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Das Beste lesen mit F+ : Liebe Leserinnen und Leser,

Bild: F.A.Z. - Foto Wolfgang Eilmes

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          in dieser Woche haben Sie uns einmal wieder sehr deutlich gezeigt, welche Art von Geschichten Sie besonders schätzen. Es sind die ausgewogenen, gut erzählten Stücke, die mit dem wahren Leben etwas zu tun haben, die nicht undifferenziert Partei ergreifen, sondern Empathie für unterschiedliche Positionen zeigen, dabei aber auch helfen, die eigenen Gedanken zu sortieren. Julia Schaaf, Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hat sich in ihrem Stück mit der Vereinbarkeit von Familie und Karriere befasst, ganz besonders aber mit den Wünschen der Kinder – und was diese mit Vollzeitjobs und Ganztageskitas zu tun haben. Birgit Ochs, verantwortlich für das Ressort „Wohnen“ in der Sonntagszeitung, hat sich mit Menschen beschäftigt, die 50 Jahre oder älter sind und noch einmal an einen anderen Ort umziehen. Und Holger Appel, der Chef unserer Redaktion „Technik und Motor“, hat nicht vergessen, einmal wieder darauf hinzuweisen, dass moderne Dieselmotoren auch Vorteile haben.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Doch der Reihe nach: Seit die Familienpolitik sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Fahnen geschrieben hat, ist die Erwerbsquote von Müttern auf 67 Prozent gestiegen. Dank Elterngeld unterbrechen Frauen ihre Berufstätigkeit für kürzere Zeiträume; die Zahl ihrer Arbeitsstunden wächst. Das ist eine gute Entwicklung, ein wichtiger Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen. Und seit wir definiert haben, dass Kinder in Kitas nicht nur versorgt und betreut werden, weil es von Anfang an idealerweise um Bildung geht, glauben wir, der gesellschaftliche Fortschritt sei eine Win-win-win-Option, eine Bereicherung für die Familien, für die Frauen, für eine geschlechtergerechte Welt. Bloß: Die Kinder kommen immer nur dann ins Spiel, wenn reaktionäre Kräfte das Rad der Zeit anhalten und Frauen an den Herd zurückbeordern wollen. Und das hat mit der Lebenswirklichkeit wenig zu tun. Neigen wir im Moment dazu zu tabuisieren, dass Kinder es womöglich nicht so toll finden, den ganzen Tag außerhalb von zu Hause betreut zu werden? Die Antwort ist vielleicht ein Begriff, den man vorher noch nie gehört hat, nämlich die „partnerschaftlich verkürzte Vollzeit“, also eine Arbeitszeit von jeweils 80 bis 90 Prozent. Kann diese dafür sorgen, dass zumindest ein Elternteil genau die ein bis zwei Stunden früher nach Hause kommt, die für das Kind einen Unterschied machen? Insbesondere im Umgang mit den Vätern? Es ist ein lesenswertes Stück geworden.

          Die Generation 50-plus wiederum ist heute so mobil wie nie zuvor. Doch wie gelingt es, im fortgeschrittenen Alter anderswo noch mal ganz neu anzufangen? Gründe, warum man noch einmal an einem anderen Ort neu anfangen möchte, gibt es viele: Da ist der Wunsch, neue Erfahrungen zu sammeln und sich noch mal auszuprobieren. Der Wunsch nach Übersichtlichkeit und Sicherheit, der sich bei vielen mit zunehmendem Alter einstellt, der Drang zur Selbstverwirklichung, und die Sehnsucht, wieder in der Nähe der Kinder und Enkel zu leben, mehr für die Familie zu tun und Lebenserfahrung an die nächste Generation weiterzugeben. Doch man sollte einen solchen Schritt nicht unterschätzen: Im Laufe der Jahre schlagen wir viele kleine Wurzeln, knüpfen unser Netzwerk. Dabei geht es nicht nur um enge Freundschaften, sondern auch um den ungezwungenen Plausch mit dem Nachbarn, um die Bäckersfrau, die weiß, welche Brötchen man nimmt, um den Briefträger, mit dem man sich grüßt. All das ist für die meisten von größerer Bedeutung, als ihnen bewusst ist. Wer den Text gelesen hat, trifft eine informiertere Entscheidung.

          Das gilt mit Blick auf das Stück von Holger Appel auch für diejenigen, die auf der Suche nach einem neuen Auto sind. Er erinnert daran, dass die Elektroautokäufer, die nicht als Enthusiasten auf den Markt drängen, sich nicht mit Ärgernissen und Einschränkungen dieser Antriebsart abfinden werden. Derweil haben Audi, BMW und Mercedes des Diesels NOx-Problem gelöst. Sie haben Motoren parat, die weniger als 30 mg/km ausstoßen. Das ist ein Viertel der nächsten, in zwei Jahren greifenden Grenzwertverschärfung und auf dem Niveau eines Benziners. Weil der sparsamere Diesel aus ideologischen Gründen zurückgedrängt wird, steigt der CO2-Ausstoß des Individualverkehrs. Kann das sinnvoll sein?

          Ihnen ein schönes Wochenende, ob im Autohaus, beim Blick auf das Fußballspiel zwischen Bayern München und Borussia Dortmund oder einfach nur bei der Lektüre von F+Texten. Wenn Sie Fragen und Anregungen zu Ihrem Zugang zu FAZ.NET komplett haben, schreiben Sie mir gerne an c.knop@faz.de

          Viele Grüße,

          Carsten Knop
          Chefredakteur Digitale Produkte
          Frankfurter Allgemeine Zeitung

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