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Paartherapeutin zu Abstinenz : „Es ist normal, wenn drei Monate kein Sex stattfindet“

Wenn einer will und der andere nicht, ergibt sich oft eine Dynamik in der Beziehung, in der nicht einmal mehr ein unschuldiges Küsschen drin ist. Bild: Illustration Chiara Ghigliazza

Im Bett ist heutzutage fast alles erlaubt. Nur wer keine Lust hat, bekommt schnell ein Problem. Eine Sexualtherapeutin findet: Man muss es auch lassen dürfen. Und hält wenig von „Gnadensex“ in einer Beziehung.

          6 Min.

          Frau Plaßmann, Sex ist toll, oder?

          Julia Schaaf
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Wenn er gut ist, ja. Aber das ist er nicht immer, was selten Thema ist. Und das ist ein Problem.

          Wir leben in einer sehr liberalen Zeit, die in sexueller Hinsicht alle möglichen Vorlieben und Spielarten toleriert, sofern alle Beteiligten einverstanden sind. Nur keinen Sex zu wollen, dauerhaft – das ist nicht okay, behaupten Sie in Ihrem Buch.

          Ja. In Partnerschaften gilt Sex als nicht hinterfragbar. Gerade Patientinnen, die allein in die Praxis kommen, sind oft sehr belastet, beschämt – und völlig ratlos. Sie wollen keinen Sex, aber sie wollen auch ihre Partner nicht verlieren. Wenn sie nun auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen, müssen sie ihren Partner freigeben. So ist das Denken. Oder die Frauen, typischerweise in den Dreißigern, die bei mir in Tränen ausbrechen, weil sie in ihrer Beziehung von Anfang an ihre Höhepunkte immer nur vorgespielt haben.

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