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Herzblatt-Geschichten : Ansonsten lieber einen Hund

Franz Xaver Kroetz muss sich vielleicht bald um einen Hund kümmern. Bild: dpa

Franz Xaver Kroetz möchte sich einen Hund zulegen, falls er keine junge Venus mehr an sich binden kann. Vielleicht könnte es ja noch mit Helene Fischer klappen. Sie könnte sich ihn schön trinken.

          3 Min.

          An den Weihnachtstagen gilt unser Mitgefühl all jenen Menschen, die es nicht so gut haben. Zum Beispiel Meghan Markle. Wie, Sie meinen, die kann sich nicht beklagen? Wir sind uns da nicht so sicher. Prinz Harrys Verlobte feiert ja erstmals mit den Royals zusammen Weihnachten, und das stellen wir uns gar nicht so einfach vor, mit all den Regeln: vor jedem Mitglied der Königsfamilie einen Knicks machen zu müssen, was tierisch in die Beine geht. Über Prinz Philips 96 Jahre alte Witze lachen zu müssen. Erst dann zu essen, wenn die Corgis der Queen gespeist haben. Und so weiter, und so weiter.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Und wie feiern andere Prominente? „Um Mitternacht kommt bei uns der Weihnachtsmann“, erzählt Mireille Mathieu dem „Goldenen Blatt“. „Mein jüngster Großneffe wird dann ganz aufgeregt sein. Er glaubt noch an das Christkind.“ Wir sehen da ja ein schweres Trauma heraufziehen, wenn der Knabe das Christkind erwartet und stattdessen ein dicker, alter Mann reingestapft kommt. Aber gut, das Christkind ist ja mittlerweile auch mehr als 2000 Jahre alt.

          „Reiche Alte beschenkt reiche Alte“

          Durch einen vorweihnachtlichen Skandal ins Gespräch bringen will sich ein Lotterieunternehmen, das mit dem Slogan wirbt: „Weihnachten wird jetzt noch schöner“ – und ans Kreuz anstelle des verhärmten Jesus, dessen Darstellung ja in der Tat Geschmackssache ist, die ansehnliche Sophia Thomalla hängt. „In“ geht der Werbung voll auf den Leim und regt sich darüber auf, wobei es erzürnte Besucher von Thomallas Instagram-Seite zu Wort kommen lässt: „Du bist so widerlich und respektlos“, steht da, oder: „Warum hängst du dich nicht auf?“ So richtig logisch finden wir diesen Einwand nicht, schließlich hängt Thomalla ja schon.

          Wurde für eine Werbeanzeige aufs Kreuz gelegt und genagelt: Sophia Thomalla

          Schon eine Bescherung hinter sich hat Stéphanie von Monaco, die damit den ganzen Sozialneid der „Bild“-Zeitung weckt. Besucht nämlich hat sie eine „mondäne Senioren-Residenz in Monte Carlo“, deren Bewohner für den „Bild“-Geschmack zu begütert sind, um Gaben verdient zu haben: „Stéphanie reicht dieser Dame mit Goldbrosche und Funkelkette ein Tütchen“, ärgert sich das Blatt. Ja, hätten sich die Bewohner zum Prinzessinnenbesuch denn in Lumpen kleiden sollen? „Reiche Alte beschenkt reiche Alte“ lautet die Schlagzeile, die angesichts von Stéphanies gerade einmal 52 Lebensjahren durchaus ungalant ist.

          Deutlich älter zum Beispiel ist mit seinen 71 Jahren Franz Xaver Kroetz, von dem sich seine 41 Jahre junge Partnerin getrennt hat. „Juliane will noch mal was erleben – ich kann das gut verstehen. Sie ist 30 Jahre jünger, und da denkste halt: So ein alter Kerl neben mir im Bett“, erklärt Kroetz der „Bild“-Zeitung. Seine Chancen auf eine neue Beziehung schätzt Kroetz gering ein: „Als alter Sack willst du ja nichts Altes. Sondern was Nettes, Frisches, sonst lieber einen Hund.“ Oder auch einen schönen Blumenstrauß?

          Die Macht der Karins

          Das bringt uns zu Norbert Körzdörfer, bei „Bild“ der ungeschlagene Meister der verrutschten Metapher vor allem aus dem Tierreich, der in seinem Text zum Achtzigsten von Jane Fonda beweist, dass er sich nicht nur in der Fauna, sondern auch in der Flora nicht auskennt. „Eine Frisur wie eine Löwin“, schreibt er, und: „Eine Figur wie eine Rose.“ Also: Die Mähnen bei den Löwen haben die Männchen, eine Frisur wie eine Löwin wäre eher ein praktischer Kurzhaarschnitt. Und eine Figur wie eine Rose, wie soll das aussehen? Spindeldürr und voller Stacheln?

          Stellen Sie sich bitte eine Löwin mit der Frisur von Jane Fonda vor.

          Ein bayerischer Löwe, der gern mal seine Stacheln zeigt, ist Markus Söder. „Es scheint die Chancen auf das Amt des Ministerpräsidenten deutlich zu erhöhen“, fachsimpelt „Bunte“, „wenn die Ehefrau Karin heißt – so wie auch Frau Stoiber und Frau Seehofer...“ Worauf Söder versichert: „...deswegen habe ich mir meine Frau nicht ausgesucht“. Sollen wir einem Machtpolitiker wie ihm das glauben? Hätte er die Gattin nicht notfalls dazu gezwungen, den Namen Karin anzunehmen? Jedenfalls ist es jetzt klar, warum etwa Ilse Aigner von vornherein keine Chance hatte.

          Hochzeit im Fußballstadion?

          Fest im Amt der Vorsängerin der Nation ist Helene Fischer, der „Neue Freizeit“ gleichwohl eine unerfreuliche Schlagzeile widmet: „Drogen-Schock! Ihr bitteres Bekenntnis – Wie konnte es so weit kommen?“ Anlass ist der schon etwas ältere Facebook-Post Fischers, der ein Foto mit einer Flasche Starkbier und ein Nutella-Glas zeigt, nebst dem Satz „Frühstück!!! Die wichtigste Mahlzeit des Tages“. „Neue Freizeit“ echauffiert sich: „Alkohol ist eine Droge, vermutlich sogar die gefährlichste.“ Bei Fischers Facebook-Post „fehlt auch jeder Hinweis auf Ironie, nicht das kleinste Augenzwinkern ist auszumachen“, behauptet das Blatt und stellt fest: „Für Millionen alkoholkranke Deutsche beginnt der Tag etwa so, wie von Helene Fischer inszeniert.“ Ernsthaft, mit einem Nutella-Glas? Uns jedenfalls ist angesichts der Schlagzeile glatt die Wodka-Flasche aus der Hand gefallen, mit der wir diese Kolumne zu schreiben pflegen. He, „Neue Freizeit“: Ironie! Au-gen-zwin-kern!!

          Hilft der Vorname Karin der Karriere des Mannes? Das Ehepaar Söder.

          Noch einmal zurück zu Meghan Markle und Prinz Harry. Mit ihrem Hochzeitsdatum, dem 19. Mai 2018, bringen sie den Trauzeugen Prinz William in Nöte, weiß „Bunte“, denn das ist der „Finaltag des britischen Fußballpokals“ – und William als „Präsident des Fußballbunds“ habe „Anwesenheitspflicht beim Spiel“. Da böte es sich doch an, die Hochzeit direkt ins Fußballstadion zu verlegen, etwa in die Halbzeitpause. Das wäre immer noch ein besseres Zwischenprogramm als ein Auftritt von Helene Fischer. Fröhliche Weihnachten!

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