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Präsident sammelt Unterstützer : In Phoenix aus der Asche

  • -Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump bei einem Auftritt in Arizona Bild: Reuters

Donald Trump schwört Tausende begeisterte Anhänger in Arizona auf den Wahlkampf 2020 ein. Er und sein Team haben längst damit begonnen, Millionen an Spenden einzusammeln. Doch die Probleme mit der eigenen Partei kann das nicht überdecken.

          „Was für eine Masse, was für ein Publikum“, ruft Donald Trump am Abend in Phoenix seinen jubelnden Anhängern zu. Er ist in seinem Element – heute ist er nicht Teleprompter-Trump, sondern wieder der Mann auf der Wahlkampfbühne. Und er denkt gar nicht daran, das Thema Charlottesville auszulassen – im Gegenteil. Die erste halbe Stunde redet er über nichts anderes.

          Trump liest alle drei Statements, die er nach dem Neonazi-Aufmarsch in Charlottesville abgegeben hatte, noch einmal vor – zumindest Teile davon. Der Präsident zitiert sich zwanzig Minuten lang selbst. Er wedelt mit seinen Redemanuskripten, seine Anhänger jubeln, rufen „USA“ und „Trump, Trump, Trump“.

          Er habe die Gewalt in Charlottesville von Anfang an verurteilt, auch die der Neonazis. Er liebe „alle Amerikaner, egal ob Du weiß bist oder schwarz oder ob Du aus Japan kommst“, ruft Trump. Die Medien seien schuld an der Kontroverse der letzten Woche, sie hätten ihn falsch wiedergegeben und behauptet, er sei ein Rassist, empört er sich. Der Sender CNN sei schlecht, alle Medien seien unehrlich, außer Fox News, schimpft Trump. Eigentlich seien ohnehin die Journalisten schuld, denn sie gäben den Rechtsradikalen erst eine Plattform. „Die Medien sind es, die den Hassgruppen ein Forum bieten, sie groß machen. Aber sie sind blind für Gang-Gewalt.“ Seine Regierung befreie Städte von der Gewalt der Gangs, eine nach der anderen, sagt Trump. Letztlich gehe es um „Liebe“ für alle Amerikaner – aber diese Botschaft sei einfach nicht angekommen. Es sei wahr, dass „sie“ die Geschichte und Kultur Amerikas zerstören wollten, ruft Trump in Anspielung auf den Streit über Denkmäler für Sezessionisten in Innenstädten. Das werde er aber nicht zulassen.

          Trump zitiert nicht die Passagen aus seiner Pressekonferenz von Dienstag vor einer Woche, als er sagte, dass es in Charlottesville „auf beiden Seiten feine Menschen“ gegeben habe. Er wiederholt auch nicht die Aussage, dass „beide Seiten“ – Neonazis und Gegendemonstranten also – gleich viel Verantwortung für die Gewalt trügen. Stattdessen wechselt er das Thema. Für Trump ist es nun erledigt, denn die Medien sind die eigentlich Schuldigen – unverschämt, dass einzelne rote Kameralichter ausgehen: „Seht Ihr, sie schalten die Live-Übertragung aus“, ruft der Präsident. „Sie sind sehr nervös, wenn sie mich live im Fernsehen haben.“

          „Sheriff Joe kann sich gut fühlen“

          „Mögt Ihr Sheriff Joe?“, fragt der Präsident danach die Menge und legt unter dem Jubel eine Kunstpause ein. Joe Arpaio ist gemeint, ein Polizist, der verurteilt wurde, weil er illegale Immigranten unrechtmäßig festgesetzt hatte. Ein Mann, der Häftlinge einmal gezwungen hat, pinkfarbene Unterhosen zu tragen, ein Mann nach Trumps Geschmack. Arpaio sei verurteilt worden, weil er seinen Job gemacht habe, ruft der Präsident. „Ich denke, ich werde eine Voraussage machen, alles wird in Ordnung kommen für ihn! Ich will es nicht heute tun, weil ich keine Kontroverse verursachen will“, sagt Trump. „Aber Sheriff Joe kann sich gut fühlen.“ Schon vor der Rede war darüber spekuliert worden, ob Trump Arpaio begnadigen würde.

          Dann kommt Trump noch einmal zu den illegalen Immigranten, zur Mauer an der Grenze zu Mexiko: „Wir werden die Mauer bauen“, ruft er. Seine Anhänger jubeln. Dafür sei er schließlich gewählt worden. Er ruft: „Kauft amerikanisch, stellt Amerikaner ein!“ Der Wahlkämpfer Trump stimmt gemeinsam mit seinen Fans seinen Slogan an: „Make America great again!“

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