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Euro-Krise : IWF warnt vor Flaute in China

Brüllt der Drache? Die Chinesen sollen die Euro-Stütze stützen (Foto vom Laternenfest aus Lianong) Bild: dpa

Europas Krise könnte China die Hälfte seines Wachstums kosten, warnt der Internationale Währungsfonds. Regierungschef Wen wirbt um deshalb um Vertrauen für die Eurostützung.

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          China leidet immer deutlicher unter der Krise in seinem wichtigsten Exportmarkt Europa. Die Regierung stimmt die Bevölkerung deshalb darauf ein, der EU unter die Arme zu greifen. „Bei der Stabilisierung der europäischen Märkte mitzuhelfen, bedeutet tatsächlich, uns selbst zu helfen“, sagte Premierminister Wen Jiabao nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Am Montag warnte der Weltwährungsfonds IWF davor, dass sich das Wachstum Chinas im Jahr 2012 annähernd halbieren könnte, falls sich die Schuldenkrise der Staaten und Banken in der Eurozone stärker als erwartet verschärfe.

          „Chinas Wachstumsrate würde abrupt fallen, falls die Eurozone eine scharfe Rezession erlitte“, heißt es in dem neuen Wirtschaftsausblick des IWF für China. Zuvor hatte der Fonds seine Wachstumsprognose für China in diesem Jahr von 9 auf 8,25 Prozent verringert; 2011 hatte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch real um 9,2 Prozent erhöht.

          In ihrem Bericht schreiben die Autoren aus Peking, jenseits des „Basis-Szenarios“ eines Wachstums um 8,25 Prozent gebe es auch ungünstigere Berechnungen, falls die Eurokrise zu einer nennenswerten Schrumpfung der Kreditvergabe und der Produktion in Europa und der Welt führe.

          In diesem Fall könnte China über seine engen Handelsbeziehungen mit der EU „angesteckt“ werden und besonders betroffen sein. Während sich das Wachstum der Weltwirtschaft gegenüber dem Basisszenario um 1,75 Prozentpunke abkühle, „würde Chinas Wachstum um rund 4 Prozentpunkte fallen. Die Risiken aus Europa für China sind daher sowohl groß als auch konkret“, heißt es in dem Papier.

          Um gegenzusteuern, empfiehlt der IWF in diesem Negativszenario ein neues staatliches Konjunkturpaket. Anders als 2009 und 2010 sollte es nicht über die Banken abgewickelt werden, sondern über die Haushalte und Finanzbehörden.

          Das Programm für 2012 und 2013, das etwa Steuersenkungen umfassen könnte, würde nach Vorstellungen des IWF rund 3 Prozent des BIP ausmachen. Das wären etwa 1415 Milliarden Yuan (170 Milliarden Euro) und entspräche nur einem Bruchteil der früheren Bemühungen zur Anregung der Wirtschaft.

          Anfällig gegen externe Schocks

          Mehr kann sich das Land nach Ansicht der Fachleute nicht leisten, da es aus dem alten Programm noch „Sorgen über die Kreditqualität und die Bilanzen der Banken“ gebe. Außerdem hatte die Inflation zwischenzeitlich den höchsten Wert seit drei Jahren erreicht.

          Wie anfällig China gegen externe Schocks ist, zeigte sich in der Finanzkrise, als das globale Wirtschaftswachstum um 6,5 Prozent fiel. Damals legte China das größte Konjunktur- und Kreditprogramm der Geschichte auf. Trotzdem sei laut IWF das chinesische Wachstum um 5 Prozentpunkte gefallen.

          Appell an die Landsleute

          Ministerpräsident Wen appellierte an seine Landsleute, mögliche Hilfen für Europa mitzutragen. „Einerseits ist Europa unser größter Ausfuhrmarkt, andererseits auch unsere größte Quelle, um Technologie einzuführen“, sagte er in Guangzhou (Kanton). „Wir müssen dafür sorgen, dass alle Teile der Gesellschaft diesen Punkt verstehen.“

          Wen hatte zuvor gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals angedeutet, dass China sich an den Eurorettungsfonds EFSF und ESM beteiligen könnte. Unterdessen sagte der EU-Botschafter in Peking, Markus Ederer, dass China 2012 erstmals vor Amerika Europas größter Exportmarkt werden könnte. Die Ausfuhr lege schneller zu als die Einfuhr aus China, sagte er.

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