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Vor der Hauptversammlung : Die Deutsche Bank baut ihren Vorstand um

Die Ko-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen (rechts) und Anshu Jain, in ihrer Mitte der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner Bild: dpa

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bank hat die Zuständigkeiten im Vorstand neu geregelt. Auch der Nachfolger des scheidenden Privatkundenvorstands Rainer Neske ist ernannt. Die Hauptversammlung heute verspricht turbulent zu werden.

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          Am Abend vor der Hauptversammlung hat der Aufsichtsrat der Deutschen Bank neue Zuständigkeiten im Vorstand beschlossen. Die wichtigste Änderung ist die Nachfolge für den Privatkundenvorstand Rainer Neske, der die Bank nach einem Streit um die strategische Ausrichtung verlassen wird. Seinen Bereich wird künftig der Rechtsvorstand Christian Sewing übernehmen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Ko-Vorstandsvorsitzende Anshu Jain wird künftig Strategie und Organisationsentwicklung verantworten. Finanzvorstand Stefan Krause wird von Jain den Bereich Global Transaction Banking, also die Dienstleistungen rund um den Zahlungsverkehr für Großkunden, übernehmen und zudem von dem anderen Ko-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen die Zuständigkeit für die Abwicklungseinheit NCOU. Dort sind die zum Abbau vorgesehenen verlustreichen Wertpapiere gebündelt, die größtenteils Altlasten der Investmentbanker sind.

          Das Finanzressort wird nach der Hauptversammlung am Donnerstag Marcus Schenck übernehmen. Der ehemalige Eon-Finanzvorstand war schon im Herbst für diese Position ernannt worden. Ursprünglich sollte Krause Strategievorstand werden, doch diese Aufgabe übernimmt nun Jain.

          Auch unterhalb des Vorstands gibt es interessante Personalien. So wird Alan Cloete, der Asien-Pazifik-Chef, die Bank in Kürze verlassen. Er war jahrelang als Leiter des Zins- und Devisenhandels für den Bereich zuständig, in dem Mitarbeiter den Manipulationen von Referenzzinsen wie dem Libor beteiligt waren. Die Deutsche Bank musste hier an britische und amerikanische Aufsichtsbehörden jüngst eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden Dollar zahlen. Die Behörden hatten der Bank bei ihren Ermittlungen Fehlinformationen und Verzögerungstaktik vorgeworfen. Ebenfalls wird demnächst der Großbritannien-Chef Colin Grassie die Bank verlassen. Vor allem die britische Finanzaufsicht FCA hatte das Verhalten der Bank scharf kritisiert. Beide sollen noch für eine Übergangszeit ihre Aufgaben wahrnehmen, bis ihre Nachfolger ernannt werden.

          Cloete und Grassie gehören dem erweiterten Führungsgremium unterhalb des Vorstands an, dem sogenannten Group Executive Committee (GEC). Aus diesem Gremium wird Christian Ricken, der Stellvertreter Neskes im Privatkundengeschäft, ausscheiden. 


          Die Hauptversammlung am Donnerstag verspricht turbulent zu werden. Einflussreiche Aktionärsberater wie ISS oder Hermes, an deren Empfehlungen sich angelsächsische Investoren orientieren, wollen den Vorstand wegen der zahlreichen Skandale nicht entlasten. Vor allem der Weggang von Neske, der sich mit Jain über die Ausrichtung des Privatkundengeschäfts gestritten hatte, sorgt für zusätzlichen Zündstoff. Durch den Verkauf der Postbank und der Schließung von 200 Filialen muss sein Bereich empfindliche Einschnitte hinnehmen.

          Der Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner würdigte die Leistung von Neske, der die Deutsche Bank zu einer führenden Privatkundenbank gemacht habe. Angesichts der neuen Ausrichtung des Bereichs habe man sich darauf verständigt, dass eine neue Führung angebracht sei, so Achleitner. Das dürfte auch das Ausscheiden Rickens aus dem GEC erklären.

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