https://www.faz.net/-ilt-9o02z

Das Beste lesen mit F+ : Traumata der Eltern und Verwahrlosung der Bildung

Kinder bekommen die Gefühle ihrer Eltern mit – egal, ob darüber gesprochen wird oder nicht. Bild: dpa

Mit unserer Online-Flatrate F+ lesen Sie jeden Monat mehr als 500 exklusive Beiträge auf FAZ.NET, für nur 2,95 Euro in der Woche. So wie diese beliebtesten Artikel der Woche.

          Liebe Leserin, lieber Leser, es gibt Menschen, die leiden an einem Leid, das eigentlich gar nicht ihres ist: Sie tragen das Trauma ihrer Eltern in sich. So auch Anna Gleirscher-Entner. Wenn sie über Flohmärkte spaziert, muss Anna sich übergeben. Sie gerät in Panik, wenn es modrig riecht wie in einem Erdkeller, in dem man Angst hat zu ersticken. Eine U-Bahn-Fahrt gleicht für sie der auf einer Achterbahn. Auf der langen Suche nach ihrer Identität und zur Aufarbeitung des Traumas ist Gleirscher-Entner Psychotherapeutin geworden. Sie wollte bis ins Letzte verstehen, was all die Ängste und all die Ohnmacht in ihrem Leben zu bedeuten haben – um dann, wenn sie sich selbst verstanden hat, vielleicht auch anderen zu helfen. Anna Gleirscher-Entner leidet an einem generationsübergreifenden Trauma: Nicht sie hat schlimme Erfahrungen gemacht, sondern ihre Mutter. Ängste, die eigentlich nicht ihre sind, begleiten sie schon ein ganzes Leben. Auch wenn Gleirscher-Entner ihr Leben nicht ändern kann und eine Wunde vererbt bekam, hat sie jetzt zumindest eine Erklärung für ihre Gefühle gefunden, und darüber hat Britta Rotsch die beliebteste F+Geschichte der zu Ende gehenden Woche geschrieben. Gleirscher-Entners Mutter sprach kaum über das Erlebte und konnte ihr Leben nicht leben. Die Tochter hat entschieden, etwas zu verändern – indem sie das Schweigen beendet, das die Mutter erst spät und doch nicht ganz brechen konnte.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Was sich in Körper und Geist abspielt, kann große Rätsel aufgeben, und das gilt auch für eine Krankheit wie Multiple Sklerose. Wie furchtbar muss das sein: Man fühlt sich schlapp und kraftlos und denkt an eine harmlose Frühjahrsmüdigkeit – doch dann die schreckliche Diagnose: Multiple Sklerose (MS). Viele Symptome sind für Außenstehende nicht zu erkennen. Sie können deshalb viel Unverständnis hervorrufen. Denn kaum ein gesunder Mensch kann sich vorstellen, wie es sein muss, plötzlich doppelt oder verschwommen zu sehen, mit den Fingern nichts mehr tasten zu können, unerklärliche Schmerzen zu spüren oder einfach nur sehr erschöpft zu sein. Immer steckt eine Fehlsteuerung des Immunsystems hinter ihr. Entstehen bei MS in Hirn und Rückenmark doch verstreut zahlreiche Entzündungsherde. Die Ursache ist unklar. Betroffen sind vor allem junge Menschen, viele davon Frauen. Aber im Dunkel gibt es gute Nachrichten – Felicitas Witte hat sie aufgeschrieben und dafür mit erfahrenen Neurologen gesprochen: „Wir Neurologen haben die Entwicklung miterlebt von einer nichttherapierbaren Krankheit zu einer beherrschbaren“, sagt Heinz Wiendl, Direktor der Neurologie an der Uniklinik Münster. „Das gehört zu den größten Erfolgsgeschichten der Neurologie.“ Alles über diese Erfolgsgeschichte lesen Sie mit Ihrem F+Zugang zu FAZ.NET komplett.

          Und nach so viel Medizin sei noch ein Hinweis auf die Geisteswissenschaften erlaubt: Denn Thomas Bauer, Professor für Arabistik und Islamwissenschaft an der Universität Münster, der erste Preisträger des neuen Sachbuchpreises für Geisteswissenschaften, hat in Berlin eine spannende Rede gehalten, die wir Ihnen leicht gekürzt zugänglich gemacht haben. Bauer hat analysiert, was es heißt, wenn nur noch Meinung statt Wissen zählt, wenn es Interesse nur noch ohne Wissbegier, Begriffsgebrauch ohne Bezug, Gegenwartsstau ohne Geschichtsbewusstsein gibt. Für ihn sind das alles Resultate der Verwahrlosung der geisteswissenschaftlichen Bildung. Bücher über historische Themen aber könnten zum einen Geschichtsbilder zurechtrücken – was oft heiße: ideologisch entschärfen. Sie könnten aufzeigen, dass nichts in der Gegenwart und nichts in der Zukunft „alternativlos“ sei – und viel aktueller könnten Bücher nicht sein.

          Wie wahr – nehmen sie am Wochenende nach der Lektüre aller F+Texte also doch einfach mal wieder ein Buch über ein historisches Thema in die Hand. So oder so, viel Spaß beim Lesen, vielen Dank für Ihr Interesse an unseren Texten. Eine Übersicht der beliebtesten F+Beiträge finden Sie übrigens auf dieser Seite. Und unseren F+Newsletter können Sie hier abonnieren. Damit erhalten Sie jede Woche eine Übersicht der beliebtesten exklusiven Artikel.

          Viele Grüße,

          Ihr Carsten Knop
          Chefredakteur digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

          FAZ.NET komplett

          Zugang zu allen exklusiven F+Artikeln und somit zur ganzen Vielfalt von FAZ.NET – für nur 2,95 Euro pro Woche

          Mehr erfahren

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.