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Deutschland hat ihn ausgeliefert : In den Sternen steht derzeit Hausarrest

  • -Aktualisiert am

Der einstige Geschäftsführer von Zisska & Schauer sitzt weiterhin in Neapel fest. Ihm wird vorgeworfen, dass er Diebesgut aus der Biblioteca Girolamini in Neapel zur Auktion in München gebracht hat. Es ist ungewiss, wann sein Prozess beginnt.

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          Seit August 2013 ist Herbert Schauer kein freier Mann mehr. Gegen den damaligen Geschäftsführer des Münchner Buchauktionshauses Zisska & Schauer war ein europäischer Haftbefehl ergangen. Die italienische Justiz hatte einen Auslieferungsantrag wegen „moralischer Mitwirkung bei bandenmäßigem Diebstahl“ gestellt (F.A.Z. vom 24. August 2013). Was war geschehen? Der Katalog von Zisska & Schauer zur Mai-Auktion 2012 enthielt einige äußerst wertvolle alte Bücher, die kurz vor der Versteigerung mit einem aufsehenerregenden Diebstahl in der Biblioteca Girolamini in Neapel in Verbindung gebracht und beschlagnahmt wurden. Hinter der Straftat steckte ihr ehemaliger Direktor Massimo de Caro, der die Bibliothek regelrecht plünderte. De Caro, eine schillernde Figur, der man Verbindungen unter anderen zu Ex-Regierungschef Berlusconi nachsagt, wurde im Frühjahr 2013 verurteilt, doch da waren die mehr als tausend gestohlenen Bände längst in den Markt eingeschleust.

          Seit fünf Monaten ist Herbert Schauer in Neapel

          Zisska & Schauer wies die Vorwürfe scharf zurück. Das Auktionshaus gab an, die Bücher als aus einer „Schweizer Sammlung“ stammend in einem größeren Konvolut eingeliefert bekommen zu haben. Auf den zu erwartenden hohen Gewinn erhielt der Einlieferer einen beachtlichen Vorschuss. Im November 2013 wurde Herbert Schauer nach Neapel überführt. Als der italienische Kassationshof die Fortdauer der Untersuchungshaft beanstandete, wechselte Schauer im Februar in Hausarrest: Er verfügt weder über Telefon noch Internet und darf das von seiner Familie angemietete Domizil in Neapel nicht verlassen. Weil die schriftliche Begründung des Kassationshofs noch immer nicht vorlag, verlief ein Haftprüfungstermin vor wenigen Tagen ergebnislos, der nächste Termin wurde auf den 29. Mai angesetzt. Ob das Strafverfahren überhaupt eröffnet und, wenn ja, wann es stattfinden wird, steht dem Vernehmen nach in den Sternen. Herbert Schauer hat laut Auskunft von Zisska & Schauer entschieden, nicht an das Auktionshaus zurückzukehren. Die Geschäftsführung übernahm Wolfgang Lacher.

          Hier noch eine düstere Pointe: Unter den beschlagnahmten Büchern befindet sich auch eine kostbare Erstausgabe von Galileo Galileis „Sidereus Nuncius“. Ein zweites Mal also bringt das an sich unschuldige Grundlagenwerk der modernen Astronomie jemandem größte Schwierigkeiten: Denn erst kürzlich beschädigte der „Sternenbote“ die Reputation des Kunstwissenschaftlers Horst Bredekamp schwer, als der eine vermeintlich von Galilei selbst illustrierte Ausgabe des „Sidereus“ nicht als Fälschung erkannte und ihr eine umfangreiche Forschungsarbeit widmete (F.A.Z. vom 22. Januar). Hinter der Meisterfälschung stand kein anderer als Massimo de Caro, er hatte sie in Argentinien anfertigen lassen.

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