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Eintracht trifft auf Dortmund : Aus der Tiefe des Raumes

Verhaltener Jubel: Marius Wolf nach seinem Treffer gegen die Eintracht. Bild: SvenSimon

Marius Wolf trifft seine alten Kollegen empfindlich. Die Frankfurter Eintracht fühlt sich Dortmund unter Wert geschlagen. Kann das kommende Europa League-Spiel besser werden?

          Das erste Gespräch unter Freunden fand in Dortmund schon vor dem Anpfiff statt. „Du musst heute kein Tor machen“, sagte Eintracht-Profi Mijat Gacinovic. Adressat war Marius Wolf, sein Kumpel aus alten Frankfurter Tagen. Einer aus dem Pokalsieger-Team, der seit diesem Sommer in Dortmund eine neue sportliche und wirtschaftliche Herausforderung gefunden hat. Wolf war derjenige in den Reihen der Borussia, der seiner alten Liebe Eintracht den entscheidenden Nackenschlag versetzt hat. Sein Treffer in der 72. Minute bedeutete nicht nur die zwischenzeitliche 2:1-Führung für den favorisierten BVB.

          Die von großer Entschlossenheit geprägte Aktion machte zugleich alle Hoffnungen der zu diesem Zeitpunkt aufbegehrenden Frankfurter zunichte. Wolf also hat doch ein Tor erzielt – und Gacinovic war später noch nicht einmal böse. „Ich freue mich für Wolfi“, sagte der Serbe in den Katakomben des größten deutschen Fußballstadions, in dem zuvor 81000 Besucher Zeuge eines neuerlichen Heimsiegs gegen die Eintracht waren.

          Hätte die Frankfurter Mannschaft von Trainer Adi Hütter es an diesem lauen Septemberabend unter Flutlicht schaffen können, eine Negativserie der besonderen Art zu stoppen? Sieben Niederlagen in Folge bisher in den vergangenen achteinhalb Jahren: Dienstreisen nach Westfalen waren und sind ernüchternde Angelegenheiten für die Hessen. „Nach dem 1:1 waren wir viel zu offen“, klagte Bruno Hübner.

          Der BVB nutzt seine wenigen Chancen

          Der Sportdirektor der Eintracht hatte sich etwas ausgerechnet, vor allem nach diesem im Fallen erzielten Ausgleichstreffer von Sebastien Haller in der 68. Minute. Doch dann schlug Wolf zu, der von einer vorzüglichen und trickreichen Vorarbeit des eingewechselten Jadon Sancho profitierte, der gleich zwei Gegenspieler mit einer einzigen schnellen Drehung düpierte. Hübner war sicher: „Wir haben heute ein gutes Spiel gemacht, und nach dem Spiel weißt du gar nicht, warum du verloren hast. Heute war jeder Schuss der Borussia ein Treffer.“ Anders formuliert: Der BVB, optisch klar überlegen und mit mehr Ballbesitzzeiten (60 zu 40 Prozent), nutzte eiskalt seine wenigen Chancen.

          „Vielleicht war die Euphorie nach dem Ausgleichstreffer zu groß“, vermutete der Frankfurter Sportdirektor in seiner Analyse. „Da hätten wir vielleicht stabiler stehen müssen. Das ist total ärgerlich.“ Auch Hütter war enttäuscht. Wie schon vor zwei Wochen beim vorausgegangenen Heimspiel gegen den SV Werder Bremen sah er seine Mannschaft um die Früchte ihrer Arbeit gebracht.

          „Wir haben das heute taktisch diszipliniert gemacht“, sagte der Eintracht-Coach, der mit seiner favorisierten 4-2-3-1-Formation begonnen hatte, nach der Pause und vorgenommenen Personalwechseln auf ein 4-4-2 geändert hatte, „was der Mannschaft gut tat. Wir hatten viele gute Phasen in der zweiten Halbzeit. Doch dann kam das zweite Tor. Das war der Knackpunkt.“

          „Wir hätten das 1:1 halten müssen“

          Unterstützung und Beistand erhielt Hütter von seinem Dortmunder Kollegen Lucien Favre, der zu vorgerückter Stunde bestätigte: „Es ist sehr schwer, gegen diese Eintracht zu spielen.“ Gegen eine Mannschaft, die Hütter wegen verletzter und gesperrter Profis erwartungsgemäß ins Rotieren gebracht hatte. Besonders im Fokus stand dabei der Rückkehrer Simon Falette.

          Der Franzose, der sich nach den Vorstellungen der Sportlichen Leitung eigentlich nach einem neuen Klub umschauen sollte, wurde von Hütter auf den ungewohnten linken Außenverteidigerposten beordert. Neuland für den Innenverteidiger, der später sagte: „Dass ich heute wieder spielen durfte, hat bei mir für die einzige Zufriedenheit gesorgt. Ansonsten war für uns viel mehr drin. Wir hätten das 1:1 halten müssen. Die anderen Tore haben uns das Genick gebrochen.“

          Den Auftakt zur achten Eintracht-Auswärtsniederlage in Dortmund in Serie hatte der aus Mainz zum BVB gewechselte Abdou Diallo gemacht, der den Ball mit dem Knie über die Linie drückte (36.). Den Schlusspunkt setzte der Spanier Paco Alcacer, der mit einem wuchtigen Linksschuss Kevin Trapp keine Chance ließ (88.). Glück und Pech lagen bei dieser Aktion eng beieinander, denn es war der Frankfurter Torschütze Haller, der den Ball unhaltbar abfälschte.

          Jeder Mann bei der Eintracht gebraucht

          „Diese Niederlage ist schon enttäuschend“, sagte später Eintracht-Keeper Trapp. „Dortmund hat zwar eine qualitativ gute Mannschaft, aber sie war nicht so viel besser als wir.“ Sie hatte aber einen, der auch in neuer Spielumgebung gezeigt hat, dass er den Unterschied machen kann. Marius Wolf, in der ersten Halbzeit noch völlig in der Deckung geblieben, kam vor dem 2:1 zur rechten Zeit aus der Tiefe des Raumes.

          „Ich wollte unbedingt mein erstes Tor für Dortmund machen. Ein bisschen schade, dass es gegen die Eintracht war“, sagte Wolf entschuldigend. Gegen die alten Spezis, die in den kommenden Tagen vor großen Herausforderungen stehen und von denen sich „ jetzt nicht mehr viele verletzen sollten“, wie Hütter sagte. Der Eintracht-Trainer braucht dringend jeden Mann. Am Donnerstag im ersten Europa League-Spiel bei Olympique Marseille ganz besonders.

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