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Enjoy-Jazz-Festival : Hartnäckig und frei

  • -Aktualisiert am

Ließ hier und da ihr außergewöhnliches vokales Timbre durchschimmern: Mamani Keita von den Amazones d’Afrique Bild: Manfred Rinderspacher

Zwanzig Jahre ohne Größenwahn und von der Jazzpolizei verschont geblieben: Das Enjoy-Jazz-Festival gibt afrikanischen Künstlerinnen Raum, die patriarchalische Strukturen und häusliche Gewalt anprangern.

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          Ein sanfter Wind von der Salzach schien zum Neckar herüberzuwehen. Dass er die Heidelberger Stadthalle in ihrer ganzen Jugendstilpracht dabei umhüllt und in eine altehrwürdig-erzbischöfliche Felsenreitschule verwandelt hätte, werden wohl selbst übersinnlich veranlagte Beobachter kaum behaupten können. Als der Schauspieler Matthias Brandt zur Eröffnung des Enjoy-Jazz-Festivals aber nun seine Stimme erhob und vom Jazz als einer Kunst der Freiheit sprach, als Hoffnung für eine Menschheit, die das tolerante Zuhören verlernt habe, da meinte man doch so etwas wie human-philosophischen Festreden-Flair zu spüren, wie man es von den Salzburger Festspielen her kennt.

          Den Machern des Festivals aus der Metropolregion Rhein-Neckar mit Konzerten in Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen wird man Größenwahn kaum unterstellen können. Dafür haben sie vor zwanzig Jahren viel zu bescheiden mit Veranstaltungen in lokalen Jazz- und poppigen Szeneclubs begonnen und sind auch heute noch weit davon entfernt, sich selbst zu überschätzen oder ideologisch überhöhen zu wollen. Ein Blick auf das diesjährige Programm und die lebhafte Erinnerung an Festivals in jüngerer Zeit zeigt jedoch, wie hartnäckig und klug gestaltend man sich in die erste Reihe europäischer Ereignisse dieser Art eingeklinkt hat.

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