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Duisburg : Salafist unterrichtete an Berufsschule

Ein mutmaßlicher Salafist, der dem Verfassungsschutz in Nordrhein-Westfalen seit Jahren bekannt war, hat an einer Berufsschule in Duisburg monatelang unterrichtet. Erst durch einen Hinweis aus der Bevölkerung wurde das Schulministerium auf ihn aufmerksam.

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          Herr K. trug einen etwas längeren Bart als andere Lehrer am Bertold-Brecht-Berufskolleg im Duisburger Stadtteil Huckingen. Aber auffällig fanden das weder seine Kollegen noch seine Schüler, die er im Fach Elektrotechnik unterrichtete. K., der seit Anfang des Jahres als Quereinsteiger im Schuldienst tätig war, war ein freundlicher und allseits geschätzter Lehrer. Er war es, denn in den Sommerferien hat ihn die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf fristlos gekündigt. Durch einen Hinweis aus der Bevölkerung war das nordrhein-westfälische Schulministerium darauf aufmerksam geworden, dass Herr K. auch als Salafisten-Prediger tätig ist und Kontakte zur Terrororganisation Al Qaida gehabt haben soll.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Warum die Schulbehörden erst dieses Hinweises bedurften, ist unklar. Denn den Sicherheitsbehörden ist der zum Islam konvertierte Deutsche schon seit langem als einer der führenden deutschen Salafisten bekannt. K. war Mitbegründer und stellvertretender Leiter des mittlerweile geschlossenen Islamischen Zentrums Münster, er hatte Kontakt zu einem der späteren Attentäter des 11. September. Zudem war K. einer der führenden Köpfe des Vereins „Einladung zum Paradies“ in Mönchengladbach. Zwar löste sich der Verein nicht zuletzt wegen der beharrlichen Proteste von Anwohnern im Juli 2011 auf, doch laut Verfassungsschutzbericht ist das islamistische Netzwerk weiter aktiv. Und Herr K. verbreitet seine Botschaften im Internet.

          In den vergangenen Monaten haben sich die Vorfälle mit Salafisten in Nordrhein-Westfalen gehäuft. Im Frühjahr attackierten Salafisten in Solingen und Bonn Polizisten. Vor wenigen Wochen versuchte Sami A., der nach einer Zeugenaussage zur Leibgarde Usama bin Ladins gehört haben soll, in Bochum eine Moschee zu eröffnen. All dies und der aktuelle Duisburger Fall zeige, dass Salafisten zunehmend versuchten, im Sozial- und Bildungsbereich Fuß zu fassen, meint die CDU-Landtagsfraktion.

          Offenbar habe Nordrhein-Westfalen ein Salafisten-Problem. Tatsächlich ist die Zahl der Salafisten zuletzt sprunghaft gestiegen. Waren es im vergangenen Jahr noch 500, werden es Ende des Jahres doppelt so viele sein, schätzt der Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier.

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