Giga-Factory für seine E-Autos, auch Google, Microsoft und IBM haben sich schon länger hierzulande mit größeren Technologie-Zentren angesiedelt.

          Und nun hat der Apple-Konzern eine neue Deutschland-Offensive angekündigt: Eine Milliarde Euro will das Unternehmen in den nächsten drei Jahren in Deutschland in die Chipentwicklung investieren und künftig in München „das größte Entwicklungszentrum in Europa“ für Architektur und Design von Halbleitern betreiben. Eine „neue Generation von Technologien, die noch mehr Leistung, Geschwindigkeit und Konnektivität ermöglichen werden“, soll laut Apple-Chef Tim Cook in München erforscht werden. Das Signal der Konzerne aus Übersee ist damit eindeutig: Das Potential in Deutschland ist riesig, das Humankapital enorm. Jetzt müssen das nur doch die Deutschen für sich entdecken.

          Und sonst? Widmet sich der Podcast für Deutschland der Frage, wie es ist gehackt zu werden und wie man sich dagegen schützen kann. Und spricht Joachim Löw am Mittag erstmals persönlich über seinen angekündigten Rücktritt vom Amt als Trainer der Fußball-Nationalelf nach der Europameisterschaft im Sommer. Neben Löw wird sich zudem DFB-Präsident Fritz Keller zur Suche nach einem geeigneten Löw-Nachfolger äußern – nachdem mit Liverpool-Trainer Jürgen Klopp der Wunschkandidat vieler Fans bereits abgesagt hat.

          Die Nacht in Kürze:

          Das Robert-Koch-Institut verzeichnet mehr als 14.000 Corona-Neuinfektionen und 321 Todesfälle.

          Die Vereinigten Staaten verschärfen ihre Sanktionen wegen des Putsches in Myanmar. Das amerikanische Finanzministerium kündigte an, zwei erwachsene Kinder des Junta-Chefs auf die Schwarze Liste zu setzen.

          Das Internationale Olympische Komitee sei „keine Weltregierung“ mahnt dessen frisch wiedergewählter Präsident Thomas Bach wegen Kritik an den in China geplanten Spielen.

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