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Dax-Chefs im Stilcheck : Die Dax-Chefs im Stilcheck

  • -Aktualisiert am

Dresscodes sind out, genauso wie Krawatten. Doch mit ihrem Kleidungsstil setzen die Vorstandschefs der deutschen Top-Unternehmen weiterhin unbewusst Maßstäbe.

          4 Min.

          Kasper Rorsted (Adidas)
          Kasper Rorsted (Adidas) : Bild: Hannah Hlavacek/Adidas
          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bundeskanzler Olaf Scholz stieg in einem kurzärmeligen blauen T-Shirt aus dem Flugzeug, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ließ sich vor der Stichwahl in Frankreich vor zwei Wochen mit aufgeknöpftem Hemd und entblößtem Brusthaar ablichten. Jubel bei den einen, Empörung bei den anderen war die Folge. Und das Aufwerfen einer viel diskutierten Frage, die auch durch die Corona-Pandemie und die vielen Monate zu Hause im Homeoffice, in denen sich selbst Führungskräfte am Schreibtisch lässig bis nachlässig kleideten, beeinflusst wurde: Wie hat Mann sich heute am Schreibtisch zu kleiden? Was tragen die heimischen Topmanager bei der Arbeit? Und wie viele Knopflöcher dürfen in den 40 größten Unternehmen des deutschen Aktienmarktes offen stehen?

          Zeit für einen Stil-Check in den Chefetagen. Einen ersten Anhaltspunkt liefert ein Rundblick auf die Websites der Dax-40-Unternehmen, wo sich die Manager digital der Öffentlichkeit präsentieren. Das Ergebnis: 15 von 40 Vorstandsvorsitzenden tragen immer noch Anzug und Krawatte. 17 haben den Schlips auf den offiziellen Fotos abgelegt und zeigen sich lieber in weißem Hemd und Sakko. Jene Unternehmenschefs, die sogar darauf verzichten, können an zwei Händen abgezählt werden: Sieben Unternehmenschefs zeigen sich in Kapuzenpulli oder T-Shirt. Zumindest in der Außendarstellung im Netz geht es im Topmanagement großer deutscher Unternehmen weiterhin ziemlich formell zu.

          Einer, der sich absetzt, ist Adidas-Chef Kasper Rorsted, der, wenig überraschend, auf der Unternehmenswebsite die eigenen Produkte präsentiert und im Kapuzenpulli posiert. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis hin zum Vorstand kommen seit jeher in T-Shirt und Turnschuhen zur Arbeit“, sagt Rorsted. Bei Adidas wundere sich auch niemand, wenn man in Laufsachen am Schreibtisch sitzt. „Unsere Beschäftigten schätzen den lockeren Dresscode“, sagt Rorsted. Hat der Homeoffice-Marathon den Trend zur legeren Freizeitkleidung auch in anderen Unternehmen verstärkt? Ja, lautet die Antwort des Adidas-Chefs: „Das können wir anhand der gestiegenen Nachfrage nach unseren Produkten bestätigen.“

          Nun ist das Sportmode-Unternehmen Adidas ein Sonderfall. Wie geht es in der deutschen Industrie zu? Das weiß Reiner Winkler, Chef des Triebwerksherstellers MTU Aero Engines: Wie viele Knopflöcher dürfen im Büro beim Hemd offen bleiben? „Eines – das oberste“, antwortet Winkler. Auf die Krawatte darf dafür mittlerweile verzichtet werden, auch bei formellen Anlässen, wie er im Gespräch mit der F.A.S. sagt. Er selbst trage am liebsten Hemd, Sakko und Turnschuhe. Einen bestimmten Dresscode gebe es im Unternehmen schon lange nicht mehr – „und somit eine Vielfalt an Kleidungsstilen in den Teams“, betont Winkler.





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