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Der Einfluss von Testosteron : Männlichkeit ist nicht nur giftig

Männer neigen stärker als Frauen dazu, miteinander in Konkurrenz zu treten. Der Testosteronspiegel erhöht sich dann kurzfristig. Bild: Mauritius

Wie groß ist der biologische Einfluss auf Gewalt- und Aggressionspotential von Frauen und Männern? Und wie groß der unserer patriarchalen Gesellschaft? Forscher nehmen das Sexualhormon Testosteron unter die Lupe.

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          Sich in diesen Zeiten auf Boris Johnson zu berufen, ist eine zweifelhafte Angelegenheit. Trotzdem muss der neulich als Chef der Tories zurückgetretene britische Premier – auch diesen Posten wird er bald verlieren – für den Einstieg in diesen Text herhalten. Ende Juni hatte er, damals noch in Amt und Würden, in einem Interview am Rande des NATO-Gipfels gesagt: „Wenn Putin eine Frau wäre, hätte er sich wohl kaum auf einen verrückten Machokrieg mit Invasion und Gewalt eingelassen, wie er es getan hat.“ Davon abgesehen, dass man auch Johnson Machoverhalten vorwerfen kann, mag sich die ein oder andere Leserin (und vielleicht sogar ein Leser) genau diese Frage schon einmal gestellt haben: Wäre die Welt nicht eine deutlich friedlichere, wenn an den Schaltstellen der Macht vor allem Frauen sitzen würden?

          Eva Schläfer
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eine Beschäftigung mit dem Thema zeigt schnell: Man könnte eine ganze Zeitungsausgabe füllen mit Thesen, die Forscher in den vergangenen Jahrzehnten aufgestellt haben, um unter anderem zu erklären, warum 95 Prozent aller Gewaltverbrechen weltweit von Männern verübt werden.

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