https://www.faz.net/-gpc-8m8vu

Die von Ihnen angeforderte Seite kann leider nicht ausgeliefert werden. Das tut uns leid. Interessiert Sie eine andere Geschichte von der aktuellen FAZ.NET-Homepage?

Nach dem TV-Duell : Atempause für die Republikaner

Die zweite Fernsehdebatte war für viele Kommentatoren ein Tiefpunkt in der Geschichte der amerikanischen Politik. Bild: dpa

Besser als befürchtet? Die Republikaner sind zwar erleichtert über Trumps soliden Auftritt in der zweiten Fernsehdebatte. Doch die republikanische Partei ist weiterhin im Krisenmodus.

          Das Verhältnis zwischen der republikanischen Partei und ihrem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump war von Anfang an kompliziert. Viele Parteimitglieder hielten Trumps Nominierung für falsch ­– und müssen sich spätestens seit Freitagabend bestätigt fühlen. Die Veröffentlichung des Skandal-Videos von 2005 durch die Zeitung „Washington Post“ war ein Desaster für Trump und versetzte die republikanische Partei endgültig in einen Krisenmodus.

          Anna-Lena Ripperger

          Redakteurin in der Politik.

          Viele Republikaner aus allen Flügeln der Partei gaben öffentlich bekannt, ihren Kandidaten nicht mehr unterstützen zu können. Und zwar „nicht einmal mehr unter Vorbehalt“, wie es der republikanische Senator John McCain ausdrückte. Neben dem Sprecher des Repräsentantenhauses Paul D. Ryan und dem ehemaligen Gouverneur von Kalifornien Arnold Schwarzenegger entzogen auch zahlreiche weitere Abgeordnete Trump ihre Unterstützung, nachdem sie von dessen jüngsten frauenverachtenden Aussagen erfahren hatten.

          Die „Washington Post“ veröffentlichte am Sonntag eine Liste mit 36 Republikanern, die offen forderten, Trump solle zurücktreten. Unter ihnen waren sowohl Republikaner, die Trump bereits in der Vergangenheit kritisiert hatten, wie die Senatoren Mike Lee und Ben Sasse, als auch ehemalige Trump-Unterstützer, wie der Senator Mike Crapo oder der ehemalige Gouverneur von Utah, Jon Huntsman.

          Zehn weitere Republikaner erklärten, Trump nicht mehr weiter unterstützen zu wollen, darunter der Gouverneur von Utah, Gary R. Herbert, und die Senatorin Kelly Ayotte. 18 weitere Mitglieder der republikanischen Partei äußerten Kritik an Trump, ließen die Frage nach einer weiteren Unterstützung des republikanischen Kandidaten aber offen.

          Drei Republikaner attackierten Trump offen: Der republikanische Präsidentschaftskandidat von 2012, Mitt Romney, der Gouverneur von Ohio, John Kasich, und Carlos Curbelo, der für Florida im Repräsentantenhaus sitzt. Trumps Aussagen über Frauen seien unentschuldbar und würden Amerikas Ansehen in der Welt beschädigen.

          Nur noch wenige Fürsprecher

          Einige wenige Republikaner stellten sich am Wochenende noch vor Trump – oder vermieden es zumindest, ihn zu kritisieren. Mike Pence, der als Vize-Präsident für die Republikaner antritt, versuchte, dem Thema auszuweichen. Auf einer Wahlveranstaltung in Ohio sagte er am Freitag, Trump werde ein Präsident sein, der „alle Amerikaner respektiere“.

          Der Präsident der konservativen Lobbyorganisation „Family Research Council“ sagte der Webseite „Buzzfeed“, seine persönliche Unterstützung für den Kandidaten sei noch nie auf gemeinsamen Werten aufgebaut gewesen, sondern auf gemeinsamen Ansichten zu bestimmten Themen wie der Gefahr islamistischer Terroristen. Der ehemalige republikanische Kongress-Abgeordnete Jack Kingston sagte dem Nachrichtensender MSNBC, zitiert von der Atlanta Journal-Constitution, zehn Jahre alte Aussagen, die im Zusammenhang mit Hollywood in einem privaten Gespräch gemacht worden seien, seien nicht vergleichbar mit einem offiziellen politischen Statement.

          Doch trotz der schwindenden Unterstützung bei führenden Vertretern der Republikaner, ist Trump die Unterstützung der Basis weiterhin sicher: Viele Trump-Anhänger sagten ihm am Wochenende ihre weitere Unterstützung zu, ungeachtet des Video-Skandals. Damit steckte die republikanische Parteispitze in einem Dilemma: Wie sollte sie sich von Trump distanzieren, ohne gleichzeitig die große Zahl von Wählern zu verprellen, die immer noch hinter ihm standen?

          Weitere Themen

          Eiskalte Interessen

          Trumps Grönland-Idee : Eiskalte Interessen

          Manche Republikaner unterstützen die Idee von Donald Trump, Grönland zu kaufen. Schließlich könnte man so den Einfluss von China und Russland begrenzen – und riesige Rohstoffvorkommen ausbeuten.

          Topmeldungen

          Proteste gegen China : Hongkong ist eine Gefahr für die Weltwirtschaft

          Chinas innenpolitischer Konflikt bedroht die ohnehin schon trübe Weltkonjunktur. Auch Pekings Vorgehen gegen die Fluggesellschaft Cathay sollte deutschen Unternehmen eine Warnung sein – denn auch Daimler und Lufthansa gerieten schon mal ins Fadenkreuz.

          TV-Kritik: Anne Will : Wiederbelebung der Neiddebatte

          Die SPD hatte bisher das einzigartige Talent, die Probleme ihrer Konkurrenz zu den eigenen zu machen. Bei der Debatte um den Solidaritätszuschlag scheint das anders zu sein, wie bei Anne Will zu beobachten war.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.