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: Der Weg nach Westen

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Gerhard Richter hat so häufig wie kein anderer Künstler an der Documenta in Kassel teilgenommen. Seit 1972 war er mit einer Ausnahme (2002) auf allen Ausstellungen vertreten. Seine ersten Erfahrungen mit der Documenta aber kann er bereits 1959 sammeln - damals noch als Besucher aus der DDR.

          11 Min.

          Von Dietmar Elger

          Gerhard Richter hat so häufig wie kein anderer Künstler an der Documenta in Kassel teilgenommen. Seit 1972 war er mit einer Ausnahme (2002) auf allen Ausstellungen vertreten. Seine ersten Erfahrungen mit der Documenta aber kann er bereits 1959 sammeln - damals noch als Besucher aus der DDR. Trotzdem war es vielleicht sogar seine wichtigste Documenta, denn Richters damaliger Besuch in Kassel markiert einen entscheidenden Wendepunkt in seinem künstlerischen Werk.

          1956 schloss er sein Studium an der Hochschule für bildende Künste in Dresden mit einer Wandmalerei im Deutschen Hygienemuseum ab. Bereits im folgenden Jahr profitierte er als einer der ersten jungen Künstler in der DDR von der neu eingerichteten Aspirantur, die ihn mit einem Atelier an der Hochschule und einem dreijährigen Stipendium ausstattete. Die dann 1959 auf der Documenta gewonnenen Eindrücke haben bei Gerhard Richter ein langsames ästhetisches Umdenken befördert, das ihn zu einer allmählichen Abkehr von seinem bisherigen Bildrepertoire führte. Am Ende dieses Prozesses stand die Entscheidung, Dresden im März 1961 zu verlassen und in der Bundesrepublik einen künstlerischen Neuanfang zu wagen.

          Nachdem Gerhard Richter 2004 in der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden drei Sammlungsräume mit eigenen Werken aus seinem Besitz und dem privater Leihgeber eingerichtet hat, entstand die Idee, hier in seiner Geburtsstadt ein Archiv einzurichten, das die Präsentation der Bilder durch eine Stätte wissenschaftlicher Dokumentation und Forschung ergänzt. Anfang 2006 nahm das Gerhard Richter Archiv seine Arbeit auf.

          Vor einigen Monaten hat das Archiv ein umfangreiches Konvolut mit einunddreißig Briefen und zehn Postkarten von Gerhard Richter erwerben können, die der 1932 geborene Künstler zwischen 1959 und 1964 an den befreundeten Dresdner Bildhauer und ehemaligen Studienkollegen Helmut Heinze und dessen Frau Erika geschrieben hat. Das Konvolut gewährt einen einzigartigen, weil spontan und aus der unmittelbaren Lebenssituation verfassten Einblick in Richters Reflexion seiner künstlerischen Entwicklungen und biografischen Veränderungen. Der Entstehungszeitraum von sechs Jahren markiert jenen zentralen Lebens- und Werkabschnitt zwischen dem Documenta-Besuch 1959 und den ersten Einzelausstellungen in Münchner und Düsseldorfer Galerien 1964. Die Briefe belegen Richters Durchsetzungswillen, aber auch seine künstlerischen Zweifel, sie berichten von zwischenzeitlichen Irrwegen und davon, wie er die Reproduktionen in den Illustrierten schließlich als malerische Quellen entdeckt. Erst allmählich festigt sich sein Vertrauen in die künstlerische Darstellbarkeit solcher Bildvorlagen für seine grauen Fotobilder, auf welche sich Richters heutige Position als der bedeutendste und einflussreichste zeitgenössische Maler ganz wesentlich begründet.

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