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Eishockeyspieler Sven Felski : „Der Titel im 1000. Spiel wäre eine gute Geschichte“

  • Aktualisiert am

987 Spiele: Sven Felski feierte bsialng fünf Meisterschaften Bild: dpa

Er ist eine „Ikone“ des deutschen Eishockeys, absolvierte 987 Spiele für die Berliner Eisbären. Vor dem Play-Off-Viertelfinale gegen die Kölner Haie spricht Felski im F.A.Z.-Gespräch über Vereinstreue und den Wert von Erfahrung.

          Bundespräsident Joachim Gauck hat Sven Felski bei seinem letzten Auftritt als Bürger eine „Ikone“ des Eishockeys genannt. Der 37 Jahre alte Berliner hat schon 987 Spiele für die Eisbären bestritten. Am Ende der Playoffs, die an diesem Dienstag (19.30) mit dem ersten Viertelfinalspiel gegen die Kölner Haie beginnen, soll die sechste Meisterschaft stehen.

          Können Sie nach 20 Profijahren sagen, was Platz eins nach der Vorrunde für die Play-offs bedeutet - wieder den Titel für die Eisbären?

          Nein, kann ich leider nicht. Es ist jedes Jahr immer wieder anders. Dieses Jahr ist es extrem eng. Vor dem letzten Spieltag hatten fünf Mannschaften die Möglichkeit, noch auf Rang sechs zu kommen.

          Und auch während der Saison können Sie mit Ihrer Erfahrung nicht abschätzen, wo die Mannschaft landen wird?

          Wir hatten dieses Jahr viele verletzte Spieler. Das wurde immer wieder als Grund angeführt, wenn wir mal eine Phase hatten, in der wir nicht gewonnen haben. Aber ich sehe das nicht so. Wir hatten drei, vier Spieler, die waren die ganze Saison über verletzt, die kann man dann nicht mehr dazu rechnen. Unser Problem war eher, dass immer wieder, wenn ein Spieler zurückkam, ein anderer ausgefallen ist. Wir hatten ständig Rotation und konnten uns - bis auf eine Reihe - nicht richtig einspielen. Wir haben jedoch einen tiefen Kader mit vielen verschiedenen Spielertypen, aber alle versuchen, das gleiche Grundprinzip zu spielen, deswegen haben wir das sehr gut hinbekommen. Das ist es, was ist feststelle, nicht mehr.

          In manchen Zeitungen steht, dass man gerade den besten Felski aller Zeiten sieht. Glauben Sie das noch - in Ihrem Alter?

          Das ist totaler Quatsch. Vor zwei, drei Jahren habe ich genauso gespielt. Aber man wird ja leider immer an Toren und Vorlagen gemessen.

          An zwölf Toren und zwanzig Vorlagen in der Vorrunde...

          Aber wenn man genauso spielt und weniger Tore erzielt, heißt es: der kommt nicht mehr klar. Ich gebe auf all diese Sprüche nichts. Wenn es gut läuft, bekommt man zwar noch mehr Selbstvertrauen, aber ich ändere mich doch nicht als Spielertyp. Ich bin nicht besser, aber auch nicht schlechter wie vor ein paar Jahren - und noch genauso spritzig.

          Sie haben noch nicht gespürt, dass Alter zur Last wird?

          Überhaupt nicht. In der Sommerzeit muss ich zwar ein bisschen mehr machen, das ist es aber auch schon. Aber wenn ich merken sollte, dass ich zu langsam bin, es körperlich nicht mehr schaffe oder keine Lust mehr aufs Training habe - dann bin ich der Erste, der sagt: „Jungs, seid mir nicht böse, aber das war´s.“ Ich muss niemanden etwas beweisen, auch mir nicht.

          Haben Sie den Zustand erreicht, indem der Zuwachs an Erfahrung nichts mehr bringt - oder hält das Eishockey schon gar keine neuen Erfahrungen mehr für Sie bereit?

          Es gibt auch jetzt immer noch Situationen, von denen ich sage: „Das haste ja noch nie erlebt.“ Und jüngere Spieler ziehen mich mittlerweile mit, das ist auch eine Erfahrung, die ich nicht kannte. Andererseits merke ich natürlich, wie die jüngeren Spieler von meiner Erfahrung profitieren. Der größte Teil, wie Erfahrung weitergegeben wird, passiert auf dem Eis. Die Jüngeren schauen schon genau hin: „Wie macht der das jetzt? Jetzt rennt er brutal schnell, da schaut er lieber.“ Sie beobachten und ziehen ihre Schlüsse daraus.

          Gute Ausbildung: Das Schlittschuhfahren hat Felski einst beim Eiskunstlaufen gelernt

          Welche Schlüssen sollten sie ziehen?

          Ruhig spielen, nie hektisch werden. Ich bin früher auch ein extremer Heißsporn gewesen und wollte verschiedene Dinge gleichzeitig machen, aber das ist Unsinn. Man muss ruhig und gelassen bleiben, das ist das Wichtigste. Ich bin natürlich auch weiter mit dem Herzen dabei, sonst wäre ich ja nicht mehr auf dem Eis, aber man muss auch mal Druck rausnehmen, um nicht selbst zu verkrampfen.

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