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Ergebnisse aus New York : Diesen Pool will jeder haben

  • -Aktualisiert am

Bei den Auktionen mit Nachkriegskunst und Zeitgenossen bei Sotheby’s, Christie’s und Phillips in New York werden über eine Milliarde Dollar umgesetzt.

          Die Dollar-Milliarde war angepeilt, und sie wurde erreicht: Christie’s setzte mit seiner „20th Century Week“ mit Moderne, Nachkriegskunst und Zeitgenossen in New York insgesamt 1,106 Milliarden um. Sotheby’s zog mit 835 Millionen Dollar nach, das bedeutet immerhin eine Umsatzsteigerung von siebzehn Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr.

          Zu diesen Erfolgen steuerten die Abendauktionen mit Zeitgenossen beachtlich bei. Höhepunkt der Woche war die Versteigerung des vielleicht bekanntesten Gemäldes des 81-jährigen britischen Malers David Hockney, „Portrait of an Artist (Pool with Two Figures)“ aus dem Jahr 1972 bei Christie’s. Die Erwartung lag auf Anfrage bei „mehr als achtzig Millionen Dollar“. Bei dem Einlieferer soll es sich um den seit 1979 auf den Bahamas lebenden britischen Milliardär Joe Lewis handeln. Man hatte sich darauf geeinigt, das Werk nicht nur ohne Garantie, sondern auch ohne festgelegten Mindestpreis zu versteigern. In Zeiten, in denen Einlieferer Auktionshäuser mit immer höheren Preisforderungen für Spitzenlose und Garantieerwartungen unter Druck setzen und damit auch interessierte Sammler frustrieren, gelang Christie’s ein seltener Coup.

          Die Spannung war dementsprechend hoch. „Jeder möchte wissen, bei welchem Preis ich es aufrufen kann“, scherzte der Auktionator Jussi Pylkkanen, bevor er das erste Gebot bei achtzehn Millionen Dollar entgegennahm. Nach neun Minuten fiel bei achtzig Millionen der Hammer. Mit Aufschlägen kostet der Pool den siegreichen Bieter 90,3 Millionen, was Hockney zum teuersten lebenden Künstler macht. Seit 2013 trug der Amerikaner Jeff Koons mit 58,4 Millionen Dollar für seine Skulptur „Balloon Dog“ diesen Adelstitel. Das teuerste Werk der Woche war allerdings Edward Hoppers Teehaus-Szene „Chop Suey“ (Taxe 70/100 Millionen Dollar), eines seiner letzten großen Werke aus den zwanziger Jahren, das sich noch in privater Hand befand. Es war zwei Tage zuvor bei Christie’s zusammen mit anderen Werken aus der Sammlung von Barney A. Ebsworth versteigert worden. Hoppers Rekord lag bisher bei 40,5 Millionen Dollar, jetzt verdoppelte er sich: Für „Chop Suey“ fiel der Hammer erst bei 85 Millionen, mit Aufschlägen fallen 91,9 Millionen an. Das Werk „Woman as Landscape“ (60/80 Millionen), ebenfalls aus der Ebsworth-Sammlung, stellte mit einem Hammerpreis von 61 Millionen einen neuen Rekord für Arbeiten des Malers Willem de Kooning auf.

          Der Rest der von Hockney angeführten Zeitgenossen-Auktion bei Christies verlief wenig aufgeregt. Für Francis Bacons „Study of Henrietta Moraes Laughing“ (14/18 Millionen) fiel der Hammer bei neunzehn Millionen Dollar. Richard Diebenkorns „Ocean Park #137“ (18/22 Millionen), gemalt 1985 und seit vier Jahrzehnten in der Sammlung der Schauspielerin Mary Tyler Moore, stieg auf 19,8 Millionen, während der mit einer Garantie versehene Rothko „Untitled (Rust, Blacks on plum)“ (35/45 Millionen) aus der Sammlung von François and Susan de Menil 32 Millionen erzielte. Für Sam Gilliam konnte man mit 1,8 Millionen für „Lady Day II“ (1,5/2 Millionen) einen neuen Rekord feiern. Weit über seine obere Taxe hinaus schoss Philip Gustons „Window“ (300000/500 000), eine figurative Arbeit auf Papier. Christie‘s spielte mit 41 von 48 Losen im Angebot der Zeitgenossen-Auktion insgesamt 357,6 Millionen Dollar ein. Die Verkaufsrate lag bei 85 Prozent nach Losen. Sotheby’s hatte mit seiner Abendauktion 362,6 Millionen vorgelegt. 97 Prozent der 65 Lose wurden vermittelt, bei nur zwei Rückgängen. Das teuerste Los des Abends war ein marktfrisches, monumentales „Abstraktes Bild“ von Gerhard Richter, für das „um 30 Millionen“ Dollar erwartet wurden. Es erzielte 29,5 Millionen durch einen Bieter am Telefon der in Hongkong stationierten Spezialistin Yuki Terase. Der Abend hatte schwungvoll begonnen, als die monumentale Gitarrenspielerin in „Her Arms“ von Dana Schutz – eines von elf Losen aus der Sammlung Teiger – auf 650 000 Dollar stieg. Die obere Erwartung lag bei 200 000 Dollar. Die Diskussion um das Werk von Dana Schutz, die sich wegen ihres Gemäldes des von weißen Rassisten getöteten schwarzen jungen Emmett Till im vergangenen Jahr heftigen Anwürfen aus der afroamerikanischen Community ausgesetzt sah, beeinflusst den Markt nicht negativ. Basquiats garantiertes Werk „Untitled (Pollo Frito)“ sollte mehr als 25 Millionen einspielen, doch schon bei 22,5 Millionen fiel der Hammer. Neue Rekorde wurden für drei andere afroamerikanische Maler aufgestellt: „The Businessmen“ (1,5/2 Millionen) von Jacob Lawrence erzielte starke 5,2 Millionen, Henry Taylors „I’ll Put a Spell on You“ (150.000/200.000) 800.000 Dollar, und Jack Whittens „Ancient Mentor I“ (800.000/1,2 Millionen) brachte es auf 1,85 Millionen.

          Phillips erwirtschaftete mit seiner Abendauktion 88,5 Millionen Dollar für 31 der 38 Lose im Angebot. Joan Mirós Spitzenlos „Femme dans la nuit“ schwang sich über seine obere Taxe von 18 Millionen hinaus auf 19,8 Millionen Dollar. Warhols großformatiger Revolver „Gun“ (7/10 Millionen), wohl eingereicht aus der Sammlung des früheren Sotheby’s-Auktionators Tobias Meyer, erzielte 8,2 Millionen. Neue Rekorde gab es für Amy Sillman, Carmen Herrera, sowie KAWS mit seinem „Untitled (Fatal Group)“ (700.000/900.000) für das der Hammer bei 2,9 Millionen Dollar fiel.

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