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Schutz des Lebens : EKD-Vorsitzender lehnt assistierten Suizid innerhalb der Kirche ab

  • Aktualisiert am

Für Heinrich Bedford-Strohm ist Suizidbeihilfe nicht mit den Zehn Geboten vereinbar. Bild: dpa

Die Führung der evangelischen Kirche stellt sich gegen den Vorstoß evangelischer Theologen, assistierten Suizid in kirchlichen Einrichtungen zu ermöglichen. Im „heute-journal“ berief sich der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm auf das Fünfte Gebot zum Schutz des Lebens.

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          In Reaktion auf einen in der F.A.Z. erschienenen Gastbeitrag hat sich Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, gegen Suizidbeihilfe innerhalb kirchlicher Institutionen ausgesprochen. Gegenüber dem „ZDF heute-journal“ sagte Strohm: „Ich entnehme dem Fünften Gebot, 'Du sollst nicht töten', schon einen klaren Auftrag, sich für den Schutz des Lebens einzusetzen. Und deswegen sollten wir uns nicht an der organisierten Hilfe zum Suizid beteiligen.“

          Am 11. Januar war als Ergebnis eines längeren Diskussionsprozesses innerhalb der evangelischen Kirche ein Gastbeitrag in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschienen. Verfasst wurde der Artikel von Reiner Anselm, lehrender Professor der Theologischen Ethik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Vorsitzender der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD, Isolde Karle, lehrende Professorin der Praktischen Theologie an der Ruhr-Universität Bochum und Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie.

          Darin hieß es, Aufgabe kirchlich-diakonischer Einrichtungen könne es sein, neben medizinischer und pflegerischer Versorgung auch „Rahmenbedingungen für eine Wahrung der Selbstbestimmung bereitzustellen“. Dies könne auch bedeuten, mit ärztlicher Hilfe „abgesicherte Möglichkeiten eines assistierten Suizids in den eigenen Häusern anzubieten oder zumindest zuzulassen und zu begleiten“.

          Einer der Autoren, Ulrich Lilie, Präsident der Diakonie Deutschland, hat sich nun im ZDF gegen den Verdacht verwahrt, den Suizid fördern zu wollen. „Ich möchte nicht, dass der Suizid zum Normalfall wird, ich möchte auch keinen Dammbruch“, sagte Lilie dem „heute-journal“. Gleichwohl machte er deutlich, an dem Vorstoß festhalten zu wollen: „Ich möchte, dass wir in besonderen Situationen die Selbstbestimmung der Menschen, die sich in diesen Situationen dann am Lebensende befinden, sichern helfen.“

          Der Bundesvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU, Thomas Rachel, hält den Vorschlag der evangelischen Theologen für „einen Irrweg“. Die Forderung nach einem Recht auf assistierten Suizid entspringe einem „Zerrbild menschlicher Autonomie“, das kirchlicherseits keineswegs befördert werden solle. Auch der langjährige Vorstandsvorsitzende der württembergischen Diakonie Dieter Kaufmann stellte sich gegen den Vorschlag. Böten kirchliche Einrichtungen diese Möglichkeit, könnte dies der gesellschaftlichen Akzeptanz des assistierten Suizids den Weg bereiten, so Kaufmann.

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