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Das Beste lesen mit F+ : Umstrittene Homöopathie und Low Performer im Büro

Obwohl ihre Wirksamkeit oft nicht nachgewiesen ist, greifen viele Deutsche zu homöopathischen Mitteln. Bild: dpa

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          Liebe Leserinnen, liebe Leser, zugegeben, ich weiß selbst nicht so recht, ob ich daran glauben kann oder sollte: Über Jahre hinweg war ich zu dieser Jahreszeit von einer Heuschnupfenallergie geplagt. Und zum Pfingstfest war es besonders schlimm. Es galt die Regel: Alle draußen, außer ich. Kein klassisches Medikament half. Erst als ich begann, dem Leiden mit einem homöopathischen Mittel zu Leibe zu rücken, wurde ich die Plage los. Im ersten Frühjahr fast ganz, inzwischen vollständig. Deshalb ging es mir wie vielen von Ihnen, ich hab das Gespräch, das meine Kollegin Leonie Feuerbach mit der Ärztin Natalie Grams geführt hat, mit größtem Interesse gelesen. Schon die Überschrift ist für alle, die ähnliche Erfahrungen mit solchen Mitteln gemacht haben wie ich, eine Provokation: „Homöopathie ist Esoterik und nicht Medizin“

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Frau Grams will, dass der Status eines Arzneimittels entfällt, Homöopathika sollten aus der Apothekenpflicht entlassen werden und Krankenkassen sollten diese Mittel nicht mehr erstatten. Jetzt kommt der Clou: Grams war einst selbst Homöopathin. Was dann passiert ist, schildert sie so: „Ich wollte den bösen Kritikern, zu denen ich heute selbst gehöre, erklären, warum es hilft. Ich hatte die Erfahrung gemacht, dass Homöopathie wirkt. Und musste dann erkennen, dass meine Erfahrungen sich auf einem ganz anderen Level bewegen als die Wissenschaft. Meine Erfahrungen kann mir niemand nehmen, aber Homöopathie ist eben nur ein traditionelles, hoch angesehenes Placebo.“ Darüber muss ich wohl mal nachdenken, was dabei herauskommt, weiß ich noch nicht. Aber das Interview hilft bei der Meinungsbildung, ohne Risiken und Nebenwirkungen.

          Nun hatten die Europawahlen ja so einige Nebenwirkungen – vor allem in der SPD, durchaus auch in der CDU, aber selbst für die Grünen. Denn die schneiden in Umfragen nach der Wahl nun sogar noch besser ab, werden stärker und stärker, überflügeln gar alle anderen, worüber sich Timo Steppat aus unserer Politikredaktion in dieser Woche ein wenig gewundert hat. Und Ralph Bollmann, Korrespondent für unsere Sonntagszeitung in Berlin, hat sich gleich die Frage gestellt, ob Umweltschützer die besseren Demokraten sind. Er findet aber: Wer die Welt retten will, muss sich auf Kompromisse einlassen. Und das hätten längst noch nicht alle verstanden: „Wo sanierte Altbauten aus der Gründerzeit stehen, färbt sich die Fläche dunkelgrün. Es geht auch um die Verteidigung einer Lebensform. Aber die sozialen Fragen verschwinden dahinter nicht.“ Wie wahr. 

          Kommen wir noch zu einem anderen Thema des Alltags, wenn auch nicht aus dem politischen Leben, sondern aus dem Büro: Wenn ein Kollege konstant unter den Erwartungen bleibt, kann das Chefs und Team gewaltig nerven. Nadine Bös, Redakteurin in der Wirtschaft und zuständig für „Beruf und Chance“, hat in diesem vielbeachteten Stück analysiert, woran es liegt, dass jemand zum Minderleister wird: „Kein Mensch steht morgens auf und entscheidet sich dafür, zum Low Performer zu werden. Wenn die Leistung nicht mehr stimmt, gibt es immer einen Grund. Und den gilt es herauszufinden“, ist dort zu lesen. Insofern ist das eine spannende Lektüre, nicht nur für Führungskräfte.

          Ich wünsche Ihnen ein schönes Pfingstwochenende mit viel Freude an Ihren F+Texten, keine Heuschnupfenallergie, und für den Fall, dass Sie in der Hinsicht noch einen (vielleicht unseriösen, ich bitte um Verzeihung) Tipp brauchen: Das Mittel, das mir geholfen hat, heißt Galphimia Glauca, aber das wissen Sie nicht von mir.

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          Viele Grüße,

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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