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Annäherung Nord- und Südkoreas : Leichte Aufheiterung

Die Sonne schien: Kim Jong-il begrüßt Kim Dae-jung im Juni 2000. Bild: Picture-Alliance

Vom Sonnenschein zur Eiszeit – das innerkoreanische Verhältnis beschäftigt die Welt seit Jahrzehnten. Wenn morgen also Vertreter aus Nord- und Südkorea über die Beteiligung nordkoreanischer Sportler an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang reden, ist das eine große Sache. Dabei war man vor einigen Jahren schon viel weiter.

          Korea ist anders. Die politische Situation auf der geteilten Halbinsel ist noch immer so wenig normal, dass Dinge, die anderswo zu den Selbstverständlichkeiten der Politik gehören, hier zu besonderen Ereignissen werden.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Wenn am Dienstag dieser Woche in Panmunjom Vertreter aus Südkorea und Nordkorea über die vergleichsweise marginale Frage einer Beteiligung nordkoreanischer Sportler an den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang reden, schaut alle Welt genau hin. Manche Äußerungen der vergangenen Tage ließen vermuten, allein mit diesem Gesprächstermin sei der Konflikt um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm mit einem Schlag gelöst. Sogar Präsident Trump findet es – zumindest bis zum nächsten Tweet – gut, dass Nord und Süd miteinander reden. Und da sich die Welt seiner Meinung nach vor allem um ihn dreht, hat er sich auch gleich als Gesprächspartner ins Spiel gebracht.

          Eine kleine Begegnung an einem unwirklichen Ort wie der innerkoreanischen Grenze ist also eine ziemlich große Sache. Dabei war man vor einigen Jahren schon einmal viel weiter. Es bedurfte dazu vor allem einer grundlegenden politischen Umwälzung in Südkorea. Der einst prominente Dissident Kim Dae-jung hatte 1997 die Präsidentenwahl gewonnen. Er träumte von einer zumindest wirtschaftlichen Öffnung Nordkoreas und initiierte das, was er „Sonnenscheinpolitik“ nannte. Dabei verbuchte er durchaus einige Erfolge. Hunderttausende Südkoreaner konnten als Touristen den Norden besuchen, freilich nur ein streng vom Rest des Landes abgeschottetes Gebiet.

          Der Weg der Aussöhnung beschritten?

          Höhepunkt der Amtszeit Kim Dae-jungs war ein Gipfeltreffen mit dem damaligen nordkoreanischen Staatsführer Kim Jong-il im Juni 2000 in Pjöngjang. Kim Dae-jung und Kim Jong-il kamen überein, dass beide Koreas den Weg der „Aussöhnung“ gehen sollten. Viel später wurde bekannt, dass die südkoreanische Seite insgesamt etwa 100 Millionen Dollar an den Norden gezahlt hatte. Das hatte das Zustandekommen des historischen Treffens erst möglich gemacht. Diese Enthüllung fiel aber in eine Zeit, als in Südkorea schon eine gewisse Ernüchterung über die konkreten Resultate der Sonnenscheinpolitik um sich griff.

          Der Eindruck verfestigte sich, dass der Norden zwar gerne Hilfsleistungen aller Art entgegennehme, dass Gegenleistungen aber weitgehend ausblieben. Dabei hatte Kim Dae-jung vor übertriebenen Erwartungen gewarnt. Im Gespräch mit dieser Zeitung sagte er im Februar 2000, er erwarte keine Änderungen des politischen Systems, aber vielleicht eine Entwicklung nach chinesischem oder vietnamesischem Vorbild.

          Kim Dae-jungs Nachfolger Roh Moo-hyun setzte den Entspannungskurs fort. Auch er sprach, im Oktober 2007, mit dem nordkoreanischen Staatsführer. Aber auch das zweite Gipfeltreffen zeitigte keine nachhaltigen Ergebnisse. Das lag zum einen daran, dass Roh Moo-hyun zum Zeitpunkt des Treffens nur noch wenige Amtsmonate vor sich hatte. Zum anderen zeigte sich, dass das, was sich heute als großes Problem der Weltpolitik und, je nach Erregungszustand des Beobachters, gar als Gefahr für den Weltfrieden darstellt, parallel zu den innerkoreanischen Kontakten und zunehmend abgekoppelt von diesen ablief. Nordkorea forcierte die Entwicklung seiner Atomwaffen und der entsprechenden Trägersysteme.

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