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Art Basel in Miami : Stark für die zwei Amerikas

  • -Aktualisiert am

Zum 17.Mal findet die Art Basel Miami Beach statt, nun im renovierten Convention Center. Die Messe bleibt Magnet für internationale Sammler.

          Kunstmessen können, wie spektakuläre Museumsbauten, die Entwicklung einer Stadt beeinflussen. Seit die Art Basel, noch immer die wichtigste Messe für moderne und zeitgenössische Kunst, im Jahr 2002 ein amerikanisches Messe-Standbein in Miami gründete – „it was a risky move“, erinnert sich Marc Spiegler, der Art Basel-Direktor, auch bei dieser siebzehnten Ausgabe noch einmal –, hat die Strandmetropole in Florida neue kulturelle Dynamik entfaltet. Während der „Art Week“ gruppieren sich mittlerweile fünfzehn Satellitenmessen um die große Art Basel, hinzu kommt ein reiches Ausstellungsprogramm in den immer zahlreicher werdenden Museen und Sammlungsstiftungen. Der Ruf vom wenig kultivierten, klunker- und klimafreundlichen Steuerparadies für Neureiche und Rentner, einer Stadt mit hohem südamerikanischen Bevölkerungsanteil, wird nicht bloß kulturell poliert; die Stadt verändert sich tatsächlich.

          Nachdem die Renovierungsarbeiten des Convention Center im frischen Design nach dreijähriger Bauphase und einer Investition von 620 Millionen Dollar abgeschlossen sind, hat die Schau einen angemessenen Spielort. Die Anzahl der teilnehmenden Galerien wird, trotz zehn Prozent Raumgewinns, nicht erhöht. Wie im vorigen Jahr treten 268 Händler aus diesmal 35 Ländern an. Ihnen wird jetzt mehr Platz eingeräumt, und das neu gestaltete Messe-Layout ist großzügiger und angenehm zu begehen. Im Hauptsektor „Galleries“ trifft man auf die global agierenden und international prominentesten Galerien mit ihren sorgfältig kuratierten Ständen. Die ursprünglich in Boston gegründete Pace Gallery mit heute zehn Niederlassungen zeigt eine Gruppe von West Coast-Künstlern, deren Arbeiten sich mit Licht, Raum und Wahrnehmung auseinandersetzen: Dabei ist James Turrell mit einer seiner asketischen, faszinierend-farbigen Lichtinstallationen (650.000 Dollar). Paula Cooper feiert mit ihrer 1968 im New Yorker Viertel SoHo gegründeten Galerie fünfzigsten Geburtstag; damals begann sie mit den noch unbekannten amerikanischen Minimalisten. Das Wichtigste, was ein Galerist seinen Künstlern geben könne, sagt Cooper heute, sei Ermutigung und Unterstützung. In Miami stellt sie neben der jungen Amerikanerin Liz Glynn – und einer immensen knallblauen Plastik von Joel Shapiro (850.000 Dollar) – eine kleine ironische Skulptur des heute fast neunzigjährigen Claes Oldenburg aus, der Alltagsobjekte zu Kunstgegenständen erhebt, hier eine ausgedrückte Zigarettenkippe (150.000 Dollar).

          Blickfänger: Jeffrey Gibsons Skulptur „People Like Us“, 2018, Höhe ca. 150cm, 200.000 USD. Bilderstrecke

          Max Hetzler hat, neben Berlin und Paris, kürzlich eine Filiale in London eröffnet. An seinem Stand fallen zwei Gemälde aus den frühen Achtzigern von Albert Oehlen auf, die seine Meisterschaft in Aufbau, Licht, Farbe zeigen, und im Auftrag breiter dynamischer Bürstenstriche (je mehr als 2 Millionen Euro). Es gibt allerdings auch Stände, an denen kein weiterer Gedankengang in der Anordnung ablesbar ist – außer, mit etwas möglichst Spektakulärem aufzuwarten. Was keine Überraschung bei Gagosian ist, aber bei Eva Presenhuber, Zürich und New York, doch erstaunt: Dort reihen sich enorme Aluminiumbananen von Mark Handforth, eine steinerne Riesenfigur „The Wakeful“ von Ugo Rondinone, ein blauer Diwan von Franz West und eine erstaunliche „Fuel Sculpture“ von Matias Faldbakken vor allerlei Buntem an der Wand. Das mag der Miami-Effekt sein – einer Schau, für die manche Galerien eben doch eher das Ins-Auge-Springende aufbauen.

          Zu den sorgfältig ausgewogenen Ständen, trotz ihrer manchmal großformatigen Werke, gehört der von Nara Roesler, aus Rio de Janeiro, São Paulo, New York, mit einer Wandskulptur im typischen Farbkonzept von Daniel Buren (165.000 Euro) und einem neuen Triptychon des gerade neunzig Jahre alt gewordenen Op-Art-Künstlers Julio Le Parc (75.000 Euro). Bei Annely Juda ruht mitten im Stand eine riesige runde Bronzeskulptur von David Nash mit Holzstrukturen wie ein verkohlter Wurzelstrunk (290.000 Dollars). Die Galerie Templon, Paris und Brüssel, ist nach drei Jahren mit einer eindrucksvollen Solo-Schau des amerikanischen Pop-Künstlers George Segal nach Miami zurückgekehrt (125.000 bis 1,5 Millionen Dollar). Thaddaeus Ropac, aus Salzburg, London, Paris, zeigt eine wunderbare immense Stoffcollage von Robert Rauschenberg mit dem hübschen Titel „Rose Pole (Spread)“ von 1978 (1,9 Millionen Dollar).

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