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DFB-Pokal : Gänsehaut bei Großkreutz und der Tochter

  • Aktualisiert am

Kevin Großkreutz und Tochter: Bedankten sich bei den Fans für diesen Abend Bild: Reuters

Glück für Marco Reus, große Freude bei Kevin Großkreutz. Die beiden Kumpel erlebten einen gelungen Fußballabend. Für den ehemaligen BVB-Profi könnte es die letzte große Bühne in seiner Karriere gewesen sein. Es flossen sogar Tränen.

          Mit feuchten Augen und Tochter Leonie auf dem Arm stand Kevin Großkreutz vor der Dortmunder Kurve. Die Fans feierten ihren früheren Meisterspieler minutenlang mit Sprechchören, Großkreutz genoss diesen Moment in vollen Zügen. „Wir hatten beide Gänsehaut. Das werde ich nicht vergessen. Das war ein sensationeller Tag“, sagte der ehemalige BVB-Profi trotz der 0:2 (0:0)-Niederlage mit seinem neuen Arbeitgeber, dem Fußball-Drittligaverein KFC Uerdingen, in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Rendezvous mit seiner großen Liebe Borussia Dortmund. Nach einem Interview-Marathon verschwand der 31 Jahre alte Mittelfeldspieler erst einmal in der BVB-Kabine. Mit seinem langjährigen Freund Marco Reus tauschte er dort das Trikot. Als der Weltmeister von 2014 kurz vor Mitternacht die Düsseldorfer Arena verließ, war er immer noch voller Emotionen. „So schließt sich der Kreis. Ich danke allen BVB-Fans. Ich werde immer einer von denen sein“, sagte Großkreutz und war sich sicher: „Ich werde heute Nacht nicht schlafen.“

          DFB-Pokal
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          Mit ein bisschen Glück hätte Großkreutz sogar etwas zu feiern gehabt. Nach einem dicken Patzer von BVB-Rückkehrer Mats Hummels vergab Osayamen Osawe gegen Ende der ersten Halbzeit die große Chance zur Führung des Außenseiters. Der ganze Verein könne dennoch stolz sein, so Großkreutz: „Das war kämpferisch und läuferisch eine Top-Leistung.“ Die BVB-Profis waren dementsprechend erleichtert über ihren Pflichtsieg. „Wir haben sie nicht hergespielt, aber es war okay“, sagte Kapitän Marco Reus nach dem 2:0 (0:0)-Erfolg im DFB-Pokal gegen den Drittligaverein KFC Uerdingen. Reus selbst hatte nach torloser erster Halbzeit sein Team in Führung gebracht, aber der Treffer war wegen eines Handspiels offenbar irregulär. „Ich habe in den Wiederholungen gesehen, dass ich den Ball mit dem Ellenbogen berühre. Ich glaube, in der Bundesliga wäre es kein reguläres Tor gewesen, es wäre abgepfiffen worden“, gab der Torschütze zu. Im Pokal kommt die Technik-Hilfe erst vom Achtelfinale an zum Einsatz – Glück für Dortmund und Reus in dieser Situation.

          So stand der BVB-Spielführer später ganz entspannt mit seinem alten Kumpel Großkreutz gemeinsam vor den Mikrofonen. Für den langjährigen Borussen Großkreutz war es ein großer Auftritt in der mit 32.110 Besuchern gut gefüllten Düsseldorfer Arena. 2011 und 2012 hatte Großkreutz mit Dortmund den Meistertitel gewonnen, war 2014 sogar Weltmeister geworden, wenn auch ohne Einsatz. 2015 hatte er die Westfalen verlassen. „Das wird immer mein Verein bleiben und ich werde immer BVB-Fan sein“, sagte Großkreutz, der im Dortmunder Stadtteil Eving aufgewachsen ist und von seinem Vater seit frühen Jahren mit ins Westfalenstadion genommen wurde.

          Gute Passquote, falsche Positionierungen

          Die Dortmunder hatten eine Woche nach der Glanzleistung im Supercup gegen den FC Bayern München einen unangenehmen Gegner, der sehr tief in der Defensive stand und dem durch eine hohe Ballbesitzquote überlegenen Bundesligisten das Leben schwer machte. „Die Abläufe waren noch nicht so da. Wir müssen gegen solche Gegner noch mehr laufen, mehr Tempo machen und sie zum Nachdenken bringen“, sagte Reus. Immerhin stimmte die Passquote. 92 Prozent der Zuspiele brachte der BVB an den Mitspieler – Vereinsrekord. Doch dauerte es oft zu lang, bis der Ball in die Spitze gespielt wurde. „Gegen solche Teams muss man sehr breit oder zwischen den Ketten spielen. Wir hatten unsere Spieler nicht top positioniert“, analysierte Trainer Lucien Favre, der in Hummels und Thorgan Hazard zwei Neuzugänge erstmals in einem Pflichtspiel von Beginn an einsetzte. Für Hummels ein Comeback, für den überzeugenden Hazard ein Debüt.

          Sportdirektor Michael Zorc sah die Vorstellung des BVB weniger kritisch. „Du musst hier hinfahren, die Aufgabe erfüllen und nach Hause fahren. Das haben wir gemacht“, sagte Zorc, der bei Hummels allerdings „ein, zwei Fehler“ sah: „Die dürfen ihm nicht passieren.“

          Genau genommen zweimal gerieten die Dortmunder in der ersten Halbzeit in Schwierigkeiten, als Roberto Rodriguez BVB-Keeper Marvin Hitz mit einem Distanzschuss prüfte und ebenjener Osawe allein auf das Dortmunder Tor zulief, dann aber nicht konsequent abschloss. „Mit ein bisschen Glück hätten wir sogar das 1:0 machen können“, sagte Großkreutz.

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          Die Szene des Tages durfte Paco Alcácer für sich beanspruchen. Der Spanier, der schon beim 2:0 gegen die Bayern getroffen hatte, verwandelte in der 70. Minute einen Freistoß direkt. „Er hat eine sensationelle Schusstechnik, ganz ohne Gewalt“, meinte Reus. Der Spanier schlenzte den Ball an Freund und Gegner vorbei ins Tor. „Er ist sehr geschickt und schießt auch im Training solche Tore“, sagte Favre. Im Training müsste nun auch Kevin Großkreutz wieder sein. Der selbsternannte „Dortmunder Jung“ kündigte aber beim Sender Sky an, anschließend seine Freunde und Familienmitglieder, für die er rund 200 Karten besorgen musste, zum Grillen einladen zu wollen. Dann werde auch das ein oder andere Radler getrunken, so der Jetzt-Uerdinger.

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