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: Die Computer von morgen sind reine Zauberei

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Gestern erhielt Grzegorz Rozenberg, theoretischer Informatiker und Erforscher des DNA-Computings, die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität. Damit macht die Universität nicht nur einen wegweisenden Wissenschaftler aus dem Gebiet der neuesten Computertheorie zu ihrem Ehrenbürger.

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          Gestern erhielt Grzegorz Rozenberg, theoretischer Informatiker und Erforscher des DNA-Computings, die Ehrendoktorwürde der Technischen Universität. Damit macht die Universität nicht nur einen wegweisenden Wissenschaftler aus dem Gebiet der neuesten Computertheorie zu ihrem Ehrenbürger: Rozenberg, Professor an der Universität Leiden in den Niederlanden und an der University of Colorado, gilt auch als bedeutender Organisator und Inspirator transnationaler Forschungsnetzwerke. Er ist Ehrendoktor der Universität von Turku in Finnland, Auswärtiges Mitglied der Finnischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der Academia Europaea sowie Chairman verschiedener internationaler wissenschaftlicher Verbände. Außerdem ist er ein bekannter Magier mit einer eigenen Bühnenshow. Wir trafen Rozenberg vor dem ihm zu Ehren abgehaltenen Kolloquium, auf dem er selbst über "Nature of Computing and Computing in Nature" sprach. hjn

          Professor Rozenberg, was bedeuten Berlin und die Technische Universität für Sie, für Ihre Arbeit?

          Viel - insbesondere die Gruppe um Professor Hartmut Ehrig. Sie haben manches sehr viel früher als andere entwickelt, vor allem auf den Feldern der Graph-Transformation und der Parallelstrukturen. Schon seit Jahren hat die "Berlin school" in der internationalen Forschung einen exzellenten Namen.

          Sie sind Spezialist für theoretische Computerwissenschaften und DNA-Computing, also molekulare Informationsverarbeitung. Wie ist der Stand der Forschung in dieser Disziplin?

          Wir versuchen, die Computer der Zukunft zu gestalten - nicht mit einer Silikon-Hardware, sondern mit Molekülen, die dann als "Bioware" die Arbeit machen werden. Ich glaube, wir stehen an der Schwelle einer neuen Wissenschaft. Darin geht es nicht nur um Computer und deren Informationsverarbeitung. Man braucht sich nur anzuschauen, wie Bäume oder Blumen wachsen. Das ist alles Informationsverarbeitung. Davon ist schon eine ganze Menge decodiert, aber ich glaube, wir werden noch ganz neue Formen entdecken, Dinge, von denen wir bislang keine Ahnung haben. Ein Computerforschungslabor der Zukunft wird Computerspezialisten beschäftigen, aber auch Biologen, Mineralogen, Mediziner. Wir werden weiter von der Natur lernen.

          Das alles ging doch sehr schnell: 1994 baute Leonard Adleman so etwas wie den ersten Computer auf molekularer Basis.

          Ja. Bis zum November 1994 waren das alles reine Visionen. Adleman erbrachte den Beweis, daß biologische Computer möglich sind. Richard Feynman hatte die Vision, Tom Head hatte ein theoretisches Modell von molekularen Computerstrukturen, und Adleman machte das Experiment. Wenn ich vor fünfzehn Jahren gesagt hätte, ich will einen molekularen Computer bauen, hätte man mich für verrückt erklärt. Heute forsche ich darüber an zwei Universitäten. Molekulare Computer sind ein wissenschaftlicher Traum, der langsam Wirklichkeit wird. Das aber ist nur möglich, wenn man mit den unterschiedlichsten Leuten zusammenarbeitet, die in der Kristallographie, Biochemie oder Biologie tätig sind.

          Kleinheit, Schnelligkeit, Energieeinsparung gelten als die Vorteile solcher zukünftiger Computer. Gibt es andere?

          Unsere Computer sind Dinosaurier. Ihre Architektur entspricht noch immer den Prinzipien John von Neumanns aus den vierziger Jahren. Die Entwicklung von Parallel-Computern steht noch ganz am Anfang. Aber stellen Sie sich einen DNS-Computer vor: In einem Tropfen DNS haben wir mehr als eine Trillion Moleküle, und alle arbeiten gleichzeitig für uns.

          Wer ist an Ihren Forschungen interessiert? Wer zahlt für die Entwicklung des DNS-Computing?

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