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Leser-Debattenaktion : Melden Sie sich an bei „Deutschland spricht“ und diskutieren Sie mit!

Bild: Jens Giesel

Die F.A.Z. beteiligt sich auch 2021 an der Aktion „Deutschland spricht“. Diskutieren Sie mit einem zugelosten Gesprächspartner im Jahr der Bundestagswahl über Mietendeckel, Rassismus und Freiheiten für Geimpfte. Klicken Sie auf die Frage im Text und los geht’s!

          3 Min.

          Haben die Bundesländer in Deutschland zu viel Macht? Sollte es einen bundesweiten Mietendeckel geben? Ist Deutschland ein rassistisches Land? Sollte die EU schärfere Sanktionen gegen Russland verhängen? Das sind einige der Fragen, über die in der Leserdebattenaktion „Deutschland spricht“ Menschen mit kontroversen Ansichten zu einem lebhaften Meinungsaustausch zusammengebracht werden.

          Ina Lockhart
          Redakteurin vom Dienst bei FAZ.NET.

          Wegen der weiterhin geltenden Corona-Beschränkungen finden die Gespräche ein zweites Mal per Videokonferenz statt. Doch hat diese örtliche Unabhängigkeit auch den Vorteil, dass sich virtuell zwei Menschen treffen, die aus den jeweils unterschiedlichsten Ecken Deutschlands kommen können und sich in allen Fragen uneins sind. Vom 3. Mai bis zur Bundestagswahl am 26. September haben F.A.Z.-Leser die Gelegenheit, sich für die Aktion anzumelden.

          Waren im Jahr 2020 noch alle Streitfragen, über die die Anmeldung erfolgt und die im Gespräch als Leitfaden dienen, der Pandemie und ihren Folgen gewidmet, wird dieses Mal der Blick geweitet — um eine Debatte zu ermöglichen, die aus dem Corona-Tunnel herausführt. Denn durch die Pandemie sind der Alltag vieler Menschen einförmiger, die Gedanken eintöniger und die Meinungen härter geworden. Die Kontaktbeschränkungen haben die ohnehin schon kleine Blase, in der jeder seine persönliche Wirklichkeit erlebt, weiter schrumpfen lassen. Zeit für einen offenen, sachlichen und konstruktiven Schlagabtausch mit einer Person, mit der man andernfalls wohl nie ins Gespräch gekommen wäre.

          2021 bringt „Deutschland spricht“ einige Neuerungen mit sich, die den Spaß und das Interesse der Teilnehmenden erhöhen sollten. Zum einen können sie über die gesamte Dauer der Aktion angemeldet bleiben und sich somit die Chance sichern, mehrere Diskussionen mit unterschiedlichen Menschen zu führen. Zum anderen werden sich die Debattenfragen im Zeitverlauf, gerade im Hinblick auf die Bundestagswahl, verändern. Außerdem werden die teilnehmenden Leser nach ihrem Streitgespräch gefragt, wie sie den persönlichen Schlagabtausch empfunden haben und ob der Austausch von Argumenten zu Einblicken, Einsichten oder auch Meinungsänderungen geführt hat.

          Eigene Positionen verteidigen — oder aufgeben

          Manchen wird plötzlich im Gespräch klar, dass sich eine grundsätzliche Position nicht auf ein Einzelthema konsequent übertragen lässt. Wie etwa die Frankfurterin Iris Roth, die in der „Deutschland-spricht“-Runde im Jahr 2020 auf den Bremer Til Assmann trifft und über den enormen Nachholbedarf bei der Digitalisierung schimpft, der in der Corona-Pandemie offenkundig wurde: „Wir haben 2020 und es gibt noch immer Menschen, die in den nächsten Ort fahren müssen, um Internet zu kriegen. Das ist doch absurd. Wir waren zu müde, zu fett, zu satt, um dieses Thema anzugehen.“ Doch bei der Corona-Warn-App hat auch die 58-jährige Psychotherapeutin Bedenken, obwohl sie sich vorab im Fragebogen noch für eine Lockerung des Datenschutzes ausgesprochen hat. „Ich glaube nicht, dass wir in Deutschland mit unserer Mentalität im Digitalen schon so weit sind, eine App in einem solch kritischen Bereich einzusetzen.“ 

          Einige Menschen nehmen den Corona-Ausnahmezustand wie ein grelles Schlaglicht wahr, das bestimmte Dinge in unserer Gesellschaft in den Fokus rückt. Gabriele Lademann-Priemer, über 70 und Religionswissenschaftlerin, fällt hier der Pflegenotstand als erstes ein: „Den haben wir ja nicht, weil keiner pflegen will, sondern weil die Zustände für die Pflegenden unhaltbar sind.“ Ein einmaliger Bonus für die Krankenschwester reiche da nicht, sagt die Hamburgerin, die 2020 mit dem 46 Jahre alten Bauingenieur Jens Polk debattierte, mit Blick auf die Maßnahmen im ersten Lockdown im Frühjahr 2020. Politiker feierten damals die Pflegekräfte als Corona-Helden, weil sie unermüdlich und mit dem Wissen um das hohe Ansteckungsrisiko die schwer an Covid-19 Erkrankten auf den Intensivstationen versorgten. Sie sprachen davon, deren Leistung dauerhaft besser honorieren zu wollen. Doch seitdem ist es still geworden. Vielleicht wird es wieder lauter, wenn die Bundestagswahl näher rückt.

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          ANMELDEN

          Mittlerweile zum dritten Mal nimmt die F.A.Z. an „Deutschland spricht“ teil, das ursprünglich von Zeit Online entwickelt wurde und an dem sich weitere Partnermedien beteiligen. 2020 haben sich rund 9000 Leser für das Gemeinschaftsprojekt angemeldet — davon knapp 31 Prozent Frauen. Der Altersdurchschnitt lag bei 53 Jahren. Etwa 2000 der Angemeldeten haben sich virtuell kennengelernt und über das Krisenmanagement in der Corona-Pandemie diskutiert. Nach den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen stritten die Debattenpaare am 12. Mai 2020 vor allem darüber, wie das Land zurück in die Normalität gelangen könne.

          Eine Streitfrage, die ob des gefährlichen und hartnäckigen Coronavirus nichts an Aktualität und Brisanz verloren hat. Allerdings besteht angesichts des Impffortschritts begründete Hoffnung, dass sich im Spätsommer doch einige der Gesprächspartner nicht mehr auf Zoom, sondern auf Abstand im Park treffen.

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