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F.A.Z. Frühdenker : Wie beurteilt die Ema den Astra-Zeneca-Impfstoff?

Menschenleere Impfzentren: Nach dem Impfstopp mit dem Corona-Impfmittel von Astra-Zeneca fallen in Deutschland Tausende Termine aus. Bild: dpa

Das Urteil der Europäischen Arzneimittelbehörde ist entscheidend für den Fortgang der Impfkampagne. Bund und Länder streiten über Lockerungen. Und Italien gedenkt seiner Corona-Toten. Der Newsletter für Deutschland.

          7 Min.

          Das Wichtigste für Sie an diesem Donnerstag: Die Ema entscheidet über Astra-Zeneca, in Deutschland wird der Kampf gegen Corona zunehmend unübersichtlich und die Masken-Affäre der Union nimmt kein Ende.

          Tatjana Heid
          Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.

          1. Bekommt Astra-Zeneca den Freispruch?
          2. Kampf um Lockerungen
          3. Italien gedenkt seiner Corona-Toten
          4. Kein guter Lauf für die Union
          5. Neues Missbrauchsgutachten zum Erzbistum Köln wird vorgestellt
          6. Ranghohes Treffen zwischen den Vereinigten Staaten und China
          7. Mark Rutte – zum vierten Mal

          Könnte bald wieder im Einsatz sein: der Impfstoff von Astra-Zeneca
          Könnte bald wieder im Einsatz sein: der Impfstoff von Astra-Zeneca : Bild: AFP

          1. Bekommt Astra-Zeneca den Freispruch?

          An diesem Donnerstag will die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) über Astra-Zeneca entscheiden. Behält der Impfstoff seine Zulassung, könnte er auch in Deutschland bald wieder zum Einsatz kommen.

          Entscheidung: Es dürfte der wichtigste Termin der Woche sein für Virologen, Gesundheitspolitiker und alle Impfwilligen. Die Ema will an diesem Donnerstag zu einer abschließenden Einschätzung über die Sicherheit des Astra-Zeneca-Impfstoffes kommen und ihre Empfehlungen entsprechend anpassen. Die Behörde hatte dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers Ende Januar eine bedingte Marktzulassung erteilt.

          Hintergrund: Deutschland und zahlreiche andere Staaten haben die Impfung mit Astra-Zeneca ausgesetzt, nachdem mehrere Fälle von Thrombosen in den Hirnvenen in zeitlicher Nähe zur Impfung aufgetreten waren. Die Ema prüft die Fälle, hat am Dienstag jedoch bekräftigt, dass die Vorteile der Impfung mit Astra-Zeneca im Kampf gegen das Coronavirus größer seien als die Risiken. Auch die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Impfung mit Astra-Zeneca bis auf Weiteres empfohlen.

          So geht es weiter: Deutschland hat angekündigt, den Empfehlungen der Ema folgen zu wollen. Im besten Fall könnte hierzulande also bald wieder mit Astra-Zeneca geimpft werden. Dass die Impfzentren direkt morgen damit loslegen, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Die gute Nachricht: Trotz aller Probleme ist die Impfbereitschaft in Deutschland lediglich um zwei Prozentpunkte auf 71 Prozent im Vergleich zu Anfang März gesunken. Inwieweit das bei den Deutschen ohnehin nicht allzu gut beleumundete Astra-Zeneca nach dem Zwangsstopp angenommen wird, wird sich allerdings zeigen müssen.

          Lockdown long: In Bund, Ländern und Kommunen herrscht Uneinigkeit über das weitere Vorgehen.
          Lockdown long: In Bund, Ländern und Kommunen herrscht Uneinigkeit über das weitere Vorgehen. : Bild: dpa

          2. Kampf um Lockerungen

          Nachdem sich Bund und Länder vor zwei Wochen auf erste Öffnungsschritte verständigt haben, wird der Kampf gegen das Coronavirus zunehmend unübersichtlich.

          Beispiel: Gestern gegen 13.20 Uhr teilte die Stadt Duisburg mit, dass sie die Kita-Betreuung wieder drastisch einschränkt. Voraussichtlich ab Freitag werde nur noch ein Notbetrieb für Eltern in systemrelevanten Berufen angeboten, ließ ein Sprecher wissen. Die Maßnahme sei mit dem Land abgesprochen. Gegen 15.50 Uhr teilte der nordrhein-westfälische Familienminister Joachim Stamp (FDP) mit, die angekündigten Schließungen nicht zuzulassen. „Das ist mit dem Land nicht abgestimmt“, sagte er. Es könne ja nicht jeder Oberbürgermeister nach Gutdünken Maßnahmen verkünden.

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