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Meinhard von Gerkan gestorben : Mit dem Flughafen Tegel fing alles an

Der Meister und sein Werk: Meinhard von Gerkan entwarf für Berlin zwei Flughäfen – und den neuen Hauptbahnhof. Bild: dpa

Er war eine prägende Figur der deutschen Architektur der vergangenen 60 Jahre: Meinhard von Gerkan ist im Alter von 87 Jahren in Hamburg gestorben.

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          Der Architekt Meinhard von Gerkan ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 87 Jahren in Hamburg. Dies teilt das Büro des Verstorbenen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit. Von Gerkan galt als einer der bedeutendsten deutschen Architekten der Gegenwart. Schon früh schuf seine Bürogemeinschaft von Gerkan, Marg und Partner (gmp) mit dem 1975 eröffneten Berliner Flughafen Tegel ein architektonisches Meisterwerk. Anschließend stieg gmp zu einem der größten deutschen Architekturbüros mit rund 600 Mitarbeitern an sieben Standorten auf und realisierte bis heute weltweit mehr als 500 Projekte.

          Niklas Maak
          Redakteur im Feuilleton.

          Zu von Gerkans bekanntesten Gebäuden in Deutschland zählen neben den Flughäfen von Berlin, Hamburg und Stuttgart der Berliner Hauptbahnhof sowie der Christus-Pavillon für die Expo 2000, der heute im Kloster Volkenroda steht.

          Von Gerkan engagierte sich schon früh in zahlreichen asiatischen Ländern; er entwarf unter anderem das Hanoi Museum in Vietnam in Form einer umgedrehten Pyramide und betreute den Neu- und Umbau des Chinesischen Nationalmuseums in Peking sowie die Planung der Idealstadt Nanhui New City bei Schanghai. Mit ihren zahlreichen Grünflächen und einem großen zentralen See, dessen Strände von Gerkan einmal als „endlose Copacabana“ bezeichnete, gilt die auf 800.000 Einwohner angewachsene Planstadt als Beispiel für einen vorbildlichen Städtebau in den sich rasant verdichtenden Ballungsräumen Asiens.

          Der 1935 geborene von Gerkan prägte auch als Autor, Kritiker und Hochschullehrer an der Technischen Universität Braunschweig den internationalen baukulturellen Diskurs. 2002 verliehen ihm die Philipps-Universität Marburg und 2005 die Chung Yuan Christian University die Ehrendoktorwürde. 2007 ernannte die School of Design der East China Normal University in Schanghai von Gerkan zum Ehrenprofessor, seit 2014 war er Advising Professor der Tongji University in Schanghai.

          Von Gerkan war Mitbegründer der Academy for Architectural Culture (aac), die sich der Weiterbildung von jungen Architekten widmet. Für sein Werk wurde er unter anderem mit dem Baukulturpreis des Bundes Deutscher Architekten BDA, dem Bundesverdienstkreuz, dem Liang-Sicheng-Preis der Architectural Society of China sowie dem Rumänischen Staatspreis ausgezeichnet.

          „Uns verbanden die Erfahrungen unserer Generation: die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, die Folgen des Kalten Krieges, die deutsche Teilung, der Fall der Mauer, der Gewinn der Einheit und der Europäischen Union“, sagt gmp-Mitgründer Volkwin Marg. „Wir hatten das Glück, in Friedenszeiten zu starten, in einer Demokratie zu leben. Städtebaulich wie architektonisch hatten wir die Freiheit, auf unterschiedlichsten Ebenen Antworten auf die Fragen der Umweltgestaltung zu finden. Meinhard von Gerkans schöpferisches Denken hat insbesondere in der Academy for Architectural Culture Fortbestand und wird uns gegenwärtig bleiben.“

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